Architektur-Blueprint aus Apache Karaf, Camel und CXF

Hartmut Schlosser

Zu den Technologie-Sessions auf dem Apache Integration Day gesellen sich auch Fallstudien aus der Unternehmens-Praxis. Ralf Sigmund und Christoph Ortmann berichten von ihrem Projekt bei einem E-Commerce-Dienstleister, in der zur Integration der verschiedenen Software-Komponenten ein Architektur-Middleware-Stack bestehend aus Apache Karaf, Camel und CXF zum Einsatz kommt.

JAXenter: Sie führen im Rahmen des Apache Integration Days ein Praxisbeispiel an, in dem ein datenbankzentrisches ERP-System mit den Prozessen und Web-Services-Konversationen der Businesspartner integriert werden musste. Auf welche typischen Probleme sind sie dabei gestoßen?

Ralf Sigmund: Grundsätzlich folgen die Integrationen verschiedener Partner einem einfachen Muster. Allerdings gibt es stets Variationen im Detail. Dies verleitet zu vorschnellen, unvollständigen Lösungen. Ganz besonders gilt das für die Behandlung von Fehlersituationen, wie sie durch inkonsistente Nachrichten und den Ausfall von Systemen entstehen.

JAXenter: Wie konnte die Integration gelöst werden?

Ralf Sigmund: Mit der Zahl der Integrationspartner stieg der Nutzen eines Anforderungsmanagements als „Living Documentation“. Hier werden fachliche Anforderungen, aber auch implizite Erwartungen in Schlüsselbeispielen illustriert. Die Erfüllung dieser Anforderungen ist als automatisierter Akzeptanztest jederzeit überprüfbar. Doch auch die Provisionierung konnte mit „Infrastructure as Code“ testbar gestaltet werden. Mit diesen Ansätzen ließ sich die Qualität der Lösung steigern und das Vorgehen professionalisieren.

JAXenter: Inwiefern lassen sich die gefundenen Lösungen verallgemeinern?

Ralf Sigmund: Einerseits sind Praxiserfahrungen direkt als „lessons learned“ hilfreich, um mögliche Probleme im nächsten Projekt bewerten zu können. Darüber hinaus möchten wir eine erprobte Methodik vorstellen, die sich um testgetriebenes Arbeiten in ganz verschiedenen Projektkontexten dreht. Und zu guter Letzt stellen wie einen Architektur-Blueprint aus Apache Karaf, Camel und CXF vor.

JAXenter: Können Sie kurz skizzieren, welche Gewinne die Integration mit sich brachte?

Ralf Sigmund: Die Projektrisiken konnten durch automatisierte Tests reduziert werden. Damit ergab sich für alle Beteiligten, insbesondere aber die Entwickler, eine angenehmere, stressfreiere Arbeitssituation. Zudem konnte der Zeitraum bis zur wirtschaftlichen Nutzbarkeit einer neuen Integrationsstrecke gesenkt werden. Durch die Reduktion von Zeit und Kosten für die Zusammenarbeit mit neuen externen Partnern ergaben sich neue Optionen im Kerngeschäft.

JAXenter: Welche Vorteile sehen Sie in dem von Apache-Middleware-Projekten gepflegten Open-Source-Ansatz?

Ralf Sigmund: Die Plattform ist bereits seit Jahren ziemlich gut. Trotzdem ist eine ganze Reihe kreativer Köpfe ständig dabei Innovationen einzubringen. Offensichtlich sind Open-Source-Projekte sehr motivierend ;-). Die Qualität der Projekte wird durch zahllose Unit-Tests eindrucksvoll belegt. Dieser Geist infiziert erfreulicherweise schnell das eigene Projekt.

JAXenter: Vielen Dank für dieses Gespräch!

Dr. Ralf Sigmund ist seit 2003 als Berater für die Themen Individualsoftwareentwicklung und agile Projekte tätig. Derzeit arbeitet er bei der OPITZ CONSULTING als Projektleiter und Solution Architect. Sein Ziel ist es, mit interdisziplinären Teams in guter Atmosphäre erfolgreiche Projekte zu realisieren. Dabei stehen verstärkt ganzheitliche Vorgehensmodelle als Erfolgsfaktoren im Vordergrund.

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Hartmut Schlosser
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