von Kai Spichale

Buchtipp: API-Design

Ralf Bruchmüller

Das bereits im Dezember 2016 beim dpunkt.verlag erschienene Buch „API-Design“ von Kai Spichale richtet sich an Softwareentwickler und -architekten, die APIs entwickeln. Aber grundsätzlich spricht es auch jeden Entwickler an, der Code schreibt, der von anderen wiederverwendet wird. Der Autor gliedert sein Werk in vier Abschnitte, die aus insgesamt sechzehn Kapiteln bestehen.

Autor

Kai Spichale

Titel

API-Design

Untertitel

Praxishandbuch für Java- und Webservice-Entwickler

Seiten

370

Preis

34,90 Euro

Verlag

dpunkt.Verlag

Jahr

2016

ISBN

978-3-86490-387-8

Der aus drei Kapiteln bestehende erste Teil des Buchs umfasst wichtige Grundlagen und beginnt mit einer Einführung in das Thema Application Programming Interfaces. Die weiteren Kapitel thematisieren Qualitätsmerkmale und allgemeines Vorgehen beim Design von Schnittstellen, das an verschiedenen Beispielen veranschaulicht wird.

Im aus vier Kapiteln bestehenden zweiten Teil geht es um objektorientierte Java-APIs. Zunächst werden verschiedene Ausprägungen von APIs beschrieben, die der Benutzer beispielsweise in Bibliotheken oder Frameworks finden kann. Das darauf folgende Kapitel stellt grundlegende Techniken und Best Practices für den praktischen Entwurf von Java-APIs vor. Dazu zählen unter anderem auch die Auswahl von Klassen- und Methodennamen, der Einsatz von Vererbung, die Verwendung von Interfaces und das Exception Handling. In Kapitel 6 beschreibt der Autor verschiedene fortgeschrittene Techniken wie Fluent Interface, Callbacks, Annotationen, Wrapper-Interfaces, Immutability und Threadsicherheit. Das letzte Kapitel dieses Buchabschnitts geht dann noch auf die Kompatibilität von Java-APIs ein und informiert den Leser nicht nur über theoretische Grundlagen wie Kompatibilitätsstufen oder Verwandtschaftsbeziehungen von zwei API-Versionen, sondern stellt ihm auch einige praktische Techniken zu diesen Themen vor.

Der ebenfalls in vier Kapitel aufgeteilte dritte Abschnitt trägt den Titel Remote-APIs. Zunächst wird der Leser in die Grundlagen von REST eingeführt und erhält einen Einblick in die Grundprinzipien am Beispiel von RESTful HTTP. Es folgt ein Kapitel in dem einige Techniken, z. B. URI-Design, für Web-APIs vorgestellt werden. Kapitel 10 behandelt die SOAP Web Services. Nach den Grundlagen zu SOAP und WSDL folgt eine Vorstellung von verschiedenen Entwurfsansätzen und -mustern. Daran schließt sich ein Abschnitt an, der das Architekturmustermessaging sowie verschiedene Protokolle und Messagingsysteme vorstellt.

Der vierte und abschließende Teil des Buchs beschäftigt sich in fünf Kapiteln mit übergreifenden Themen wie Dokumentation, Caching, Skalierbarkeit, API-Management und erweiterten Architekturthemen wie z. B. Consumer-driven Contracts.

Das Design von Schnittstellen erscheint auf den ersten Blick vielleicht etwas unscheinbar, aber der Autor erklärt in interessanter und verständlicher Weise, welche Überlegungen und Prinzipien tatsächlich zu gutem API-Design führen. Seinem Schreibstil ist anzumerken, dass er über eine Menge Erfahrung in diesem Bereich verfügt, und sie auch in gut nachvollziehbaren Beispielen weitergeben kann. Innerhalb der Kapitel finden sich auch zahlreiche Codebeispiele und Schaubilder, die das Verständnis der gerade vermittelten Informationen sehr gut unterstützen. Kai Spichale hat es geschafft, ein Buch auf den Markt zu bringen, das eigentlich jeder Softwareentwickler gelesen haben sollte.

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Geschrieben von
Ralf Bruchmüller
Ralf Bruchmüller hat bereits erste Programmiererfahrungen mit Basic auf dem C64 gemacht, dann aber zunächst eine kaufmännische Laufbahn eingeschlagen. Als IT-Quereinsteiger konnte er dann später sein Hobby zum Beruf machen und war/ist als Softwaretester, SQL-Operator, Entwickler und Berater im Bereich der Qualitätssicherung und Softwareentwicklung tätig.
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