Apache Vert.x oder Eclipse Vert.x?

Hartmut Schlosser

Liest man sich im Diskussionsthread über das Vert.x-Projekt nach unten durch, trifft man auf verschiedene Posts von Mike Milinkovich, Direktor der Eclipse Foundation und Jim Jagielski, Direktor der Apache Foundation. Buhlen nun die beiden großen Open-Souce-Foundations um die Gunst des Vert.x Frameworks?

Nun, wenn man sich die Aussagen anschaut, machen beide Foundation-Direktoren zunächst einmal deutlich, dass sie hier nicht als Hausierer auftreten wollen, um Tim Fox einen Mitgliedsantrag zu verkaufen. Milinkovich zieht sich auf die Position zurück zu beschreiben, warum Software-Foundations überhaupt nützlich sind und Vorteile gegenüber einer reinen Hosting-Lösung beispielsweise auf GitHub bringen.

„Github rocks“, da stimmt Milinkovich völlig zu. Die Eclipse Foundation will auch gar nicht mit den Qualitäten für Entwickler, die Github bietet, konkurrieren. Bei Foundations gehe es um etwas ganz anderes, nämlich darum, die Interessen zwischen Entwicklern von Code und Konsumenten auszubalancieren, die diesen Code in Produkten oder in Unternehmensanwendungen einsetzen wollen. Anbieter-Neutralität sei beispielsweise eine wichtige Voraussetzung dafür, dass ein Projekt über die Grenzen eines bestimmten Unternehmens hinaus als Industrie-Plattform wahrgenommen bzw. akzeptiert werde. Andere Leistungen bestehen in der Klärung der Urheberrechtssituation und in der Sicherstellung der Langlebigkeit eines Projektes, so Milinkovich.

There are certainly counter-examples (Spring comes to mind), but in general hosting a project at a foundation makes it more likely that your code will reach its maximum mainstream adoption. Mike Milinkovich

Jagielski sagt hingegen frei heraus, dass die Apache Software Foundation seiner Meinung nach eine großartige Heimat für Vert.x wäre. Als Trumpf der ASF stellt Jagielski den Apache-Fokus auf Individualität und Freiwilligkeit heraus: ein sicherer und neutraler Ort für ein Projekt, das sowohl Hobby- als auch von Unternehmen bezahlte Profi-Entwickler zusammenbringt.

I also think that such a location would be a „safer“ bet for VMware, and they would likely be more willing to have the ASF be the new home. Jim Jagielski

Finden wir Vert.x also bald bei Apache oder bei Eclipse wieder? Hören wir, was der Meister selbst dazu sagt! Tim Fox kennt die Vorteile von Eclipse und Apache. Doch sagt er auch, er wünsche sich, es gäbe eine Open-Source-Foundation, die einem nicht einen seltsamen Entwicklungprozess aufzwängten.

I’ve been reading through the Eclipse development process. It seems really complex. I think I will go insane if I have to follow that.
[.]
ASF – dev process seems a bit simpler, but I have to say, I have never really agreed with the whole „every committer is equal“ thing. I think projects need leads. Tim Fox

Aber vielleicht ist ja auch ein dritter Weg die Lösung. Zu Wort meldet sich nämlich auch Kohsuke Kawaguchi, der mit seinem Jenkins-Forks weg von der Hudson-Codebasis vor einer ähnlichen Situation stand.

Jenkins hat sich schließlich der SPI-Initiative angeschlossen. Laut Kohsuke dränge die SPI einem Projekt keinen speziellen Entwicklungsprozess auf, leiste aber genau das, was man von einer neutralen Foundation erwartet:

[SPI] is a legal entity, and so it can hold assets (trademark, domain names, etc.), it can collect CLAs if you so choose, and it can collect donations on behalf of the project. It does the crux of what you need, a neutral entity to hold the naming right (which I think is at the heart of the issue, really.) Kohsuke Kawaguchi

Bradley M. Kuhn, Direktor der Software Freedom Conservancy, präzisiert:

All of these orgs talked about in this thread could probably help you
solve the issues that vert.x faces, but they’ll all do so in very
different ways.
[.]
Mike Milinkovich’s posts about how Eclipse works gives a good sense of
what a trade association looks like. This solution is right for some
projects. Mike has noted in his posts that Eclipse focuses on
interacting with the for-profit industry, which is what trade
associations like Eclipse (and Linux Foundation, too) are for. They do
a good job at this task, and if your project’s main goal is to interact
with for-profit companies, then a trade association solution as a fiscal
sponsor is probably right.

[.]

By contrast, non-profit charities like SPI and Conservancy focus on
benefiting the general public. Every time a member project at
Conservancy wants to do something, the question I ask is whether the
plan helps make the software better (more available, more usable, etc.)
for everyone in the general public. It’s not that charities *ignore* the
for-profit corporate user base, but rather we focus first on the
*individuals* who use and develop the software.
Bradley M. Kuhn

Die Wahl zwischen einem „harten und einem felsigen Platz“ fällt Fox nicht leicht. Allerdings sagt er auch, dass er sich langsam mit dem Gedanken an eine Open-Source-Foundation anfreudet – mit welcher, behält er vorerst noch für sich.

RedHats Mark Little stellt jedenfalls Eclipse als seinen Favoriten heraus:

My preference is certainly a foundation, and of the ones mentioned so far, Eclipse is my favourite. Mark Little

Wir bleiben am Ball!

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Hartmut Schlosser
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