Wen Daten sich verwandeln

Apache Kafka ist mit Version 1.0 offiziell production ready

Melanie Feldmann

© Shutterstock /  catwalker

Apache Kafka hat die Version 1.0 erreicht. Das Feature-Set sei stabil und nun auch ganz offiziell für die Produktion geeignet, gab das Entwicklerteam bekannt. Außerdem gibt es Verbesserungen bei den APIs, den Metriken und Kafka unterstützt nun auch Java 9.

Auch wenn Kafka bisher nicht offiziell production ready war, läuft es bereits bei vielen Unternehmen im produktiven Betrieb, unter anderem bei Zalando und der New York Times. Kafkas Weg zur Version 1.0 war vergleichsweise lang. Was laut dem Entwicklerteam weniger an Problemen mit der Stabilität lag – was normalerweise Projekte davon abhält sich offiziell als bereit für die Produktion zu deklarieren–, sondern daran, dass die Entwickler und die Community ein Ziel hatten, was die Software an Features und Möglichkeiten auf jeden Fall mitbringen sollte. Kafka startete als Inftrastrukturplattform für Daten-Streams und ist heute ein Ökosystem für alle möglichen Anwendungen rund um Daten-Streams. Die komplette Entwicklungsgeschichte von Kafka beschreibt Neha Narkhede, Mitgründerin und Head of Engineering bei Confluent, in einem Blogpost zum Release. Trotzdem ist der Sprung auf die Versionsnummer 1.0 mehr als bloße Schau. Es gibt auch einige wichtige Neuerungen.

Lesen Sie auch: Kafka 101: Massive Datenströme mit Apache Kafka

Mehr APIs

Seit seiner Einführung in Version 0.10 ist das Streams API bei Kafka-Anwendern sehr beliebt. In 1.0 entwickelt sich das API weiter. Zunächst wurde das Builder-API verbessert. Eine neues API wurde hinzugefügt, um den Zustand der aktiven Tasks zur Laufzeit sichtbar zu machen. Das neue cogroup API vereinfacht die Handhabung von partitionierten Aggregaten mit weniger StateStores und weniger beweglichen Teilen im Code. Die Fehlersuche wird durch Erweiterungen der Methoden print() und writeAsText() erleichtert.

Metriken sorgen für besseren Überblick

Um Kafka zu skalieren, muss das System weiterhin überschaubar bleiben. Um dies zu erleichtern, haben die Entwickler eine Reihe von Verbesserungen an den Metriken vorgenommen. Die Connect-Metriken wurden verbessert, eine hohe Anzahl von neuen Metriken für Health Checks sind jetzt verfügbar und es gibt jetzt eine globale Topic- und Partitionszählung.

Kafka unterstützt Java 9

Kafka unterstützen nun Java 9. Das führt zu deutlich schnelleren TLS- und CRC32C-Implementierungen. Die Over-the-Wire-Verschlüsselung ist nun schneller. Das soll dabei helfen, Kafka schnell zu halten und die Kosten niedrig, wenn die Verschlüsselung aktiviert ist.

Festplattenausfälle kompensieren

JBOD-Speicherkonfigurationen (Just a Bunch of Disks) wurden in der Vergangenheit nicht empfohlen, aber die einfache Architektur war trotzdem für viele Entwickler verlockend: Viele verließen sich auf Kafkas eigenen Replikationsmechanismus verlassen, um sich vor Speicherausfällen zu schützen, anstatt RAID zu verwenden. Kafka bewältigt Festplattenausfälle jetzt eleganter. Der Ausfall einer einzelnen Festplatte in einem JBOD-Broker wird nicht den gesamten Broker herunterfahren, sondern der Broker wird weiterhin alle Logdateien bedienen, die auf funktionierenden Platten liegen.

Die komplette Release Notes finden sich hier.

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Melanie Feldmann
Melanie Feldmann
Melanie Feldmann ist seit 2015 Redakteurin beim Java Magazin und JAXenter. Sie hat Technikjournalismus an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg studiert. Ihre Themenschwerpunkte sind IoT und Industrie 4.0.
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