Suche
Open-Source-Framework für Cloud-Computing

Apache Brooklyn neues Top-Level-Projekt

Dominik Mohilo, Michael Thomas

(c)Shutterstock / Rudy Balasko

Die Apache Software Foundry (ASF) hat Apache Brooklyn den Status eines Top-Level-Projekt (TLP) verliehen. Apache Brooklyn ist ein Open-Source-Framework für die Modellierung, Bereitstellung, Überwachung und Verwaltung von Applikationen, das u. a. bereits von Canopy, IBM, SWIFT und Virtustream eingesetzt wird.

Die Erhebung in den Status eines Top-Level-Projektes hat vor allem den Vorteil, dass dadurch eine langfristige Weiterentwicklung und Betreuung des Projektes erwartet werden kann, so Richard Downer, Vize-Präsident des Projektes.

Das Ziel von Apache Brooklyn ist es, den zahlreichen Lösungen (z. B. Amazon Web Services, OpenStack etc.), die die Cloud-Computing-Ära hervorgebracht hat, ein einziges Tool für die Bereitstellung und Verwaltung von Cloud-Applikationen gegenüberzustellen: Das Projekt soll der Zusammenstellung eines vollständigen Stack für eine Anwendung dienen, Applikationen in der Cloud (bzw. auch in Nicht-Cloud-Umgebungen) bereitstellen können, anhand von Überwachungs-Tools Schlüsseldaten über die Systemgesundheit und Performance sammeln, auf Situationen wie den Ausfall eines Knoten reagieren können und je nach Bedarf Kapazitäten hinzufügen oder entfernen.

Ein zentrales Feature von Apache Brooklyn sind die sogenannten Blueprints. Diese definieren eine Applikationen unter Verwendung einer deklarativen YAML-Syntax, die JVM-Plug-ins unterstützt. Blueprints sollen eine klare und prägnante Art und Weise darstellen, um eine Applikation, deren Komponenten (inklusive Konfiguration) sowie die Beziehungen zwischen den Komponenten zu modellieren, bevor sie in einer öffentlichen Cloud oder einer privaten Infrastruktur bereitgestellt wird. Als einen der größten Vorteile von Blueprints bezeichnet das Brooklyn-Team den Umstand, dass sie zusammensetzbar sind: Best-Practice-Blueprints für einen Prozesse oder ein Muster können in andere Blueprints eingearbeitet werden. Zudem soll es möglich sein, Blueprints wie Quellcode als Teil der Codebasis einer Applikation zu behandeln, d. h. als integraler Bestandteil des DevOps-Prozesses zu testen oder zu versionieren.

Schon jetzt hat Brooklyn in vielen Unternehmen Beachtung gefunden: Die Cloud-Service-Provider Canopy and Virtustream haben auf Brooklyn basierende Produkte im Angebot und IBM nutzt das Projekt für die Migrierung von Workloads von AWS auf IBM Softlayer. Auch die Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication (SWIFT), die für die Standardisierung des Nachrichtenverkehrs zwischen Finanzinstituten verantwortlich ist, nutzt Brooklyn.

Brooklyn wurde im Jahr 2011 von dem Cloud-Computing-Spezialisten Cloudsoft initiiert und erhielt im Mai 2014 von der Apache Software den Status eines Incubator-Projekts verliehen. Aktuell liegt das Projekt in Version 0.8.0 vor; voraussichtlich in der ersten Jahreshälfte 2016 soll die stabile Version 1.0 erscheinen. Weitere Informationen zu Apache Brooklyn gibt es auf der Website des Projektes.

Aufmacherbild: Image of the famous Brooklyn Bridge at sunrise. von Shutterstock.com
Urheberrecht: solarseven

Geschrieben von
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo studierte Germanistik und Soziologie an der Goethe-Universität in Frankfurt. Seit 2015 ist er Redakteur bei S&S-Media.
Michael Thomas
Michael Thomas
Michael Thomas studierte Erziehungswissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und arbeitet seit 2013 als Freelance-Autor bei JAXenter.de. Kontakt: mthomas[at]sandsmedia.com
Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

Hinterlasse den ersten Kommentar!

avatar
400
  Subscribe  
Benachrichtige mich zu: