Anwendungsmodernisierung: Können Sie es sich leisten zu warten?

Vorgehensweisen im Projekt

Zu dem für den Anwendungsmodernisierungsprozess verantwortlichen Team sollten Vertreter des gesamten IT-Bereichs gehören, wie zum Beispiel Entwickler, Architekten und Programmierer, sowie Sparten-Manager aus den wichtigsten Funktionsbereichen des Unternehmens. Durch das Zusammenführen dieser Gruppen an entscheidenden Kontrollpunkten im Transformationsprozess wird sichergestellt, dass Geschäfts- und IT-Bereiche aufeinander abgestimmt werden und eine breitere Unterstützung für die Initiative generiert wird.

Am Anfang des Anwendungsmodernisierungsprozesses steht eine Bestandsaufnahme der vorhandenen Anwendungen. Dabei wird umfassend geklärt, wie viele Anwendungen das Unternehmen gegenwärtig hat und wie viele davon tatsächlich genutzt werden. In dieser Phase stellen viele IT-Abteilungen fest, dass Anwendungen doppelt vorhanden sind, Versionen nicht übereinstimmen, nicht autorisierte Implementierungen („rogue deployments“) vorgenommen wurden und redundante Lizenzverträge vorliegen.

Neben der gründlichen Überprüfung der Anwendungen wird auch der eigentliche Programmcode untersucht. Dabei bietet sich die Gelegenheit, notwendige Erkenntnisse über die Entwicklungsgeschichte des Codes und die vielen Iterationen, die er über die Jahre hinweg durchlaufen hat, zu erlangen. Durch Analyse des grundlegenden Aufbaus des Anwendungscodes kann die IT-Abteilung nun eine Blaupause der Infrastruktur erstellen. In dieser Phase wird eine Anwendungskonsolidierung vorgenommen, fehlerhafter Code entfernt und die Grundlage für eine erfolgreiche organisationsweite Einführung von Enterprise Web 2.0 gelegt, und zwar bei gleichzeitiger Wahrung der Integrität bestehender Anwendungen. Ohne eine vollständige Freilegung der Anwendungen und des Codes läuft ein Unternehmen Gefahr, in einem ästhetisch ansprechenden Web 2.0-Paket fehlerhafte Daten bereitzustellen, die bei der Ausdehnung von Anwendungen auf das Web wahrscheinlich im ganzen Unternehmen sowie an Kunden und Partner weiterverteilt werden.

Automatisierung des Prozesses

Ab hier wird der Modernisierungsprozess nun automatisch weitergeführt, damit sich die IT-Teams statt auf die Überarbeitung des Codes oder der Anwendungen auf eher strategisch ausgerichtete Aufgaben konzentrieren können. Durch Automatisierung dieser Prozesse wird der jetzt grundlegend gesäuberte Code vor potenziellen menschlichen Programmierfehlern geschützt. Und wenn die IT-Abteilung eine einzige Änderung an der Anwendung vornimmt, wird diese automatisch für hunderte oder tausende von Endanwendern, die auf die Anwendung zugreifen, realisiert.

Bei Einführung neuer Technologien ist die Infrastruktur jetzt in der Lage, diese ohne Störung der bereits implementierten Anwendungen sowie ohne zusätzlich erforderliche IT-Ressourcen zu verwalten, zu überwachen und zu unterstützen.

Gegenwärtig wenden Unternehmen rund 60 bis 85 Prozent ihrer IT-Budgets für die Codepflege auf. Die mit der Anwendungsmodernisierung realisierten Kosteneinsparungen tragen zu einer drastischen Senkung dieses Anteils bei. Dank dieser Einsparungen wird IT-Personal freigesetzt, das nun an eher strategisch ausgerichteten Initiativen arbeiten kann. Damit wird auch ein Lösungsansatz für die zunehmende Knappheit an qualifizierten Entwicklern von Legacy-Anwendungen bereitgestellt.

Mit Hilfe des Anwendungsmodernisierungsprozesses können IT-Manager die schwierigen Herausforderungen angehen, mit denen sie heute konfrontiert sind, so zum Beispiel :

  • Gewinnung notwendiger Erkenntnisse über den Code und die Anwendungen, mit denen die Geschäfte des Unternehmens geführt werden
  • Konsolidierung von Anwendungen zur Erzielung von Kosteneinsparungen und höherer Produktivität
  • Eliminierung von fehlerhaftem oder redundantem Code
  • Schließung von IT-Kompetenzlücken angesichts der zunehmenden Knappheit von Legacy-Fachleuten
  • Schaffung einer Grundlage für die reibungslose Einführung neuer Technologien im Unternehmen

Es geht bei der Anwendungsmodernisierung also nicht um die Frage ,ob‘, sondern vielmehr um die Frage ,wann‘. Angesichts der Zeit- und Kosteneinsparungen, die Unternehmen mit Hilfe einer Anwendungsmodernisierungsstrategie erzielen, können sie sich eine Wartehaltung einfach nicht leisten.

Jeremy Chone ist Chief Technology Officer bei Nexaweb. Sie können mit ihm unter jchone@nexaweb.com Kontakt aufnehmen.

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.