Anwendungen aus der Entwicklung in den IT-Betrieb überführen

Bei der Überleitung von Anwendungen in den IT-Betrieb müssen die Unterschiede zwischen den Bereichen überwunden und die Anwendungen möglichst friktionsfrei in Betrieb genommen werden.
Jedoch sind an dieser Schnittstelle die Probleme in Unternehmen vielfältig:

  • Abläufe zur Überleitung von Anwendungen in den IT-Betrieb sind nicht klar und eindeutig geregelt und werden ad hoc aufgestellt. Die Zusammenarbeit zwischen Entwicklung und Betrieb ist nicht sehr systematisch. Für Mitarbeiter des Betriebs stehen Ansprechpartner aus der Entwicklung nicht (mehr) zur Verfügung, da die Projekte aufgelöst sind.
  • Ergebnisse von Entwicklungsprojekten sind aus Sicht des Betriebs unvollständig, weil wichtige Informationen fehlen; z.B. welche Umfänge in die Backup-Prozeduren des Betriebs einzubinden sind und welche Änderungen an Konfigurationen notwendig sind.
  • Systemkomponenten (z.B. Version der Datenbank) des Entwicklungsergebnisses passen nicht mehr zu den Komponenten des Betriebs, da während der Entwicklung Änderungen auf einer der beiden Seiten nicht kommuniziert wurden.
  • Der Aufwand für notwendige Nachbesserungen an den Anwendungen kann nicht aufwandsgerecht der Entwicklung zugeordnet werden und belastet Budgets des Betriebs.
  • Die für den Betrieb notwendigen Vorlaufzeiten für eine Inbetriebnahme werden von der Anwendungsentwicklung als zu bürokratisch und zu strikt wahrgenommen. Geplante Vorbereitungszeiten des Betriebs werden im Entwicklungsprojekt als Pufferzeit angesehen – und verbraucht.
  • Zeitverzug in Entwicklungsprojekten geht zulasten der Überleitung. Der Betrieb kann auf Zeitverschiebungen in den Entwicklungsprojekten nicht immer mit der von der Anwendungsentwicklung erwarteten Flexibilität reagieren, sondern nur fest definierte Zeitfenster zur Inbetriebnahme anbieten.
  • Komplexe und verteilte Betriebsumgebungen sind nur schwer in Entwicklungs- oder Testumgebungen nachzustellen, sodass unterschiedliche Systemumgebungen in Entwicklung und Betrieb zu Mängeln führen. In verteilten Betriebsumgebungen ist die Berücksichtigung lokal spezifischer Konfigurationen aufwändig und kann die Integration neuer Anwendungen erheblich erschweren.

Die Beispiele finden empirische Bestätigung: In einer im Frühjahr 2008 von Compuware in deutschen Unternehmen durchgeführten und vom Autor begleiteten Umfrage geben über ein Drittel der Befragten aus dem IT-Betrieb an, dass es bei der Überleitung von Anwendungen öfters zu Problemen kommt. Entwickler nehmen die Realität (etwas) anders wahr: Unter ihnen geben nur 27 Prozent an, dass öfters Probleme bei der Überleitung auftauchen.

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