Brüder im Geiste

Zellteilung bei Google: AngularDart wird selbstständig

Dominik Mohilo

© Google

Der Termin für die Veröffentlichung von Angular 2 ist nach wie vor unklar, da überrascht Google mit einer unerwarteten Ankündigung: Die Codebasis wird gesplittet und es wird zukünftig zwei unterschiedliche Versionen des Frameworks geben: eine ausschließlich für Dart und eine für JavaScript / TypeScript. Viele Teams bei Google nutzten bereits in der Vergangenheit Angular mit Dart, sodass die Entwicklung von AngularDart die logische Konsequenz ist.

Angular wird in Zukunft eine Codebasis exklusiv für die Programmiersprache Dart und eine entsprechend für TypeScript bzw. JavaScript haben. Durch diese Spezifizierung wird Seitens Google den Problemen bei der Usability und der Weiterentwicklung durch die Community Rechnung getragen. Von Google wurde in diesem Zug ein komplett neues Team für die Entwicklung des AngularDart-Frameworks eingesetzt. Dieses soll nun die Entwicklung der Dart-Variante vorantreiben. Damit stehen Nutzern in Zukunft zwei komplett unterschiedliche Produkte zur Verfügung.

AngularDart mit neuen Features

Die Teilung in zwei Varianten des gleichen Frameworks bringt für die User eine Reihe von Vorteilen mit sich. So kündigte Google an, dass man bei der Arbeit mit dem Framework AngularDart einen Geschwindigkeitszuwachs verbuchen könne, zudem soll sich die Arbeit mit dem AngularJS-Schwesterprodukt für Entwickler idiomatischer anfühlen. Auch typische Sprach-Features von Dart sollen bald zur Verfügung stehen, die vorher nicht realisierbar waren.

Die Veröffentlichung einer ganzen Bibliothek von Material-Design-Komponenten, die komplett in Dart erstellt wurden, ist derzeit in der Planungsphase. Noch sind die Komponenten allerdings nicht ausgereift genug, um veröffentlicht zu werden. Der Schritt, AngularDart unabhängig von AngularJS zu machen, ist nachvollziehbar. Dart ist nicht nur eine Programmiersprache, sondern setzt sich aus einer Reihe von Bibliotheken, Tools und einem Framework zusammen. Ein Repository von UI-Widgets befindet sich in der Entwicklung.

Beispiel für eine Material-Design-Komponente / Quelle: Dart-Blog

Beispiel für eine Material-Design-Komponente / Quelle: Dart-Blog

Kaum Änderungen für AngularJS

Für die reinen Nutzer von Angular 2 für die Entwicklung in JavaScript bzw. TypeScript ändert sich in der Arbeit mit dem Framework erstmal nicht viel, wenn man von schnelleren Bugfixes und Performance-Verbesserungen absieht. Letzteres begründet sich im Wegfallen des Kompiliervorgangs nach Dart. Für JavaScript- bzw. TypeScript-Entwickler, die an Angular mitarbeiten wollen, bringt die Aufteilung allerdings gute Nachrichten: Sie können sich über ein saubereres API und weniger Probleme bei der Integration neuer Features freuen.

Bisher musste jedes Feature, das hinzugefügt wurde, sowohl für Dart als auch für TypeScript und JavaScript funktionieren. Durch die Aufteilung in zwei verschiedene Projekte wurden die Möglichkeiten zur Weiterentwicklung somit verbreitert und verbessert. Erste Erfolge des Konzepts kann das Dart-Team bereits jetzt vorweisen: Seit dem Beginn der puren Dart-Version von Angular konnte auf den Code ein Strong Mode losgelassen werden, zudem wurde die Qualität des Quellcodes mit dem Beheben von über 1.000 Problemen massiv verbessert.

Die aktuelle Beta-Version von AngularDart ist auf der Homepage von Dart zu finden, weitere Informationen zum Thema auf dem Dart-Blog und dem Angular-Blog.

Geschrieben von
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo studierte Germanistik und Soziologie an der Goethe-Universität in Frankfurt. Seit 2015 ist er Redakteur bei S&S-Media.
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1 Kommentar auf "Zellteilung bei Google: AngularDart wird selbstständig"

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Gabriele Marcantonio
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Finde Googles Entscheidung JavaScript und Dart zu trennen echt gut. Und AngularDart ist bis jetzt einfach nur spitze!