Interview mit Manfred Steyer

„Angular 2 ist nicht mehr ’nur‘ ein Framework, sondern entwickelt sich zur Plattform“

Dominik Mohilo
Manfred Steyer

Manfred Steyer

Mit dem Angular-2-Tutorial von W-JAX Speaker Manfred Steyer haben wir unsere Themenwoche zu Angular 2 gestartet. Im Interview sprachen wir mit ihm über progressive Web-Anwendungen und welche Rolle Angular 2 bei deren Entwicklung spielt. Auch auf die Bedeutung des Ansatzes „Service Worker“ ging er bei dieser Gelegenheit ein.

Auf der W-JAX 2016 können die Besucher sich gleich zwei Mal auf Manfred Steyer freuen:

In seinem Workshop Moderne Webanwendungen mit Angular 2.0 lernen die Teilnehmer das Framework „für das Web von morgen“ anhand eines durchgängigen Beispiels kennen. In seinem Talk Offlinefähige Browseranwendungen: Progressive Web-Apps mit Angular 2.0 geht er dann auf den neuen Architekturansatz ein. Am Beispiel einer Angular-2-Anwendung zeigt er, wie dieser realisiert werden kann und worauf dabei zu achten ist.

JAXenter: Progressive Web Apps gelten als die nächste Stufe moderner Webanwendungen. Was genau revolutionieren sie?

Progressive Web Apps kombinieren die Vorteile des Webs mit den Vorteilen nativer Anwendungen.

Manfred Steyer: Progressive Web Apps (PWA) kombinieren die Vorteile des Webs mit den Vorteilen nativer Anwendungen. Das bedeutet, dass sie einerseits wie klassische Web-Anwendungen ohne Installation auf jeder Plattform funktionieren und andererseits wie ihre nativen Gegenstücke selbst bei einer schlechten oder fehlenden Datenverbindung blitzschnell Nutzen bieten. Möglich machen das unter anderem Browser-Technologien, die die Entwicklung offlinefähiger Web-Anwendungen erlauben. Man spricht bei deren Nutzung auch von „progressive enhancement“. Damit ist gemeint, dass die Anwendung diese Technologien zum Verbessern des Benutzererlebnisses auch dann einsetzt und zumindest den Kern ihrer Funktionalität bietet, wenn der Browser der Wahl sie nicht unterstützt.

JAXenter: Der Ansatz „Service Worker“ wird derzeit oft in Bezug auf die Web-Entwicklung verwendet, ebenso das Web-App-Manifest und das App-Shell-Muster. Was macht diese neuen Techniken so verlockend?

Manfred Steyer: Hierbei handelt es sich um Browser-Technologien, die mit PWA assoziiert werden. Service Worker sind Hintergrundprozesse, die von einer Web-Anwendung im Browser installiert werden können. Fortan laufen sie autark und ereignisgesteuert. Beispielsweise können sie Anfragen des Browsers abfangen und selbst entscheiden, wie sie zu beantworten sind. Dazu nutzen sie zur Überbrückung fehlender oder schlechter Datenverbindungen einen Cache oder delegieren die Anfrage an einen Server. Daneben können Service Worker auf Push-Nachrichten reagieren oder im Hintergrund Daten synchronisieren.

Dank des Web-App-Manifests können Web-Anwendungen am Home-Bildschirm eines mobilen Geräts installiert werden und das App-Shell-Muster nutzt u. a. das von Service Workern gebotene Caching um den Anwender ohne Zeitverzögerung nach dem Applikationsstart einen Nutzen zu bieten.

JAXenter: Wieso eignet sich Angular 2 so gut für die Realisierung dieser Architekturansätze?

Manfred Steyer: Prinzipiell sind PWA an kein Framework gebunden. Da sie aber einige Features bieten, die für Geschäftsanwendungen interessant sind, und Angular 2 u. a. in diesem Bereich sehr gut positioniert ist, bietet sich aus meiner Sicht eine gemeinsame Nutzung an. Darüber hinaus kommt Angular 2 mit seinem Mobile Toolkit auch mit einer direkten Unterstützung für die Entwicklung von PWA.

JAXenter: Angular 2 wird aller Voraussicht nach noch in diesem Jahr erscheinen. Was ist dein persönliches Highlight von Angular 2?

Angular 2 kann sich auch in Sachen Performance durchaus mit den Besten messen.

Manfred Steyer: Ich denke, zu den offensichtlichen Highlights gehört die stärkere Komponentenorientierung, welche die Komplexität reduziert und die Wiederverwendbarkeit erhöht. Aber auch in Sachen Performance kann sich Angular 2 mit den Besten messen. Dazu kommt, dass Angular 2 nicht mehr „nur“ ein Framework ist, sondern sich zur Plattform entwickelt. Beispielsweise unterstützt es nun auch serverseitiges Rendering und die Entwicklung nativer mobiler Anwendungen.

JAXenter: Auf was können sich die Besucher deines Talks freuen?

Manfred Steyer: Ich werde anhand einer Fallstudie zeigen, wie man die Möglichkeiten von PWA nutzen kann. Dazu kommt eine Angular-2-Anwendung zum Einsatz.

Manfred SteyerManfred Steyer (www.softwarearchitekt.at) betreut als Trainer und Berater Kunden im gesamten deutschsprachigen Raum. Dabei fokussiert er sich auf moderne Web- und Servicearchitekturen mit Angular. Daneben unterrichtet er an der berufsbegleitenden FH CAMPUS 02 in Graz. Manfred hat Bücher bei O’Reilly, Microsoft Press und beim Carl Hanser Hanser veröffentlicht und schreibt für das Windows Developer Magazin (vormals dot.net-magazin) und Heise Online. Sein Wissen gibt er regelmäßig auf Konferenzen weiter.
International JavaScript Conference
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Testing React Applications

by Hans-Christian Otto (Suora GmbH)

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Building a Robo-Army with Angular

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API Summit 2018
Christian Schwendtner

GraphQL – A query language for your API

mit Christian Schwendtner (PROGRAMMIERFABRIK)

Geschrieben von
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo studierte Germanistik und Soziologie an der Goethe-Universität in Frankfurt. Seit 2015 ist er Redakteur bei S&S-Media.
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2 Kommentare auf "„Angular 2 ist nicht mehr ’nur‘ ein Framework, sondern entwickelt sich zur Plattform“"

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KMUS
Gast
Bitte hört doch endlich auf, JavaScript Frameworks, mit einem Verfallsdatum von meistens nur fünf Jahren, als Allheilmittel für moderne Webapplikationen darzustellen. Sie sind gänzlich ungeeignet für Applikationen – noch ungeeigneter für Serverdienste – die noch in fünf bis zehn Jahren erweitert und gewartet werden müssen. Sie basieren alle auf einer Skriptsprache, die innerhalb von nur zehn Tagen entstanden ist, und zur komplexen Applikationsentwicklung niemals gedacht war. Neue Sprachspezifikationen wie ECMA Script 6 helfen da auch nur bedingt weiter. Solange der Unterbau einem Konstruktionsfehler unterliegt, wird sich kaum etwas ändern. Mein Vorschlag wäre in alle Browser eine VM zu integrieren, die… Read more »
Sascha
Gast

Danke danke danke. Es ist schön auch mal eine kritische Stimme zu hören/lesen