Neues vom Androiden-Planeten

Planet Android: Android Flash Tool für AOSP, Googles Suchmaschinen-Drama & ein Cloud-System für Android

Katharina Degenmann

Das Android Open Source Project (AOSP) bekommt ein Android Flash Tool geschenkt, das neue Builds in Flash-Geschwindigkeit auf Android-Devices flasht. Zudem schwebt Android nun in den Wolken, denn das Unternehmen Canonical bringt Android nun in die Cloud. Und Googles Suchmaschinen-Konkurrent DuckDuckGO meldet Änderungswünsche beim Design für die Suchmaschinen-Wahl.

AOSP und sein neues Tool

AOSP ist die Abkürzung für das Android Open Source Project und ist die Zusammenstellung von Entwickler-Ressourcen und insbesondere der Quellcode-Repositories für das Betriebssystem Android, die von Google als Open Source Software veröffentlicht sind. Für Entwickler kann das AOSP deshalb interessant sein, da man relativ frühzeitige Einblicke und die eigenen Apps erhalten, und somit vorbereiten bzw. testen kann. Der Quellcode des AOSP ist vorwiegend in diverse Quellcode-Repositories abgelegt und mit dem Versionsverwaltungssystem Git versioniert.

Bislang müssen Entwickler, die AOSP nutzen, immer wieder Builds auf ihre Entwicklungsgeräte flashen. Dieser Prozess war seither nur manuell zu bewältigen. Nun greift Google Entwicklern unter die Arme und macht es ihnen einfacher, aktuelle oder auch ältere AOSP-Builds auf ein Smartphone zu flashen.

Das Android Flash Tool

Das kleine Helferlein trägt den Namen Android Flash Tool und sorgt für die Installation von Android-Builds auf den Geräten. Quasi in Flash-Geschwindigkeit lässt sich ein gewünschtes Build sowie das Ziel-Smartphone auswählen und anschließend der gesamter Prozess starten.

Unterstützt werden in erster Linie Smartphones der Google Pixel-Serie, allerdings erhalten auch andere Android-Entwickler-Geräte Support. Für die Installation benötigt der ausführenden Computer einen freien Datenspeicher von mindestens 10 GB. Windows-Nutzer brauchen außerdem ein USB-Tool für den Zugriff auf das Smartphone. Voraussetzung für das Flashen selbst, ist ein aktueller Chrome-Browser ab Version 79 und Unterstützung von WebUSB (Google oder Edge), ein per USB-Kabel angebundenes Pixel-Smartphone sowie aktiviertes USB Debugging auf dem Smartphone

Sind alle Voraussetzungen erfüllt, heißt es: An das Flashen, fertig los!

Android in den Wolken

Canonical, der Herausgeber vom Open-Source-Betriebssystem „Ubuntu“, hat kürzlich die „Anbox Cloud“ angekündigt. Dabei handelt es sich um eine Plattform, die Workloads mithilfe von Android containerisiert. Sie ermöglicht es, Android-Systeme in Containern zu starten und somit verteilte Android-Anwendungen auszuführen.

Quelle: Ubuntu

Entwickler, die Anbox Cloud nutzen, können Anwendungen in einem Android-Container in der Cloud laufen lassen, was vor allem Anwendungen, die zu speicher- oder energiehungrig für Mobilgeräte sind, zu Gute kommt. Die Technik zielt darauf ab, vor allem Apps und Spiele bzw. vom Smartphone auf die Cloud auszulagern und dort laufen zu lassen. Das Endgerät streamt die Lösung letzendlich und hat nicht mit der Last zu kämpfen. Die Plattform lässt sich als SaaS (Software as a Service) pflegen und auch umfangreiche gerätespezifische Anpassungen bleiben aus. Für Entwickler kann die Anbox Cloud also eine Möglichkeit darstellen, ihre Anwendung mit einer großen Zahl von emulierten Android-Geräten zu testen.

Wer mehr Informationen über Anbox Cloud erhalten möchte, findet alle Details auf dem dazugehörigen Blog.

Google oder nicht Google?

Man hat es quasi ahnen können: Womöglich nützt Googles Auktionsverfahren zur Suchmaschinenwahl dem Internetriesen mehr, als das es ein Umdenken hervorruft – Nutzen vor allem in finanzieller Sicht. Ein wirkliches Fair Play scheint es für die Konkurrenten jeden Falls nicht zu sein.

Ab 1. März soll es bei der Einrichtung eines neuen Android-Smartphones eine Suchmaschinenauswahl geben. In den vergangenen Wochen hat die Art des Auswahlverfahrens allerdings für heftige Kritik gesorgt. Nun beschwert sich auch noch der Google-Konkurrent DuckDuckGo über das Design und will eine Änderung erzielen.

Wer bietet mehr?

Nach dem Google von der EU zu einer Milliarden Strafe, inklusive verbundener Auflagen, verdonnert wurde, startet der Suchmaschienenriese ab März mit der Suchmaschinen-Auswahl für EU-Nutzer.

Die Android-Nutzer bekommen daher demnächst beim Öffnen des Play Stores einen Hinweis angezeigt, mit der Möglichkeit, einen anderen Browser als Alternative auszuwählen. Um allerdings neben Google in die Suchmaschinenauswahl zu kommen, muss Geld fließen – man muss sich seinen Platz nämlich ersteigern.

Die Suchmaschinen, die neuen Nutzern angezeigt werden, variieren je nach EU-Land, da die Auswahl auf der Grundlage eines Auktionssystems erfolgt. Jeder Anbieter teilt Google mit, wie viel er bereit ist, an das Unternehmen bei jedem Mal zu zahlen, wenn ein Nutzer sein Produkt als Standard auswählt – die drei Höchstbietenden werden den Nutzern dann angezeigt. Dieser Vorgang wird für jedes Land und alle vier Monate durchgeführt, denn die Kandidaten haben ihren Platz lediglich quartalsweise „bezahlt“.

DuckDuckGo protestiert!

An Googles Auktionsmodell gab es bereits viel Kritik. Nun hat man sich auch über die Aufmachung der Suchaschinenauswahl beschwert.

Kritik kommt nun nämlich von einem der Auktions-Gewinner, der Suchmaschine DuckDuckGo. Deren Ansicht nach fehlen beim aktuellen Design wichtige Zusatzinformationen für die Nutzer, die Icons der Anbieter seien zu klein und die Bezeichnung in der Auswahl sei irreführend. Zudem sei der Begriff „Suchanbieter“ nicht aussagekräftig genug, der Begriff „Suchmaschine“ sei wesentlich verständlicher. Damit Google auch wirklich versteht, was den Konkurrenten denn so stört, hat dieser einfach direkt einen Vorschlag eingereicht:

Quelle: Spreadprivecy

Laut DuckDuckGo sorgt der eigene Entwurf in Testläufen dafür, dass zweidrittel mehr Menschen dazu bereit sind, die Suchmaschine zu wechseln als es bei Googles Oberfläche der Fall sei. Wir sind gespannt!

Der Planet Android ist bunt, dreht sich schnell, entwickelt sich ständig weiter. Wir bleiben neugierig und beobachten ihn weiter – bis nächste Woche!

Geschrieben von
Katharina Degenmann
Katharina Degenmann
Katharina ist hauptberuflich hilfsbereite Online- und Print-Redakteurin sowie Bücher- und Filme-Junkie. Nebenbei ist sie Möchtegern-Schriftstellerin, die heimlich hofft, eines Tages ihr Geld als Kaffee-Testerin zu verdienen. Von Februar 2018 bis Februar 2020 hat sie als Redakteurin bei der Software & Support Media GmbH gearbeitet, davor hat sie Politikwissenschaft und Philosophie studiert.
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