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Neues vom Androiden-Planeten

Planet Android: Android Wear 2.0, aktuelle Android-Verteilung und der Google Assistant – nicht nur auf den Pixels!

Kypriani Sinaris
Planet Android

© Software & Support Media

Letzten Donnerstag war es so weit: Android Wear 2.0 ist final erschienen. In diesem Planet Android nehmen wir die drei Top-Features für Entwickler unter die Lupe. Außerdem: Wie sich der Google Assistent auf Nicht-Pixel-Geräte eingeschlichen hat und welche Android-Version gerade am meisten verbreitet ist.

Android Wear 2.0

Vergangenen Donnerstag war es so weit: Android Wear 2.0 ist erschienen. Die Highlights der neuen Version waren durch die fünf Developer Previews im Vorfeld weitestgehend bekannt. Einige Highlights wollen wir hier noch mal aufgreifen:

Material Design für Android Wear

Mobile-Entwicklern ist das Material Design seit Android 5 (Lollipop, API Level 21) ein Begriff. Um Android-Applikationen Plattform- und Geräte-übergreifend ein einheitliches Look-and-Feel zu verleihen, werden hier Guidelines zusammengefasst, die sich sowohl auf visuelle Komponenten als auch auf Gesten und die interaktive Nutzung einer Applikation beziehen. Die Prinzipien des Material Designs können Sie sich hier noch mal genauer ansehen.

 

Mit Android Wear 2.0 zieht das Material Design nun auch auf die Smartwatch. Das neue Android Wear Interface verfügt nun über Standardkomponenten und eine dunklere Farbpalette, was den Akku der Uhr schonen soll. Um die Benutzerfreundlichkeit zu erhöhen, gibt es auf der Seite zu Material Design in Android Wear einige nützliche Tipps. Unter anderem die Beschränkung auf vertikale Layouts. Entwickler sollten davon absehen, die Navigation innerhalb der App sowohl durch vertikales als auch durch horizontales Scrollen anzubieten. Stattdessen solle man sich auf die vertikale Variante beschränken – nicht nur wegen der Einheitlichkeit. Denn in Android Wear 2.0 kommt Swipe-to-Dismiss zurück. Darunter versteht man das Wischen von links nach rechts, um eine offene Aktivität zu schließen. Würde man diese Bewegung auch in seiner App-Navigation nutzen, könnte es zu Konflikten kommen.

Um die neuen Material-Design-Anforderungen leichter umzusetzen, stellen die Entwickler zwei neue, interaktive Drawer vor: den Navigation Drawer und den Action Drawer. Die Namen verraten schon das meiste: Mit dem Navigation Drawer soll Entwicklern die In-App-Navigation vereinfacht werden. Ob Navigations-Tabs genutzt werden oder ob relevante Infos auch als Single Page präsentiert werden, ist dabei von Fall zu Fall unterschiedlich. Der Navigation Drawer ist mit dem auf einem Smartphone vergleichbar. Wenn Sie ein mal von der Bildschirmoberseite nach unten wischen, öffnen sich hier meist allgemeine Settings und Co. Mit dem Action Drawer soll der Zugang zu wichtigen Aktionen innerhalb einer App verkürzt werden. Dieser ist wiederum am unteren Rand der App zu finden.

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Navigation Drawer, Quelle: Android Developer

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Action Drawer, Quelle: Android Developer

Um der eigenen App den Action und Navigation Drawer hinzuzufügen, sollte dem UI ein WearableDrawerLayout-Objekt als Root View des Layouts hinzugefügt werden. In diesem Objekt sollte eine View NestedScrollingChild implementiert werden, die den Main Content enthält und zusätzliche Child Views, die den Content des Drawers enthalten. Mehr Infos dazu finden Sie hier.

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Watchface Complications

Das Watchface ist das digitale Ziffernblatt einer Smartwatch. Hier wird nicht nur die Uhrzeit angezeigt, sondern auch – je nach gewähltem Watchface – andere wichtige Infos. In der Vergangenheit beschränkte man sich dabei eher auf Fitnessdaten, die Temperaturanzeige oder das Wetter – Informationen aus dem Google-Kosmos. Um Informationen anderer Apps darzustellen, war ein sogenanntes 1-to-1 Agreement nötig, sowohl aus geschäftlicher als auch aus technischer Sicht. Ab Android Wear 2.0 soll das Einbetten von Informationen verschiedener Apps dank Complications API vereinfacht werden.

 

Unter Complications versteht man alle Infos auf der Uhren „Home-Seite“, außer der Uhrzeit. Mithilfe des APIs können ausgewählte Infos auf dem Watchface gezeigt werden, behalten dabei aber natürlich nicht den Style aus der App, sondern fügen sich in das Layout des Watchfaces ein. Eine niedrigere Hürde für App- und Watchface-Entwickler.

Standalone Apps

Standalone Apps müssen nicht über das Smartphone, sondern können direkt über die Uhr im Playstore gesucht und installiert werden. Eine Companion-App ist nicht nötig. Praktisch für den Nutzer, eine neue Herausforderung für Entwickler. Denn auch so etwas wie Authentifizierungsmechanismen müssen vollständig über die Uhr durchzuführen sein.

 

Neben der Eigenständigkeit – die sicherlich eines der größten Argumente für Standalone Apps ist –, bieten sie noch weitere Vorteile: Denn Besitzer eines iPhones mussten in der Vergangenheit öfter mal das Nachsehen haben. Beim Pairing des Apple-Geräts mit einer Android-Wear-Uhr konnten die Funktionen nicht in vollem Umfang genutzt werden. Installiert man Apps aber auf der Uhr, unabhängig vom Smartphone, ist das Smartphone eben auch egal – Captain Obvious lässt grüßen. Die Entwicklung einer Standalone App gleicht der einer Smartphone-App in vielen Bereichen. So ist beispielsweise die gleiche Architektur für die Verbindung mit der Cloud nötig, wie bei einer Mobile App.

Hardware zieht nach

Sie erinnern sich, im letzten Jahr hat man gerade in der zweiten Jahreshälfte vergeblich auf große Produkt-Releases gehofft. „Wir warten auf das Release von Android Wear 2.0“, äußerten LG, Samsung, Huawei und Co. Das Weihnachtsgeschäft fiel aus, die Hardware-Hersteller konnten so aber natürlich auch ein bisschen Zeit gewinnen. Die ersten Geräte, die mit der zweiten Hauptversion ausgestattet werden, sind die LG Watch Style und die LG Watch Sport. Diese mal in die Hand zu nehmen, lohnt sich. Denn mit Android Wear 2.0 kommen auch neue Hardware Features, wie API Support für physische Knöpfe und Input über einen Drehknopf. Aktuell wird dafür noch kein Emulator angeboten, um die Features zu testen.

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Google Assistant: Nicht nur auf Pixel-Smartphones

Bisher kannte man den Google Assistenten eher im Zusammenhang mit Google Home. Auch auf den Pixel-Geräten aus dem Hause Google ist der Assistent schon verfügbar. Nun verkünden die gut informierten Kollegen von Android Police, dass dieses Privileg auch anderen Geräten zu Teil werden soll. So haben sie sowohl auf einem Nexus 6P als auch auf einem Samsung Galaxy Note5 (mit Android 6.0.1) den Assistenten entdeckt. Sie betonen aber:

Be aware, this could mean plenty of things, not all of them have to do with Google Assistant coming to non-Pixels. This appears to be an alpha release and may have been intentionally configured to enable Google Assistant for testing purposes on the phones of Googlers that not own / use Pixels. On the other hand, this could be the clear sign that Assistant will be rolling out to everybody when v6.13 becomes official (or maybe even beta).

Also heißt es: keine überstürzten Schlussfolgerungen. Aber den Android Assistenten auch auf einem älteren Gerät zu haben, nett wäre das ja schon …

Nougat, wo bist du?

Und auch diesen Monat werfen wir einen Blick auf die aktuelle Verteilung der Android-Versionen. Android Nougat ist aktuell auf 1,2 Prozent der Geräte installiert – konnte also ein My zulegen –, der Vorgänger Marshmallow kommt auf 30,7 Prozent. Lollipop erreicht 32,9 Prozent. KitKat und Jelly Bean kommen nach wie vor auf stolze 21,9 und 11,3 Prozent, trotz ihres hohen Alters. Im Vergleich zum Januar stellt man fest: Da hat sich kaum was getan. Aber – es soll ja nicht langweilig werden – wir können hier auch mal in den Jahresvergleich gehen. Im Februar 2016 sah nämlich noch alles anders aus. Gerade die älteren Versionen haben noch deutlich mehr Prozentpunkte ausgemacht. So ist der Anteil der Geräte, die auf Jelly Bean laufen, um 12,6 Prozent gesunken, bei KitKat sind es 13,6 Prozent weniger. Nichtsdestotrotz: Jelly Bean, KitKat und Lollipop bleiben die meistinstallierten Versionen im Android-Kosmos.

AndroidFebruar

Android Verteilung im Februar, Quelle: Android Developer Blog

Der Planet Android ist bunt, dreht sich schnell, entwickelt sich ständig weiter. Wir bleiben neugierig und beobachten ihn weiter – bis nächste Woche!

Geschrieben von
Kypriani Sinaris
Kypriani Sinaris
Kypriani Sinaris studierte Kognitive Linguistik an der Goethe Universität Frankfurt am Main. Seit 2015 ist sie Redakteurin bei JAXenter und dem Java Magazin.
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