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Außerdem: BMW stellt Motorrad der Zukunft vor

Inside IoT: Neues zu Android Wear und Alexa Skills Kit & Internet of unsecure Things

Mascha Schnellbacher
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© Shutterstock/BeeBright

Die Highlights aus dem IoT-Universum. Diese Woche: Neue Google-Smartwatches mit Android Wear 2.0 kommen Anfang 2017, es gibt ein neues API für das Alexa Skills Kit und wir berichten über das Internet of unsecure Things. Außerdem geht die AllSeen Alliance in der Open Connectivity Foundation auf, Bosch und Software AG partnern und BMW stellt das Motorrad der Zukunft vor.

Auch in dieser Woche gibt es wieder spannende Entwicklungen im Internet of Things zu beobachten. Die wichtigsten News und Stories sind hier zusammengefasst.

Android Wear 2.0: Neue Google-Smartwatches Anfang 2017

Neues von Android Wear gab es in letzter Zeit eher wenig, denn die Entwickler nehmen sich Zeit für die kommende Version Android Wear 2.0. Diese Version wird nicht nur ein kleines Update sein, sondern voraussichtlich ein kompletter Relaunch. Nach der Ankündigung, dass Android Wear 2.0 auf Anfang 2017 verschoben wird, hatte Google die dritte (und vermutlich letzte) Developer Preview veröffentlicht. Jetzt meldet sich Chef-Leaker Evan Blass mit Neuigkeiten zu Wort: Laut Blass sollen gemeinsam mit Android Wear 2.0 auch die beiden Smartwatches Angelfish und Swordfish auf den Markt kommen. Die Produktbezeichnung lässt darauf schließen, dass die Uhren unter dem Label Pixel vermarktet werden, da auch die neuen Smartphones Namen aus der Fischwelt tragen (Sailfish und Marlin).

Alexa Skills Kit: neues API verfügbar

Amazons Echo-Lautsprecher werden nicht nur bei Kunden immer beliebter, auch Entwickler entdecken die Möglichkeiten des smarten Assistenten für sich: Seit der Markteinführung des Echo im Juni letzten Jahres wurden mehr als 1.000 sogenannte Skills von Drittanbietern entwickelt. Unter diesen Skills versteht man Einsatzmöglichkeiten für den Sprachassistenten Alexa, der im Echo steckt. Das reicht vom Bestellen einer Pizza über die Sprachsteuerung des smarten Heims bis zum Abfragen von Kontoinformationen.

Nun bekommt das Alexa Skills Kit (ASK) ein neues API spendiert, das Listen verwalten kann. Damit ist es beispielsweise möglich, via Sprachbefehl Produkte zu einer Einkaufsliste hinzuzufügen oder bei Alexa nachzufragen, was denn eigentlich alles auf der Liste steht. Da das ASK seit September auch für deutsche Entwickler zur Verfügung steht, sollte auch das List Skills API bald deutsche Befehle erkennen. Das API befindet sich derzeit in der Beta, man kann sich allerdings als Tester bewerben.

Internet of unsecure Things

Bereits vor drei Wochen berichteten wir über IoT-Botnets, die DDoS-Attacken von bislang unbekannten Ausmaßen durchführten. Die Quelle des Junktraffic lag in einem Botnet aus gehackten Videorekordern und IP-Kameras, die vollkommen unverschlüsselt und so leichtes Ziel waren. Man könnte meinen, dass diese Angriffe Nutzern ungesicherter IoT-Devices die Gefahr ebendieser aufgezeigt hätten… doch leider reißen die Meldungen von kompromittierten IoT-Geräten nicht ab.

Sicherheitsanbieter Akamai warnt vor einem rund 12 Jahre alten OpenSSH-Bug, der Millionen von IoT-Geräten betrifft: Auf vielen dieser Devices ist eine veraltete OpenSSH-Version installiert, die TCP-Weiterleitungen standardmäßig aktiviert. Das ermöglicht den Zugriff aus der Ferne, sodass Angreifer in ein Botnet übernommene IoT-Geräte als Proxy für Datentransfers missbrauchen können. Die nötigen Login-Daten ist durch Standard-Passwörter möglich. Abhilfe schaffen die Änderung der Zugangsdaten für die SSH-Funktion oder deren Deaktivierung sowie eine Firewall auf dem entsprechenden Gerät.

Vor kurzem tauchte der Code des mächtigen DDoS-Tools Mirai im Netz auf, mit dem Angreifer ein enormes IoT-Botnet versklavt haben. Mirai zeichnet verantwortlich für die eingangs genannten Angriffe. Jetzt sind auch Modems von Sierra Wireless Opfer des DDoS-Tools. Statt der bekannten OpenSSH-Sicherheitslücke nutzt Mirai aber eine andere Schwachstelle: Alle Gateways werden mit demselben Default-Passwort ausgeliefert, das von vielen Nutzern einfach nicht geändert wird. Betroffen sind die Modelle LS300, GX400, GX/ES440, GX/ES450 und RV50 der AirLink-Reihe. Glücklicherweise hilft schon ein Neustart und das Ändern des Passworts gegen diese Attacke.

AllSeen Alliance geht in Open Connectivity Foundation auf

Ein weiterer Schritt in Richtung Standardisierung im Internet of Things wurde gegangen: Die AllSeen Alliance und die Open Connectivity Foundation (OCF) schließen sich zusammen. Beide arbeiteten schon zuvor an Standards zur Interoperabilität verschiedener Devices im IoT und firmieren nun unter dem Namen OCF. Dieser Schritt erscheint logisch, da bereits die meisten Mitglieder der Organisationen in beiden vertreten waren. Zu den bekannteren Vertretern zählen etwa IBM, Intel, Cisco, Microsoft, Sony und Samsung.

As we forge onwards towards this shared goal, we are focused on building the most robust, open IoT software solution to achieve our vision – complete interoperability within the IoT. – Mike Richmond, Executive Director OCF

IoT und Industrie 4.0: Bosch und Software AG partnern

Die Software AG und die Robert Bosch GmbH haben eine strategische Partnerschaft zur Entwicklung von neuen Diensten und Lösungen für das Internet of Things und im Besonderen die Industrie 4.0 geschlossen. Vor allem Partner und Kunden aus Fertigung, Logistik und Handel sollen von der Kooperation profitieren. Dazu wird die Digital Business Platform der Software AG mit Modulen zur Datenanalyse und Entscheidungsfindung in Echtzeit künftig in die IoT-Cloud von Bosch integriert. Anschließend sollen basierend auf den Funktionen der Plattform Predictive-Analytics-Tools realisiert werden. Damit soll – gekoppelt an die Echtzeitanalyse von Daten aus Umgebungssensoren oder Risikoanalyse-Systemen – eine Grundlage für intelligente IoT-Lösungen geschaffen werden. Durch die Bosch-Cloud lassen sich diese anschließend beliebig skalieren. Basis dafür seien ein agiler Innovationszyklus und Design-Thinking-Methoden.

Mobilität 4.0: BMW stellt Motorrad der Zukunft vor

In der Zukunft brauchen Motorradfahrer keine Schutzkleidung und keinen Helm mehr, denn sie fahren auf einem perfekten und sicheren Motorrad. So mutet zumindest die Idee von BMW an, die mit dem Motorrad Vision Next 100 ein futuristisches Konzept vorgestellt haben. Das Konzeptfahrzeug hat einen biegsamen Rahmen, der sich bei einer Richtungsänderung verformt – bei höheren Geschwindigkeiten ist dafür mehr Kraftaufwand erforderlich, was wiederum zu einer höheren Stabilität führt. Das Motorrad ist nicht verkleidet, Ausbuchtungen an den Seiten sollen vor Wind und Wetter schützen und gleichzeitig für eine bessere Aerodynamik sorgen.

Für die Sicherheit des Fahrers sorgen neben Reifen mit flexiblem Profil die Assistenzsysteme: Sie balancieren das Motorrad aus und verhindern damit ein Umkippen. Über einen digitalen Assistenten ist man stets mit anderen Fahrzeugen, Verkehrsleitsystemen und der Umgebung vernetzt. Diese Informationen werden auf eine Datenbrille projiziert; durch eine Änderung der Blickrichtung hat der Fahrer Zugriff auf Navigation, Rückspiegelkamera oder ideale Fahrtlinie. Auch Schutzkleidung soll nicht länger nötig sein, lediglich dünne Spezialkleidung mit integrierten Airbags, Wärmeregulierung und Vibrationselementen für Warnhinweise soll getragen werden.

BMW geht davon aus, dass durch die Automation und die komplette Vernetzung ein Helm überflüssig wird. Ob das allerdings jemals der Fall sein wird, ist fraglich: Das smarte Motorrad müsste auch Fahrfehler ausgleichen und vor allem muss der restliche Verkehr perfekt auf die Maschine abgestimmt sein. Denn ob das Motorrad auch vor Vollbremsungen und ihren Folgen schützt, ist fraglich. Dann doch lieber den Helm auf – gerne auch vernetzt.

Geschrieben von
Mascha Schnellbacher
Mascha Schnellbacher
Mascha Schnellbacher studierte Buchwissenschaft und Deutsche Philologie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Seit Juni 2015 arbeitet sie als Redakteurin in der Redaktion des Entwickler Magazins bei Software & Support Media. Zuvor war sie als Lektorin in einem Verlag sowie als freie Editorin tätig.
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