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Retten Standalone Apps die Smartwatches?

Android Wear 2.0 in den Startlöchern: Mit dieser Neuerung lockt Google

Kypriani Sinaris

© Shutterstock.com / Dirima

Nach einigem Hin und Her soll es in wenigen Wochen so weit sein: Android Wear 2.0 wird final erscheinen. Wir werfen einen Blick auf die Neuerungen und stellen fest: Ein Feature könnte alles ändern.

Android Wear 2.0 kommt Anfang Februar. Eigentlich sollte es letzten Herbst schon so weit sein. Die Hardwarehersteller LG und Co. zeigten aus diesem Grund auch nicht wie üblich ihre neusten Modelle auf Consumer-Messen wie der IFA, sondern warteten auf das neue Release. Evan Blass ist Venture-Beat-Redakteur, Szene-Kenner und Quelle vieler – am Ende oft wahrer – Informationen, die für die Öffentlichkeit noch nicht bestimmt waren. Auf Twitter gab er bekannt:

Die letzte Developer Preview zu Android Wear 2.0 gab es im Dezember 2016. Eines der Highlights im kommenden Major Release sind die Standalone Apps. Ein genauerer Blick lohnt sich.

Was bringen Standalone Apps mit sich?

Standalone Apps müssen nicht über das Smartphone, sondern können direkt über die Uhr im Playstore gesucht und installiert werden. Eine Companion-App ist nicht nötig. Sie ist aber eine nützliche Basis, denn die Entwicklung einer Standalone App gleicht der einer Mobile App in vielen Bereichen. So ist beispielsweise die gleiche Architektur für die Verbindung mit der Cloud nötig wie bei einer Mobile App.

Lädt ein Nutzer eine App unabhängig vom Smartphone, sehen sich App-Entwickler vor der Herausforderung, auch Authentifizierungs-Mechanismen auf der Smartwatch abzubilden. In Android Wear 2.0 werden neben dem Google Sign-in auch OAuth 2.0, Pass Tokens via Data Layer sowie Custom Code Authentication unterstützt. Auf der Android Wear Developer Site wird explizit zum Google Sign-in geraten, denn dieses funktioniert plattformübergreifend.

Lesen Sie auch: Android Wear Watchfaces selber programmieren

Notifications

Eine wichtige Änderung ist zudem, dass Wear 2.0-Apps das Firebase Cloud Messaging nutzen, welches an die Stelle des Google Cloud Messagings (GCM) tritt. Beim Firebase Cloud Messaging handelt es sich um eine Cross-Plattform-Lösung fürs Messaging. GCM wird in Android Wear 2.0 nicht mehr unterstützt. Falls es zu einer App sowohl eine eigenständige Watch-Version als auch eine Smartphone-Version gibt, kann es zudem zu doppelten Notifications kommen. Entwickler können das Verhalten der Notifications unter anderem über eine Spezifizierung der Bridging-Konfiguration in der Manifest-Datei oder über eine Dismissal-ID konfigurieren.

Weitere Änderungen in Android Wear 2.0

Swipe-to-Dismiss is back! Darunter versteht man das Wischen von links nach rechts um eine offene Aktivität zu schließen. Von horizontalen Wischbewegungen wird Entwicklern daher abgeraten, um keine Gesten-Konflikte zu erzeugen. Eine Ausnahme bilden Apps, in denen die Ansicht irgendwie horizontal geschwenkt werden soll – wie in Google Maps. In so einem Fall wird folgendes geraten:

  • If the back stack is short, the user can dismiss the app and return to the home screen (watch face) by pressing the power button

  • If you want the user to go down the back stack, you can wrap the view in a SwipeDismissFrameLayout object, which supports edge swipe. Edge swipe is enabled when the view or its children returns true from a canScrollHorizontally() call. Edge swipe enables the user to dismiss the view by swiping from the leftmost side of the screen (currently set to 10% of the screen width) and not just anywhere in the view.

Unterm Strich raten die Entwickler vom Ausschalten des Swipe-to-Dismiss-Features ab. Das hat einen einfachen Grund: Der Nutzer erwartet, dass er dadurch eine Activity beenden kann.

Eine Übersicht aller Neuerungen in den einzelnen Developer Previews finden Sie auf dem Android Wear Developer Blog. Das folgende Video von der Google I/O 2016 fasst das Feature Standalone Apps zusammen:

Angelfish und Swordfish

Mit Android Wear 2.0 werden einige neue Uhren von LG, Huawei und Co. erwartet. Auch Google will auf dem Hardware-Markt mitmischen, Informationen zu den Smartwatches Angelfish und Swordfish wurden bereits letzten Sommer geleakt: Dabei soll es sich sowohl physisch als auch vom Funktionsumfang her um eine kleinere und eine größere Smartwatch handeln. Auch der Google Assistant soll bei den Smartwatches eine Rolle spielen. Vielleicht gibt Android Wear 2.0 den Boost, den das Smartwatch-Geschäft langsam bräuchte. Denn der anfängliche Hype um die smarten Uhren ging in der letzten Zeit stark zurück. Hier kommen wir wieder zu den Standalone Apps: Denn was viele Nutzer bemängeln, ist die fehlende Unabhängigkeit der Uhren.

Fazit: Hoffnungsträger Eigenständigkeit

Standalone Apps sind das Highlight in Android Wear 2.0. Entwickler müssen diese auch eigenständig behandeln: Bei der Entwicklung muss bedacht werden, dass man für die Authentifizierung, für Bezahlvorgänge usw. nicht auf das Smartphone zurückgreifen kann. Noch stärker als bei mobile Apps muss daher auf die UX geschaut werden. Vielleicht sind Standalone Apps am Ende das Killer Feature, das Android Wear braucht, um in der breiten Masse anzukommen.

Geschrieben von
Kypriani Sinaris
Kypriani Sinaris
Kypriani Sinaris studierte Kognitive Linguistik an der Goethe Universität Frankfurt am Main. Seit 2015 ist sie Redakteurin bei JAXenter und dem Java Magazin.
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