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Android und das F-Wort

Claudia Fröhling

Es lässt Entwickler Grimassen schneiden, es sorgt für schlaflose Nächte, manch einer winkt nur ab, wenn er das F-Wort hört: Android und die Fragmentierung seiner Plattform ist eine Never Ending Story. Oder haben wir mittlerweile doch das Happy End erreicht? Der Blogpost von Danny Roa lässt das hoffen.

mindSdkVersion=14

Danny ist Android-Entwickler einer Wedding-Party-App, die alle Android-Versionen ab 2.3 unterstützt. Damit ist er nicht der einzige Entwickler, dem eine ordentliche Darstellung der App auf allen Devices Kopfschmerzen und schlaflose Nächte bereitet hat. Danny stolperte auf der Google I/O in San Francisco über die Kampagne „mindSdkVersion=14“ und stellte sich die Frage: Warum unterstützen wir eigentlich alle Versionen? Denn während die Zahl der Downloads seiner App zwar stetig wächst, nimmt der Anteil der 2.x-Devices immer weiter ab.

Zweigleisig fahren

Und so kamen er und das Team von www.weddingpartyapp.com zum dem Schluss, ihre App zu forken und künftig zweigleisig zu fahren: User von 2.x-Versionen haben weiterhin Zugriff auf die App, sie wird aber nicht mehr weiterentwickelt. Ein neuer Fork zielt derweil auf alle Geräte mit Android 4.x ab. Der Code wurde aufgeräumt, alle Passagen, die Kompatibilität mit älteren Geräten sicherstellten, flogen raus.

Aber nicht nur hatte es Danny jetzt mit einer aufgeräumten Code-Basis zu tun, die Entwicklung der App hat dadurch auch einen neuen Aufschwung erlebt, erzählt er im Blogpost. Automatiserte Tests liefen runder, das UI bekam mehr Animationen spendiert, Releases waren wöchentlich möglich. Unterm Strich wurde die Produktivität enorm gesteigert.

It depends!

Natürlich macht dieses Vorgehen nicht bei jedem Android-Projekt Sinn. Danny und sein Team waren in der günstigen Ausgangslage, bereits viele Arbeitsstunden in die Kompatibilität der App investiert zu haben. Wer heute ein neues Android-Projekt startet, hat diesen Vorteil nicht – er muss sich entscheiden, ob der Aufwand bei seiner App gerechtfertigt ist oder ob von Beginn an nur Android 4 unterstützt werden soll. Die Macher der populären Vine-App haben sich beispielsweise gegen die Abwärtskompatibilität entschieden.

Sowohl bei bestehenden Apps als auch bei Neu-Projekten hängt die Entscheidung natürlich auch von der Zielgruppe ab, die man erreichen will. Sollten die Statistiken eurer App in Google Play ein ähnliches Bild zeichnen wie die der Wedding Party App, ist Dannys Rat sicherlich interessant für euch und das F-Wort ist endlich Geschichte!

Geschrieben von
Claudia Fröhling
Claudia Fröhling
Claudia Fröhling hat in verschiedenen Redaktionen als TV- und Onlineredakteurin gearbeitet, bevor sie 2008 zur Software & Support Media GmbH kam und sich bis 2014 um alle Projekte des Verlages im Ressort Java kümmerte. Claudia hat einen Abschluss in Politikwissenschaften und Multimedia Producing. Ihr Google+ Profil findest du hier.
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