Neues vom Androiden-Planeten

Planet Android: Android Studio 2.2, Apps schreiben in Ceylon und was hinter „Made by Google“ steckt

Kypriani Sinaris
Planet Android

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Ein kleines Gedankenspiel: Was verbinden Sie mit Java, außer der Programmiersprache? Genau, Kaffee und die gleichnamige Insel. Und was ist das Gegenstück zu Kaffee? Tee. Da wäre es doch wirklich fuchsig, wenn Java von einer Programmiersprache herausgefordert wird, die nach einem Teeanbaugebiet benannt ist. Hier kommt Ceylon ins Spiel. Außerdem in diesem Planet Android: Android Studio 2.2, Project Fi und die Vorstellung der neuen Pixel-Familie.

Android Studio 2.2: „Speed, smarts and Android platform support“

Android-Entwicklern wurde ein guter Wochenstart beschert, denn Android Studio 2.2 ist erschienen. Die neue Version der IDE hat unter anderem einen neuen Layout Editor im Gepäck, der das Designen intuitiver App Interfaces vereinfachen soll.

Layout Inspector

Layout Inspector, Quelle: Android Developer

Die Entwickler werben außerdem mit dem neuen APK Analyzer, einem verbesserten Layout Inspector, erweiterter Code-Analyse und der Unterstützung von IntelliJ 2016.1.3 für das Upgrade der IDE. Natürlich unterstützt die neue Version Entwickler bei der Implementierung aller neuen Features von Android Nougat wie Multi-Window und den neu designten Notifications. Auf dem Android Developer Blog fassen die Entwickler das Release folgendermaßen zusammen:

Android Studio 2.2 includes 20+ new features across every major phase of the development process: design, develop, build, & test. From designing UIs with the new ConstraintLayout, to developing C++ code with the Android NDK, to building with the latest Jack compliers, to creating Espresso test cases for your app, Android Studio 2.2 is the update you do not want to miss.

Zum Download geht es hier lang. In dem folgenden Video sehen Sie alle Neuigkeiten noch mal in Aktion:

Ceylon wird Teil des Android-Clubs

Android-Apps entwickelt man mit Java – meistens. Wenn man aktuellen Trends folgt, ist einem der Shootingstar Kotlin nicht entgangen, auch in dieser von JetBrains geförderten, statisch typisierten Programmiersprache können Android-Apps gecodet werden. Mit dem 1.3er Release machen nun die Entwickler von Ceylon Java und Kotlin Konkurrenz.

Lesen Sie auch: Interview mit Ceylon-Chefentwickler Gavin King (Red Hat) über Gründe, Ausrichtung und Ziele von Ceylon

Die JVM-Sprache Ceylon lehnt sich syntaktisch sehr an Java an und gilt als gut lesbar und typsicher. Sie ist ein Red-Hat-Projekt und ja, der Name ist eine Anspielung – quasi das Tee-Pendant zu Javas Kaffeebohnen. Die Diskussionen über die Vor- und Nachteile haben auf Reddit gerade erst angefangen, so findet beispielsweise dieser User, dass Ceylon viele Vorteile hat:


Andere sind eher skeptisch:


Wer mehr über das aktuelle Release von Ceylon erfahren möchte, findet auf der Projektseite ausführliche Release Notes. Sind Sie jetzt verwirrt, und wissen nicht, ob nun Ceylon oder Kotlin die richtige Java-Alternative für Ihre Android-App ist? Dieser Post vergleicht kurz und knapp die beiden Sprachen und gibt so einen ersten Überblick.

4. Oktober: Save the date!

Stellen Sie sich vor Sie haben richtig Lust auf ein bestimmtes Essen oder ein Getränk. Sie verkneifen es sich erst mal, weil es in irgendeiner Hinsicht unvernünftig ist. Und dann nach langem Hin und Her lassen Sie sich doch dazu hinreißen und siehe da: Es ist gar nicht mehr so toll, wie Sie in Ihrer ganzen Vorfreude dachten.

So oder so ähnlich könnte man das Gefühl rund um die neuen Google-Smartphones beschreiben. Vor wenigen Stunden hat Google per Twitter einen Teaser veröffentlicht, der andeutet, dass am 4. Oktober die neuen Geräte vorgestellt werden, die dann aber nicht mehr unter dem Label Nexus, sondern wahrscheinlich als Pixel-Phones vorgestellt werden.

Und so sieht man in dem Tweet, wie sich langsam die Form eines Smartphones herausbildet. „4. Oktober“ und das bunte „G“ sind neben der Ankündigung „October is coming #madebygoogle“ die einzigen Informationen, die man erhält. Ein bisschen vermittelt diese Geheimnistuerei und Zurückhaltung: Das ist die Ruhe vor dem Sturm. Denn auch wenn die Ankündigung sehr minimalistisch ausfällt, beeindruckt sie gerade deswegen noch mehr. Gleichzeitig fühlt es sich weniger aufregend an, als gedacht. Denn die Software-seitige Ausstattung bietet keine große Überraschung, schließlich hat Google Android Nougat schon seit einigen Wochen veröffentlicht. Und Hardware-seitig kann da außer einer besonders guten Kamera oder Extras wie Fingerabdrucksensoren und Co. doch gar nicht mehr so viel kommen. Oder ist Google bewusst geheimnisvoll, weil es vielleicht doch noch ein paar überraschende Neuigkeiten gibt?

Schaut man sich auf den gängigen Android-Fachportalen im Netz um, ist auch hier die Reaktion eher bescheiden. Man weiß einfach noch nicht genug. Nachdem die Seite Made by Google passend zu dem Event am 4. Oktober live gegangen ist, können hier weitere Informationen erwartet werden, je näher der Termin rückt. Wir bleiben natürlich dran.

Project Fi: Sicheres Surfen to go

Wer kennt es nicht, auch bei größeren Datentarifen kann es Mitte des Monats schon heißen „Sie surfen ab jetzt mit gedrosselter Geschwindigkeit“. Das Project Fi von Google hat sich zur Aufgabe gemacht, das bestehende Mobilfunk- und WiFi-Netz optimal auszunutzen und so seinen Kunden dabei zu helfen, dieses Problem zu umgehen. Jetzt können sich diese auch in Deutschland automatisch mit verfügbaren WLAN-Netzen verbinden, die ein Minimum an Sicherheitsstandards erfüllen. Der passende WLAN-Assistent prüft diese Verbindungen, sobald man sich in der Nähe des Netzes befindet. So lassen sich unter anderem auch Roaming-Gebühren und teure Verbindungen auf Reisen umgehen. Momentan hat Project Fi nur die Geräte Nexus 6P, 5X und 6 im Programm. Für das sogenannte Fi Network arbeitet Google mit den Netzbetreibern Sprint, T-Mobile und U.S. Cellular zusammen.

Der Planet Android ist bunt, dreht sich schnell, entwickelt sich ständig weiter. Wir bleiben neugierig und beobachten ihn weiter – bis nächste Woche!

Geschrieben von
Kypriani Sinaris
Kypriani Sinaris
Kypriani Sinaris studierte Kognitive Linguistik an der Goethe Universität Frankfurt am Main. Seit 2015 ist sie Redakteurin bei JAXenter und dem Java Magazin.
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2 Kommentare auf "Planet Android: Android Studio 2.2, Apps schreiben in Ceylon und was hinter „Made by Google“ steckt"

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Sven
Gast

Angeblich kommen die Nexus/Pixel-Geräte nicht mit Android 7.0, sondern 7.1. Auch gibt es auf jeden Fall einen eigenen Pixel-App-Launcher. Es könnte also doch ein paar Überraschungen geben.

Warum die Nexus in Pixel umbenennen kann ich allerdings nicht nachvollziehen. „Nexus“ hat ja einen sehr guten und weit verbreiteten Ruf der mit „Pixel“ neu aufgebaut werden soll…