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Entwickler können schon loslegen

Android P – Developer Preview verfügbar

Marcel Richters
Pancake Android

© Shutterstock.com / GCapture

Die Developer Preview für Android P steht ab sofort für Experimente, Tests und neugierige Blicke bereit. Die neuste Version von Googles mobilem Betriebssystem wird der Entwicklung im Hardware-Bereich angepasst und setzt einen Schwerpunkt bei Sicherheit und Privatsphäre. Der Name steht zwar noch nicht fest, aber es kursiert das Gerücht, dass es mit dem nächsten Android Pancakes geben könnte.

Geplant war es für Mitte März, jetzt ist es schon da: die Android P Developer Preview. Und obwohl es sich nur um eine Preview handelt, sind schon jetzt viele wichtige Features an Bord. Wenn auch noch nicht alle, wie Google in der offiziellen Mitteilung zur Veröffentlichung betont. Aber was mit dabei ist, sieht spannend aus. Die umfassendsten Neuerungen stellen wir im Detail vor, außerdem fassen wir die Preview zusammen.

Indoor-Positionierung – Drinnen den Weg finden

Android P wird das WiFi-Protokoll IEEE 802.11mc unterstützen und damit die Möglichkeiten zur Indoor-Navigation erheblich verbessern. Apps können den Abstand zu verschiedenen WLAN-Hotspots ermitteln und so den Standort auf ein bis zwei Meter genau berechnen. Gleichzeitig lässt sich die Funktion mit dem Sprachassistenten verbinden. Mit dieser Funktion können beispielsweise in bestimmten Räumen das Licht eingeschaltet oder Fragen zu Produktkategorien in Geschäften gestellt werden.

Lesen Sie auch: Planet Android: Rise of the Notch und ein Ausblick auf Android P

Cutout-Support

Da immer mehr Android-Geräte mit dem Display-Cutout kommen, soll Android P diese in vollem Umfang unterstützen. Apps können abfragen, ob ein Cutout vorhanden ist und Inhalte darauf abstimmen. Außerdem gibt es eine neue Developer-Option, die ein Cutout auf Geräten und Virtual Devices simulieren kann.

Verbesserte Message-Notifications

So sollen die umfangreicheren Notifications aussehen. Quelle: Google

Künftig sollen User auf den ersten Blick erkennen können, wer eine Nachricht schreibt und wie sie darauf antworten können. Zusätzlich sollen Notifications mehr Möglichkeiten bieten, etwa das Hinzufügen von Fotos und Stickern. Außerdem können Smart Replies in Apps implementiert werden.

Multi-camera API – Mehr von der Welt sehen

Wie der Mobile World Congress bereits gezeigt hat, sind diverse Android-Geräte mit zwei oder sogar drei Kameras in der Entwicklung. Mit Android P wird die Unterstützung für diese Geräte implementiert. Das API soll Zoom, Bokeh und Stereoansichten unterstützen. Auch der übergangslose Wechsel zwischen zwei oder mehr Kameras soll möglich sein.

HDR-Videos und HEIF-Bilder – Mehr Farben, mehr Kompression

Android P wird mit eingebauter Unterstützung für HDR-Videos kommen, genauer gesagt HDR VP 9 profile 2. So können User Videos mit High Dynamic Range wiedergeben, wenn ihre Geräte dazu in der Lage sind. Bilder werden zukünftig im HEIF-Format gesendet und verarbeitet werden können. HEIF hat eine im Vergleich zu JPEG verbesserte Kompressionsrate bei gleicher Qualität und kann so Speicherplatz und Datenvolumen sparen.

JobScheduler achtet auf Datenvolumen

Der JobScheduler ist Androids Funktion, um geplante Aufgaben oder die Funktion von Apps über verschiedene Stadien (Ruhemodus, Standby, Background Limits) hinweg zu verwalten. Der Manager hat jetzt die Möglichkeit, sich nach dem vom Netzanbieter bereitgestellten Netzwerkstatus zu richten. So können große Anfragen bei schlechter Verbindung nach hinten verschoben werden, oder Ähnliches.

Wir brauchen mehr Kotlin!

Kotlin wird als Programmiersprache für Android immer beliebter, und so baut Google auch den Support für die Sprache aus. Unter Android P wurde die Unterstützung  optimiert. Zudem soll die Zusammenarbeit mit JetBrains fortgesetzt werden, um den generierten Code zu verbessern. Von diesen Verbesserungen können Entwickler profitieren, indem sie das Android Studio Kotlin-Plug-in auf dem neusten Stand halten.

Nur noch offizielle APIs

Google legt großen Wert darauf, dass Entwickler die offiziellen APIs nutzen (wir berichteten). Unter Android P wird diese Politik fortgesetzt. So wird der Zugriff für bestimmte Nicht-SDK-Interfaces begrenzt – auch für Teams bei Google selbst. Stattdessen sollen offizielle APIs genutzt werden. Wenn es keine passenden APIs gibt, kann diese Lücke gemeldet werden, damit Google eine offizielle Version bereitstellt.

Verbesserte Sicherheit

Da inzwischen sehr viele Smartphones mit einem Fingerprintsensor ausgestattet sind und dieser von vielen Apps genutzt wird, wird es mit Android P einen Standarddialog für diese Funktion geben. Damit soll es einfacher werden, die Fingerprintfunktion in eine App zu implementieren. Ebenfalls der verbesserten Sicherheit soll die  erweiterte Unterstützung von TLS statt Klartext bieten. In den Sicherheitskonfigurationen für Netzwerke wird Klartext ab sofort in der Default-Einstellung geblockt, Entwickler können aber weiterhin mit Opt-in Klartext für bestimmte Domains zulassen.

Um die Privatsphäre von Nutzern zu verbessern, wird der Zugriff des SensorManagers auf die Sensoren des Geräts beschränkt, wenn sich dieses im Ruhemodus befindet. Daneben werden Backups in einer späteren Android-P-Version auf der Client-Seite mit einem Secret versehen. Ebenfalls langfristig ist die Randomisierung der MAC-Adresse über das Netzwerk geplant. Außerdem können Nutzer künftig den build.serial Identifier mit der Option „Read Phone Status“ abfragen.

Entwickler können schon jetzt mit Android P loslegen

Auch ein Cutour lässt sich similieren (siehe Pfeil). Quelle: Google

Das System-Image für Android P steht bereits zum Download bereit. Entwickler können also schon jetzt testen, ob ihre Apps für Android P bereit sind. Natürlich lassen sich auch schon neue Apps entwickeln. Google empfiehlt dafür ein Virtual Device, da in einem so frühen Entwicklungsstadium eine Installation auf einem physischen Gerät nur bei einem der unterstützten Pixel möglich wäre. Das virtuelle Geräte bietet dagegen Optionen wie die Simulation von Cutouts und von 18:9-Bildschirmen.

Während der Preview soll es weiterhin Updates für SDK und System Images geben. Da es sich um eine reine Entwickler-Version handelt, kann Android P nur manuell und als Flash heruntergeladen werden. Die Probierphase für den Consumer-Bereich wird erst in den nächsten Monaten erfolgen. Um die laufende Entwicklung zu verbessern, ruft Google alle Entwickler auf, Feedback einzureichen und Fehler zu melden.

Um eine App in Android P auszuprobieren, muss die targetedSdkVersion auf `P´ und compileSdkVersion auf Android-P, build und test gesetzt werden. Zur Unterstützung gibt es neben einem API diff report eine eigene Seite für die P Developer Preview, eine Preview Timeline sowie eine Ressourcensammlung. Auch ein Video hat Google gedreht, um die Neuigkeiten vorzustellen. Wer sich die komplette Mitteilung zu den Neuerungen in Android P ansehen möchte, findet diese im Android Developer Blog.

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Marcel Richters
Marcel Richters
Marcel hat Soziologie an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main studiert und danach als E-Commerce-Manager gearbeitet. Seit Februar 2018 unterstützt er das Team von JAXenter als Redakteur. Daneben arbeitet er als freier Journalist in der Mainmetropole.
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Sehr schön Tina! Danke fürs teilen! VG Ximenacustom writing