Neues vom Androiden-Planeten

Planet Android: Android Nougat, Opera VPN für Android und ein Smartphone, das sich selbst zusammenbaut

Kypriani Sinaris
Planet Android

© Software & Support Media

Android Nougat ist da! Google hat die finale Version veröffentlicht. Jetzt haben nach den vielen Developer Previews endlich auch Nutzer etwas davon. Zumindest dann, wenn das Update bei ihnen ankommt. Die Update-Geschwindigkeit spielt auch im Bezug auf die Sicherheit eines Smartphones eine große Rolle. Eine Statistik zeigt, dass es in diesem Jahr schon mehr als doppelt so viele Sicherheitslücken in Android gab, wie im ganzen Jahr 2015. Also, schnelle, regelmäßige Updates wären da angebracht, oder?

Android Nougat: zack, bumm, fertig

In dieser Woche hat Google die finale Version von Android Nougat ausgerollt. Besitzer neuerer Nexus-Modelle wie dem Nexus 5X können sich neben dem Split-Screen-Modus über einige neue Emojis freuen. Wer bisher Bacon, ein sabberndes Gesicht oder eine Avocado schmerzlich vermisst hat, der kann sich freuen. Eine ausführliche Übersicht aller neuen Emojis finden Sie auf Emojipedia. Eine ausführliche Zusammenfassung aller wichtigen Features in Android Nougat finden Sie in diesem Beitrag.

Wer jetzt denkt, dass sich die Entwickler erst mal stolz zurücklehnen, der täuscht sich. Denn Google soll bereits am nächsten Maintenance Release werkeln. So wird auf dem Android Developer Blog angekündigt, dass mit Android Nougat ein neuer Release-Zyklus eingeführt wird. Schon im Herbst soll demnach mit Android 7.1 nachgelegt werden.

Opera VPN

Olaf der Wikinger ist auf Ihrer Seite. Zumindest wenn es darum geht, aus einem unverschlüsselten Netz eine sicherere Verbindung zu zaubern: Er ist das Maskottchen der App Opera VPN, die es bisher nur für iOS-Geräte gab, nun hält sie aber auch auf Android-Geräten Einzug. Dahinter verbirgt sich ein VPN-Dienst, der Ihnen Zugang zu fünf wählbaren, virtuellen Standorten – USA, Kanada, Deutschland, Singapur und die Niederlande – und einen Ad-Tracker bietet, sodass Werbetreibende keinen Einblick in Ihr Surfverhalten haben können. Außerdem können Sie mit der App das Sicherheitsniveau des WiFi-Netzwerks bestimmen und eine bestehende, unsichere Verbindung verschlüsseln.

Die App kommt vom Browser-Hersteller Opera, zum Download über den Google Play Store geht es hier lang. Im Google Play Store finden sich aber auch viele weitere VPN-App-Alternativen. Wer eine wirklich sehr, sehr simple Darstellung der Funktionsweise sehen möchten, dem empfiehlt sich folgende Demonstration von Olaf höchstpersönlich:

Android Security: War schon mal fitter

Gerade erst haben die Entwickler mit Andorid Nougat betont, dass sie neben der Performance und der Produktivität ein besonderes Augenmerk auf die Security gelegt haben. Und da erscheint die Meldung des Hasso Plattner Instituts, dass die Zahl der Android-Schwachstellen in diesem Jahr ihren Höchststand erreicht hat. Die Datenbank für IT-Angriffsanalysen des Instituts hat in diesem Jahr bereits 350 Android-Schwachstellen gefunden. Und damit mehr als doppelt so viele als im Vorjahr. Das Institut betont, dass rund 70 Prozent der gefundenen Sicherheitslücken als gravierend und kritisch einzustufen sind, gemäß des Common Vulnerability Scoring Systems (kurz CVSS). Der Institutsdirektor Prof. Dr. Meinel kommentiert:

Die weite Verbreitung von Android-Systemen macht die Software als Angriffsziel besonders attraktiv für Kriminelle, gleichzeitig suchen Experten aber auch intensiver nach Lücken.

Was kann man aber praktisch tun, um ein paar Risiken zu minimieren? Hier rät das HPI zu Herstellern, die ihre Kunden mit regelmäßigen Updates versorgen. Nichts Neues, aber ein immer wiederkehrender Punkt. Denn einige Hersteller liefern wichtige Updates nur sehr langsam. Der Druck scheint hier noch nicht groß genug zu sein.

Kann der Grund dafür vielleicht so simpel sein, dass diese Sicherheitslücken eben Android-Lücken und nicht Samsung– oder HTC-Lücken sind? Der Imageschaden wird vor allem für Google selbst angerichtet. Da könnte man geneigt sein, den Hersteller des eigenen Smartphones ganz zu vergessen, obwohl er in dem Dilemma mittendrin steckt.

Die vollständige Statistik finden Sie unter den News des Hasso Plattner Instituts.

Smartphone bau dich zusammen: Hex hex!

Zum Schluss noch eine skurrile Story aus Cambridge: Forscher des MIT basteln an einem Smartphone, dass sich selbst zusammenbaut. Der Gedanke dahinter:

If you look at how things are manufactured at every other scale other than the human scale—look at DNA and cells and proteins, then look at the planetary scale—everything is built through self assembly. But at the human scale, it’s the opposite. Everything is built top down. We take components and we force them together.

Das folgende Video zeigt, wie sich so ein Smartphone zusammenbauen könnte. Dafür wurden die Smartphone-Teile in eine Art Trommel gelegt. Während sich diese bewegt, fügen sich die Teile selbstständig zusammen:

Dabei spielt nicht nur die Drehgeschwindigkeit der Trommel eine Rolle. Die Verbindungsstellen der einzelnen Teile müssen eindeutig sein, sodass nur das eine richtige Teil an die dafür vorgesehene Stelle am Smartphone andockt. Außerdem muss sichergestellt sein, dass diese Verbindung auch hält. Bei dem Projekt wurde dafür auf Magnete gesetzt.

Noch befindet sich das Projekt in einer frühen Phase. Die Entwickler betonen, dass die Grundidee aber auch für die Massenproduktion relevant werden könnte. Das Forschungsteam am MIT arbeitet schon länger an selbstregulierenden Systemen. So haben sie 2011 beispielsweise an dem Konzept des 4D Printing gearbeitet. Dabei geht es darum, dass 3D Printer sich selbst mit Nachfüllmaterial für den Druckvorgang versorgen.

Das Konzept der modularen Smartphones

Jetzt fragen Sie sich vielleicht: „Schön und gut, aber was habe ich davon?“ Erst mal nicht so viel, denn wie gesagt, das Projekt ist noch in einer frühen Phase. Von der Idee her zeigt es Richtung modulare Smartphones à la Projekt Ara oder Fairphone. Und von diesem Konzept – setzt es sich denn durch – haben Nutzer ganz schön viel. Lassen sich einzelne Komponenten eines Smartphones austauschen, so erhält der Nutzer nicht nur die Freiheit, das Smartphone seinen persönlichen Vorlieben nach zu gestalten. Auch die Reparatur wird einfacher und grün ist die Idee auch noch. Denn wer öfter repariert, schmeißt weniger weg.

Der Planet Android ist bunt, dreht sich schnell, entwickelt sich ständig weiter. Wir bleiben neugierig und beobachten ihn weiter – bis nächste Woche!

Geschrieben von
Kypriani Sinaris
Kypriani Sinaris
Kypriani Sinaris studierte Kognitive Linguistik an der Goethe Universität Frankfurt am Main. Seit 2015 ist sie Redakteurin bei JAXenter und dem Java Magazin.
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