Android Checklist: In 10 Schritten zur Tablet App

Judith Lungstraß

Während der mobile Markt wächst, wird auch das Hardware-Angebot größer und größer. So ist es inzwischen ein großer Fehler, den Bereich Mobile auf Smartphones zu beschränken, denn auch Tablets sind schon längst im Mainstream angekommen.
Hier machen hochwertige Android Tablets wie das Google Nexus, das Acer Iconia oder das Samsung Galaxy Tab dem Marktführer iPad schon längst Konkurrenz.

Da immer mehr Android-Nutzer ihre Apps auch auf dem eigenen Tablet benutzen möchten, gilt es für Entwickler, diese an die veränderten Vorzeichen anzupassen. Und weil es hier scheinbar noch so einige Probleme gibt, hat Google nun eine Android Checklist zur App-Entwicklung für Tablets veröffentlicht. In insgesamt zehn Punkten erfährt man, was man tun und was man besser nicht tun sollte. Wir werfen einen Blick auf diese zehn hilfreichen Tipps zur Android-Tablet-Entwicklung:

1. Zuerst einmal muss jede Android App, ganz egal ob für Smartphone oder Tablet, Googles Qualitätsanforderungen entsprechen. Diese sind in den Core App Quality Guidelines nachzulesen. Um die Qualität der eigenen App erst richtig beurteilen zu können, sollte man sie ausgiebig in einer Hardware- oder Emulator-Umgebung testen.

2. Was ist der bedeutsamste Unterschied zwischen einem Smartphone und einem Tablet? Richtig, die Bildschirmgröße. Sowohl das Layout als auch andere UI-Komponenten sollte man an das größere Design anpassen, beispielsweise wird ein Padding mit 48dp-Rhythmus empfohlen. Unschön wirkt jedoch, wenn das Layout gestreckt erscheint. Das kann man vermeiden, indem man Textzeilen kurz hält (bedeutet: zwischen 50 und 75 Zeichen, maximal aber 100) und dafür sorgt, dass Listen und Menüs nicht den gesamten Raum in Anspruch nehmen.

3. Der zusätzliche Raum sollte als Bereicherung angesehen werden und nicht als lästiger Leerbereich, den es zwangsweise zu füllen gilt – das ist besonders wichtig für die Landscape-Orientierung. Nutzen kann man ihn entweder durch zusätzlichen oder neu angeordneten Content. So erleichtern Layouts in mehreren Spalten die Navigation. Außerdem sollte man in Betracht ziehen, was mit dem Layout geschieht, wenn man die Ausrichtung des Tablets ändert.

4. Bei Icons und weiteren Assets ist es wichtig, solche zu nutzen, die speziell auf die Bildschirmdichte eines Tablets ausgerichtet sind. Wichtig: Sie sollten dieselbe physikalische Größe wie auf dem Smartphone vorweisen.

5. Sowohl Schriftgrößen als auch Touch-Elemente müssen an die veränderte Darstellungsgröße angepasst werden. Dabei sollte Text weder besonders groß noch besonders klein sein, unangebrachte Zeilenumbrüche sollte man vermeiden. Die ideale Größe für ein Touch-Element ist 48dp, mindestens aber 32dp. Ist das aus irgendeinem Grund nicht möglich, kann man das besagte Icon auch im Zentrum eines transparenten Buttons anordnen.

6. Doch nicht nur die App selbst, sondern auch die dazugehörigen Home Screen Widgets gilt es, falls vorhanden, an den Bildschirm des Android Tablets anzupassen. Google empfiehlt eine mögliche Ausdehnung des Widgets auf 420dp oder mehr, sodass es fünf oder mehr Zeilen bzw. Spalten abdeckt, je nachdem ob das Widget horizontal oder vertikal angeordnet ist. Auch die Default-Bildschirmränder sind in Betracht zu ziehen.

7. Nichts ist schlimmer als eine App, die nicht richtig oder nur teilweise funktioniert. Aus diesem Grund sollten Tablet Apps dieselben Features vorweisen wie die dazugehörige Smartphone-Variante. In seltenen Fällen kann es nötig sein, Features wegzulassen, beispielweise wenn diese von der Tablet Hardware nicht gegebene Voraussetzungen verwenden oder einfach nicht zu den Use Cases eines Tablets passen. Funktioniert ein Feature nicht, sollte es auch nicht angezeigt werden – das würde nur zu Frustration führen.

8. Wie schon erwähnt, haben Tablets häufig andere Hardware-Voraussetzungen als Smartphones, besonders in Hinblick auf Sensoren, Kamera, Telefonie und mobile Daten. Diese kritischen Punkte sollten, wenn nur irgend möglich, nicht zur Nutzung der App erforderlich sein. Eventuell könnte man auch einen vollwertigen Ersatz bieten und beispielsweise anstelle einer GPS-Erfassung die manuelle Eingabe der eigenen Position ermöglichen.

9. Da es Android Tablets in vielen verschiedenen Formen und Größen gibt, sollte man bereits innerhalb der App den Support für mehrere Bildschirmgrößen festlegen. Das geschieht dadurch, dass man das <supports-screens>-Element mit den passenden Attributen versieht.

10. Google empfiehlt weiterhin, im Play Store nur ein einziges APK für alle Bildschirmgrößen, egal oder für Smartphone oder Tablet, zu veröffentlichen – so ist die App leichter zu suchen, zu finden und neu zu installieren, wenn man sich ein neues Gerät zulegt. Im Zweifelsfall könnte man die App auch über Multiple APK Support ausliefern. Um die Tablet-Ausrichtung der App klar zu machen, sollte dies auf der Detail-Seite deutlich erwähnt werden, mindestens ein Screenshot von einem Tablet ist empfehlenswert.

Haben Sie schon mal eine App für ein Android Tablet entwickelt? Wenn ja, haben Sie weitere Tipps, die Sie gerne mit uns teilen möchten?

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Judith Lungstraß
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