Android 5.0 Lollipop offiziell vorgestellt: Was kann Googles Lutscher?

Hartmut Schlosser
© shutterstock.com/ Radu Bercan

Aus Android L wird Android 5.0 Lollipop. Das bestätigt Google jetzt auf dem Firmenblog. Die bisher nur unter dem Codenamen „L“ gehandelte nächste große Android-Version soll zunächst auf dem Nexus 6 Smatphone, dem Nexus 9 Tablet und der TV-Box Nexus Player ausgeliefert werden. Schon in den nächsten Wochen soll Lollipop auf weiteren Nexus-Geräten verfügbar werden: Genannt werden Nexus 4, 5, 7 und 10 sowie die Google Play Edition Devices.

 

Android 5.0 Lollipop: Steckbrief

„Lollipop ist für eine Welt gemacht, in der es zum Alltag gehört, mit vielen verschiedenen Bildschirmen – von Telefonen über Tablets bis zu TV-Geräten – zu interagieren“, heißt es in der offiziellen Google-Ankündigung. Ein Hauptanliegen war es den Android-Machern deshalb, das Android-OS um Formfaktoren außerhalb mobiler Endgeräte zu ergänzen. Mit über 5000 neuen APIs wird das neue „Material-Design“ eingeführt, das vor allem auf das Funktionieren in den unterschiedlichsten Kontexten ausgelegt ist.

 

Für Entwickler ist die größere Flexibilität hervorzuheben. So lassen sich etwa eigene Farbpaletten für UI Controls hinterlegen, was es erleichtert, Apps der Corporate-Identity-Vorlage eines Unternehmens anzupassen. Insgesamt werden UI-Elemente deutlich flacher und einfacher ausfallen. Schatteneffekte und Touch-Animationen sollen berührbare Schaltflächen besser betonen und damit die User-Experience gerade auf untypischen Devices erhöhen.

Mit dem neuen UI Widget RecylerView wird es möglich, komplexe Listen besser darzustellen. Das ebenfalls neue CardView-Widget ist darauf ausgelegt, Informationen auf verschiedenen Devices optimal auszugeben. Hilfreich aus Entwicklersicht ist, dass Google nicht nur neue Design-Features vorlegt, sondern gleich auch einen Guide für deren optimale Verwendung bereit stellt. Das war in der Vergangenheit ja nicht immer der Fall.

Neues seit der Android L Developer Preview

Gegenüber den bisherigen Developer Previews hat Google noch einige Neuerungen nachgelegt. So soll es möglich sein, Gastkonten anzulegen, von denen aus persönliche Daten nicht erreicht werden können (Multiuser-Betrieb). Neue Schnellfunktionen sind für Taschenlampe und Hotspot vorgesehen. Die Sprachsuche über das Schlüsselwort „OK Google“ soll auch bei deaktiviertem Bildschirm funktionieren.

Zudem verspricht Google, verschiedene Android-Devices besser zu synchronisieren, indem Dinge wie Suchen, Musik oder Fotos auf alle vernetzten Geräte übertragen werden. Eine begonnene Aktion auf einem Android-Smartphone soll dann beispielsweise nahtlos auf einem Tablet weitergeführt werden können.

Android 5.0 Features

Die zahlreichen Neuerungen in Android 5.0 haben Lars Röwekamp und Arne Limburg bereits in ihrem Artikel „Android L: Was kann Googles neues Betriebssystem?“ beschrieben. Hier die Highlights:

  • Die Android-Runtime-Umgebung ART mit Ahead-of-Time Kompilierung und 64-bit-Support ersetzt nun endgültig die Dalvik VM.
  • Verbesserte Garbage Collection (Halbierung der GC-Pausen).
  • Erweiterte Sicherheitsfunktionen durch Integration von Samsung Knox (Trennung beruflicher und privater Daten, Support für IT Policies, Remote Deployment von Anwendungen).
  • Notifications können jetzt auf dem Lockscreen angezeigt werden.
  • Individuelle Steuerung der Nachrichtenanzeige mittels „Visibility“-Attribut aus Apps heraus.
  • Optimierung der Akku-Laufzeiten durch Projekt Volta (Google verspricht bis zu 90 Minuten längere Laufzeiten).
  • Energiesparmodus und das neue Tool „Battery Historian„, mit dem die Akku-Nutzung von Apps analysiert werden kann.
  • Ein „Nicht Stören Modus“ kann über die Schnelleinstellungen aktiviert werden.
  • Ausbau der Multitasking-Fähigkeiten (Switchen zwischen spezifischen App-Inhalten – Tabs, Dokumente, etc. -, nicht nur zwischen ganzen Apps).
  • Erweiterte Kamera-Funktionen (Speicherung der Bilder im RAW-Format, feingranulare Einstellung von Auslösegeschwindigkeit oder ISO-Werten).
  • Optimierung der Grafikleistung von Spielen durch einen neuen Android Extension Pack.
  • Support für Microsoft-Office-Formate.
  • Entsperren von Smartphones über die Stimme oder ein zweites, über Bluetooth verbundenes Device – beispielsweise eine Smartwatch.
  • Mit dem „Kill Switch“ lässt sich ein Gerät aus der Ferne unbrauchbar machen – etwa bei einem Diebstahl.
  • Einbindung der Google Fit Client Library (Schnittstelle für Googles neue Plattform zur Verwaltung von Gesundheits-Daten).

Wer bekommt Android Lollipop?

Über die Gerätschaften, die in den Genuss von Android 5.0 Lollipop kommen werden, wurde in den letzten Wochen viel spekuliert. Langsam gibt es auch in diesem Punkt mehr Klarheit. In den Medien zirkuliert die folgende Liste:

  • Nexus 4
  • Nexus 5
  • Nexus 6
  • Nexus 7 1. Generation
  • Nexus 7 2. Generation
  • Nexus 9
  • Nexus 10
  • Moto X 1. Generation
  • Moto X 2. Generation
  • Moto G 1. Generation Moto G 2. Generation
  • Moto E
  • Droid Ultra, Droid Maxx, Droid Mini
  • HTC One (M8)
  • HTC One (M7)
  • HTC One mini
  • HTC One mini 2
  • Galaxy S5
  • Galaxy S5 Mini
  • Galaxy Note 4
  • Galaxy Note Edge
  • Galaxy Alpha
  • Galaxy S4
  • Galaxy Note 3
  • Xperia Z3
  • Xperia Z3 Compact
  • Xperia Z2
  • Xperia Z1
  • Xperia Z1 Compact
  • LG G3
  • LG G3s
  • LG G2
  • LG G2 mini
  • Ascend P7
  • Ascend P7 mini
  • Ascend Mate 7

Eine Gewähr über die Vollständigkeit dieser Liste wird indes niemand übernehmen wollen. Und auch die genauen Verfügbarkeitsdaten für die einzelnen Geräte dürften sich erst in den kommenden Wochen herauskristallisieren.

Fest steht allerdings, dass Android Lollipop 5.0 noch im November auf die erwähnten Nexus-Geräte kommen soll. Wer Lust auf mehr hat, kann sich schon im Laufe des heutigen Tages auf eine neue Developer Preview freuen. Und bis dahin verkürzen vielleicht die Google Promo-Videos das Warten, die wir Ihnen natürlich auch nicht vorenthalten wollen:

 

Aufmacherbild: Colorful Sweet Lollipop For Children von Shutterstock / Urheberrecht: Radu Bercan

Geschrieben von
Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser
Content-Stratege, IT-Redakteur, Storyteller – als Online-Teamlead bei S&S Media ist Hartmut Schlosser immer auf der Suche nach der Geschichte hinter der News. SEO und KPIs isst er zum Frühstück. Satt machen ihn kreative Aktionen, die den Leser bewegen. @hschlosser
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