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Android-4-UI-Design für alle

Wenn man allerdings auch in Android-2.x-Anwendungen nicht auf das UI-Design-Pattern ActionBar verzichten möchte, muss man notgedrungen andere Wege gehen. Entweder implementiert man sich die Funktionalität der ActionBar selbst nach – eine gute Ausgangsbasis hierfür bietet die Klasse ActionBarHelperBase im Beispiel ActionBarCompat des Android SDKs – oder greift auf eine weitere Library zu: ActionBarSherlock 4.1.

Cross-Version ActionBar

Anders als bei der bereits beschriebenen Android Support Library stellt ActionBarSherlock [5] das ActionBar-Design-Pattern auch auf Endgeräten zur Verfügung, die unter Android-Versionen laufen, die älter sind als Version 3. Die Verwendung der zugehörigen Sherlock Library, die auf der oben beschriebenen Support Library aufbaut, ist denkbar einfach: Anstelle der Android-eigenen Activity- und Fragment-Klassen verwendet man innerhalb einer Sherlock-Anwendung spezielle Varianten (z. B. SherlockActivity, SherlockFragmentActivity etc.), die von der Library zur Verfügung gestellt werden.

Alle weiteren Calls, das heißt, die zu verwendenden APIs bzw. Klassen, entsprechen nahezu eins zu eins ihren Android-3- bzw. 4-Pendants. Hier besteht übrigens auch das größte Potenzial für „Programmierfehler“. Es sollte also tunlichst darauf geachtet werden, dass die zu verwendenden Klassen, wie im unten aufgeführten Beispiel, aus den richtigen – also den com.actionbarsherlock.* – Packages stammen. Ansonsten sind Überraschungen zur Laufzeit vorprogrammiert:

com.actionbarsherlock.app.ActionBar
com.actionbarsherlock.view.Menu
com.actionbarsherlock.view.MenuItem
com.actionbarsherlock.view.MenuInflater

Möchte man als Entwickler direkten Zugriff auf die durch ActionBarSherlock verwaltete ActionBar erhalten, kann dies mithilfe von getSupportActionBar()– anstelle von getActionBar()– erreicht werden. Natürlich liefert die Sherlock Library auch ein eigenes Theming, damit die ActionBar auf allen Android-Versionen das gleiche Look and Feel mit sich bringt. Auch in diesem Bereich orientiert sich Sherlock – mit einigen wenigen gut dokumentierten Ausnahmen – direkt an den Vorgaben von Android 4.

Fazit

Mit den UI-Design-Guidelines, ist dem Android-Team ein erster, positiver Schritt in Richtung UX-Vereinheitlichung gelungen. Damit auch Endgeräte mit Android-Versionen unter 3 in den Genuss dieser Vorzüge kommen können, wurden einige der wichtigsten Android-3- bzw. -4-Features in Form einer Support Library abwärtskompatibel – bis Version 1.6 – zur Verfügung gestellt. Diese Library dient wiederum als Basis für weitere Third Party Libraries wie ActionBarSherlock. Mit der Bereitstellung der Support Library trägt Android der nach wie vor existierenden Fragmentierung am Markt Rechnung.

Der Vorteil einer vereinheitlichten UX liegt klar auf der Hand: Der Nutzer einer Anwendung weiß von Anfang an, was ihn erwartet und wie er die Anwendung zu bedienen hat. Dass ein solcher Schritt durchaus sinnvoll sein kann, hat Apple bereits vor einigen Jahren eindrucksvoll bewiesen.

Lars Röwekamp ist Geschäftsführer der open knowledge GmbH und berät seit mehr als zehn Jahren Kunden in internationalen Projekten rund um das Thema Enterprise Computing (Twitter: @mobileLarson).

Arne Limburg ist Softwarearchitekt bei der open knowledge GmbH in Oldenburg. Er verfügt über langjährige Erfahrung als Entwickler, Architekt und Consultant im Java-Umfeld und ist auch seit der ersten Stunde im Android-Umfeld aktiv.

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