Amazon Web Services stellen alle Mitbewerber in den Schatten

Astrid Spier

Alle ein bis zwei Jahre veröffentlicht die Analysefirma Gartner Magic Quadrants, die als serielle Forschungsberichte eine qualitative Einschätzung des Marktes bieten und von hoher Bedeutung für die bewerteten Unternehmen sind. Dies gilt auch für Amazon, die mit den aktuellen Ergebnissen der Analyse der führenden Cloud-Systeme durchaus zufrieden sein dürften, stellte doch das Unternehmen alle Mitbewerber mit großem Abstand in den Schatten.

Die analytische Bewertung der Unternehmen durch Gartner basiert dabei auf den zwei Hauptkriterien der ganzheitlichen Visionskraft (Completeness of Vision), die Weitblick, Marktverständnis und Verkaufsstrategie umfasst, und auf ihrer Umsetzungsfähigkeit (Ability to Execute). Gemäß der jeweiligen Leistungsstärke eines Konzerns, die sich auf die Fähigkeit zur Umsetzung dieser Kriterien stützt, erfolgt eine Einstufung in die vier Quadranten Leader, Challenger, Visionaries und Niche Players. Leader zeichnen sich durch hohe Werte in beiden Kategorien aus und dementsprechend handelt es sich hier in der Regel um große Unternehmen, die schon über ein entsprechendes Maß an Markterfahrung verfügen. Challengers hingegen zeichnen sich durch ein hohes Geschick in der Umsetzung (Ability to Execute) aus, allerdings bieten sie nur in Ausnahmefällen eine vergleichbar umfassende Angebotspalette an wie die Leader, wodurch ihr Wert in der Kategorie „Completeness of Vision“ niedriger ausfällt. Zu den Challengers zählen somit große Firmen, die nicht maßgeblich in die Zukunftsplanung der entsprechenden Branchen eingreifen. Bei den Visionaries verhält es sich genau umgekehrt und die Niche Players schließlich bleiben in beiden Kategorien nur im unteren Bereich der Möglichkeiten. 

Veranschaulicht wird das Ergebnis anschließend in einem Diagramm, in dem die Leader in der oberen rechten Ecke und die Niche Players unten links angesiedelt werden.

Am Montag veröffentlichte Gartner nun einen aktuellen Marktforschungsbericht, in dem sich Amazon eindeutig vor die Konkurrenz von CSC platzieren konnte. Auch Microsoft und Rackspace finden sich nur im Mittelfeld wieder, während IBM am Ende des Rankings als Niche Player aufgeführt wird. Dies verdeutlicht noch einmal mehr, wie schwer es alteingesessenen Unternehmen mitunter fällt, auf den aktuellen Trend mit entsprechenden Angeboten zu reagieren. 

Bemerkenswert ist hingegen, wie sehr die Amazon Web Services (AWS) die Konkurrenz dominierten. Dem Report zufolge verfügt AWS über eine fünfmal größere Rechnerkapazität als die übrigen vierzehn Wettbewerber in dem Magic Quadrant zusammengenommen. Daher eignet sich der Dienst vor allem für Arbeitsvorgänge, die kurzfristig die Leitung mehrerer hundert Server zeitgleich benötigten. Interessant ist auch, dass die kumulativen Investitionen Amazons deutlich unter den Ausgaben Googles und Microsofts liegen.

Nichtsdestotrotz sagen die Experten für den nächsten Bewertungszeitraum ein deutlich engeres Feld mit einem wesentlich verstärkten Wettbewerb voraus. Mit Hinblick auf Microsofts Engagement im Cloud-Bereich könnte das Unternehmen im nächsten Jahr sicherlich ein paar Punkte gut machen, doch auch IBM könnte durch die Integration von SoftLayer sein Ergebnis verbessern. 

 

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Astrid Spier
Astrid Spier
Astrid Spier arbeitet seit Juli 2012 als Redaktionsassistentin bei S&S Media. Im Mai 2011 hat sie ihren Master in Germanistik in den Vereinigten Staaten erhalten. Durch die enge Verbindung von Journalismus und Germanistik hat sie in den USA journalistische Erfahrungen sammeln können und Artikel zur interkulturellen Verständigung für den Blog der Universität geschrieben. Im März 2013 hat sie ihr Staatsexamen mit den Fächern Englisch und Deutsch in Mainz abgeschlossen.
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