Amazon Web Services (AWS) on Tour

Claudia Fröhling

Der Cloud Anbieter AWS rief dieses Jahr gleich dreimal zum AWS Summit 2011 auf: eintägige Konferenzen zum Thema Cloudcomputing mit AWS in New York, London und San Francisco. Alle drei Termine fanden im Juni statt. In London fanden laut Veranstalter über 700 Teilnehmer den Weg zum „The Queen Elizabeth II Conference
Centre“ mit Blick auf die Westminster Abbey. Laut Veranstalter waren es Teilnehmer aus verschiedenen Industriebereichen, vom Startup bis zu Großunternehmen. Die Konferenz wurde durch die Keynote „State of the Cloud“ von Werner Vogels, Amazon CTO eröffnet. Die Teilnehmer konnten einen Blick auf Wachstumsraten, Anzahl eingeführter Dienste in der Vergangenheit und aktuelle Neuigkeiten werfen.

Each day AWS adds the equivalent server capacity to power Amazon when it was a global, $2.76B enterprise (circa 2000)
Werner Vogels, Amazon CTO

Abgeschlossen wurde der Vormittag durch ausgewählte Kundenpräsentationen. Immer wieder wurden Zuverlässigkeit, Kostenersparnis und die Flexibilität der Cloud angepriesen, allerdings diesmal untermauert durch Erfahrungsberichte, die zum Teil
sehr humorvoll vorgetragen wurden. Offensichtlich ist der Ausfall einiger Dienste im April nach wie vor großes Thema bei den Teilnehmern, so wurden in dem abschliessenden Q&A Panel hauptsächlich die Themen Sicherheit und Ausfallsicherheit
angesprochen.

Zu den weiteren Themen des Tages gehörten eine Einführung in die Cloud-Dienste von AWS und ein Vortrag zum Thema AWS
Solution Provider. Am Nachmittag wurden drei parallele Tracks angeboten, mit einem Mix aus Einführungen und Voträgen für Solution Providers. Die Unterlagen und auch teilweise Video-Aufzeichnungen sind hier zur Verfügung gestellt worden.
In den einzelnen Vorträgen wurden fast alle Dienste aus dem AWS Portfolio angesprochen, beispielsweise welche Möglichkeiten der Datenspeicherung angeboten werden, Datenbanken und Hochverfügbarkeit. Aber auch Infrastruktur und Architekturfragen wurden beantwortet: wie werden ausfallsichere Anwendungen aufgesetzt, welche Sicherheitsmechanismen kennt die AWS Cloud, wie optimieren ich meine Anwendungen in Bezug auf Kosten und Leistung. Nicht die Anzahl der Teilnehmer in den einführenden Tracks sondern die Anzahl der Teilnehmer, die sich für weiterführende Themen entschieden hatten, war beindruckend. Ebenso die Tatsache, dass viele Meldungen auf Twitter mehr Details und mehr Tiefe
forderten.

Am Ende des Nachmittags war dann die Keynote von Jon Jenkins an der Reihe: „How Amazon migrated to AWS“. Offensichtlich wusste kaum einer der Teilnehmer, dass die Amazon AWS Dienste unabhängig und nicht für Amazon.com gegründet wurden. In seinem
Vortrag hat Jon Jenkins in die nicht all zu ferne Vergangenheit der Amazon.com IT-Infrastruktur blicken lassen. Beginnend mit dem ersten Server unter dem Schreibtisch auf dem alles lief, die ersten Gehversuche mit Amazon AWS S3 (AWS Speicherdienst)
und abschließend die Migration auf AWS EC2 (virtuelle Rechner in der Cloud). In einer recht humorvollen Art wurden technische Bedingungen, Probleme und wirtschaftliche Aspekte der Migration vorgestellt.

Mit Bier und Wein hatten die Teilnehmer im Anschluss noch die Gelegenheit mit den Speakern, Herstellern und untereinander ins Gespräch zu kommen. Sicherlich wurden nicht alle Themen angesprochen, und schon gar nicht mit dem
Tiefgang, den sich viele gewünscht hatten. Aber was zählt ist die Botschaft – und wo andere bei der Definition von Cloud stottern spricht Amazon deutliche Zahlen: exponentielles Wachstum und kein Ende in Sicht. Letztendlich hat das AWS Team deutlich gezeigt, dass Cloud kein „Hype“ und schon gar nicht ein Online-Bildbearbeitungstool für misslungene Familienbilder ist.

Dipl.-Wing. (TH) Papick G. Taboada ist Softwarearchitekt mit langjähriger Erfahrung. Seine Schwerpunkte liegen auf der Architektur von Java-EE-Anwendungen, agiler Softwareentwicklung und dem Einsatz von Open-Source-Technologien.

Geschrieben von
Claudia Fröhling
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