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Interview mit Dr. Adam Giemza & Marek Wester

„Alexa Skills sind die neuen Apps“

Hartmut Schlosser

Dr Adam Giemza & Marek Wester

Mobil war gestern, heute braucht jeder einen Alexa-Skill. So ungefähr könnte die Flut von Skills im Store von Amazon erklärt werden. Im Interview zur W-JAX 2017 in München sprechen Dr. Adam Giemza und Mark Wester von der Schenker AG darüber, wie Alexa Skills auch für Unternehmen interessant sein können und welche Technologie-Kenntnisse nötig sind, um selbst Alexa Skills zu entwickeln.

JAXenter: Alexa Skills erfreuen sich steigender Beliebtheit – und das nicht nur im privaten Umfeld. Weshalb sind Alexa Skills auch für Unternehmen interessant?

Dr. Adam Giemza & Marek Wester: Die Alexa-Plattform öffnet die Möglichkeit, mit vergleichsweise sehr kleinem Aufwand Anwendungen zu erstellen, mit denen der Benutzer mittels natürlicher Sprache interagieren kann. Bis vor Kurzem war das mit sehr viel Aufwand verbunden und hat sich wirtschaftlich nicht gerechnet. Jetzt ist es jedoch einfach, ein weiteres Interface zur Interaktion mit den Unternehmensdaten zu erstellen. Da sich der Echo aktuell gut verkauft, ist dieser Kanal auch sehr attraktiv.

JAXenter: Könnt ihr einmal einen Beispiel-Skill beschreiben, der auch im Unternehmenskontext sinnvoll ist?

Früher brauchte jeder eine mobile App, heute braucht jeder einen Skill

Dr. Adam Giemza & Marek Wester: Ganz natürlich und praktisch im Vorbeigehen kann beispielsweise der Status der letzten Sendung geprüft werden. Auch unternehmensintern sind interessante Anwendungen denkbar, wie z.B. das Abfragen, ob der Konferenzraum in dem man sich befindet für die nächsten 30 Minuten noch frei ist. Auch KPI-Dashboards lassen sich sinnvoll mit einem Skill ergänzen, sodass schnell vor einem Meeting noch die aktuellen Verkaufszahlen geprüft werden können, während man sich noch die Krawatte richtet.

JAXenter: Wie entwickelt man nun seinen eigenen Skill? Welche Schritte bzw. Technologiekenntnisse sind dabei nötig?

Dr. Adam Giemza & Marek Wester: Ein Skill lässt sich sehr einfach entwickeln. Während unseres Talks auf der W-JAX 2017 haben wir das demonstrieren können und einen Skill entwickelt, der Preise für Transporte ausrechnet. Zum einen müssen einige wenige Konfigurationen im Webinterface vom AWS vorgenommen werden. Dann muss ein Dialogmodell konfiguriert werden und zuletzt muss man die Logik implementieren. Dafür können im Grunde beliebige Programmiersprachen genutzt werden, da die Alexa-Plattform über ein JSON-Protokoll mit dem jeweiligen Skill kommuniziert. Es gibt unter anderem für Java und Node.js gute Bibliotheken, die das Protokoll abstrahieren und die Entwicklung stark vereinfachen.

JAXenter: In eurem Talk auf der W-JAX habt ihr die Entwicklung von Skills in Java auf der Basis von AWS Lambda gezeigt. Weshalb Java & AWS Lambda? Welche Vorteile und Nachteile hat diese Kombination in Bezug auf Alexa Skills?

Alexa Skills entwickeln kann jeder lernen und es macht sehr viel Spaß.

Dr. Adam Giemza & Marek Wester: Java ist aus unserer Sicht die beste Sprache, um größere Anwendungen zu entwickeln. AWS Lambda ermöglicht es, sehr kostengünstig Anwendungen zu betreiben, da nur die genutzte Rechenzeit bezahlt werden muss. Da nicht jeder Skill gleich ein Welterfolg wird, bleiben die jährlichen Kosten oft im Cent-Bereich. Ein Nachteil ist, dass die von AWS angebotene Java-Library gerade anfangs nicht alle Features implementiert hatte, die die Alexa-Plattform angeboten hat. Da war stellenweise noch Handarbeit nötig.

JAXenter: Was ist die Kernbotschaft eurer Session, die jeder Teilnehmer mit nach Hause nehmen sollte?

Dr. Adam Giemza & Marek Wester: Skills sind die neuen Apps. So wie anfangs jeder eine mobile App haben musste, so braucht auch jeder einen eigenen Skill – dieser Trend lässt sich aktuell bei Alexa Skills beobachten. Dabei ist der Einstieg ähnlich einfach und daher lautet unsere Kernbotschaft: Skills entwickeln kann jeder lernen und es macht sehr viel Spaß.

Dr. Adam Giemza arbeitet bei der Schenker AG und entwickelt dort Java-basierte Webanwendungen und mobile Anwendungen auf Basis der Android-Plattform und mit hybriden Frameworks wie Ionic. Zusätzlich ist er als Dozent tätig und unterstützt bei Vorlesungen und Übungen an der Hochschule Ruhr-West.

 

Marek Wester arbeitet bei der Schenker AG und beschäftigt sich mit der Entwicklung von Webportalen auf Basis von AngularJS, Java-basierten Backend-Technologien und verantwortet mobile Entwicklung auf verschiedenen Plattformen. Das Entwickeln von Anwendungen für tragbare Geräte begeistert ihn schon seit Palm OS 3.1. Seitdem hat er für alle wichtigen Plattformen entwickelt.
Geschrieben von
Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser ist Redakteur und Online-Koordinator bei Software & Support Media. Seine Spezialgebiete liegen bei Java-Enterprise-Technologien, JavaFX, Eclipse und DevOps. Vor seiner Tätigkeit bei S & S Media studierte er Musik, Informatik, französische Philologie und Ethnologie.
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