Zum Gewinn des JAX Innovation Awards 2015

Akka-Schöpfer Jonas Bonér: “Open Source macht all dies möglich”

Coman Hamilton

© Akka

Der JAX-Award-Preisträger und Akka-Gründer Jonas Bonér spricht über die Erfolgsgeschichte des JVM-Toolkits und erklärt, warum Open Source den Grund für seine Existenz darstellt.

Der diesjährige JAX Award in der Kategorie „Most Innovative Open Technology“ ging an das Framework Akka  und damit auch an dessen hoch engagierte Community. Wie der Kopf hinter Akka, Jonas Bonér, uns erzählte, wäre das JVM-Toolkit ohne deren Mitwirkung nicht möglich gewesen.

JAXenter: Herzlichen Glückwunsch zum Gewinn des JAX Innovation Award! Wie fühlt sich das an?

Jonas Bonér: Ich fühle mich sehr glücklich und geehrt. Im Namen des Akka-Teams möchte ich jedem danken, der für Akka gestimmt hat. Wir sind sehr dankbar, eine derart tolle, leidenschaftliche, engagierte und positive Community um uns zu haben. Akka wäre ohne euch nichts. Ich danke euch!

Wieso glaubst du haben hunderte von Entwicklern Akka zur innovativsten Technologie des Jahres gewählt?

Jonas Bonér: Ich glaube, der Grund dafür ist, dass Akka sowohl die praxisrelevanten Schwachstellen in heutigen Systemen angeht, als auch die Grenzen und die Inovation der Branche erweitert bzw. vorantreibt.

Akka macht Dinge leicht, die zuvor sehr schwer waren, wodurch man in die Lage versetzt wird Dinge zu tun, die man sich zuvor nicht getraut hätte. Ein Satz, den ich häufig zu hören bekomme, lautet, dass mit seiner Hilfe „das Programmieren wieder Spaß macht“.

Kannst du uns etwas über die Entstehungsgeschichte von Akka erzählen? Hat sich seit dem Launch etwas am ursprünglichen Ziel geändert?

Jonas Bonér: Die Geschichte von Akka ist in dem Blogpost, den ich im vergangenen Jahr zum 5-jährigen Jubiläum geschrieben habe, ganz gut abgedeckt. In den vergangenen 6 Jahren wurde Akka mehrmals umgeschrieben, aber ich glaube wir es haben es geschafft, der ursprünglichen Version, die im Frühjahr 2009 auf der Scala-Mailingliste ihren Anfang nahm, überraschend treu zu bleiben. Erste Überlegungen zu Akka stellte ich 2008 an, die Gründe hierfür waren die Enttäuschung und Frustration über die Art und Weise, wie wir resiliente und skalierbare Systeme auf der JVM schrieben.

Share-Nothing-Architektur und auf Resilienz abzielendes Design

Ich hatte Jahre damit zugebracht, traditionelle Middleware-Produkte und OSS-Frameworks, Tools und Techniken zu nutzen und zu bauen – und sie funktionierten einfach nicht so gut. Als Folge davon verlor ich nicht nur den Glauben an unser Handwerkszeug, sondern auch den an die Praktiken und Prinzipien, auf denen es beruhte. Das führte mich auf eine Reise, in deren Rahmen ich alternative Ansätze und Denkweisen ausprobierte. Sie führte mich auch in die Vergangenheit, wo ich unter anderem auf Erlang stieß, was mich dazu brachte, Share-Nothing-Architekturen sowie ein auf Resilienz abzielendes Design zu verstehen und anzunehmen.

Als ich zu Java zurückkam hatte ich realisiert, dass nicht nur der Großteil meiner eigenen Arbeit, sondern auch die Herangehensweise der „Java Enterprise“-Branche an verteilte Systeme, die Nebenläufigkeit sowie an State- und Failure-Management grundlegende Mängel aufwies. Als der OSS-Entwickler der ich war entschied ich mich dafür, etwas neues auszuprobieren und begann meine Arbeit an Akka. Das erste öffentliche Release erfolgte Mitte 2009 und im nu etablierte sich rund um das Projekt eine leidenschaftliche Community, die seither ein Eigenleben führt.

Was ist dein Lieblingsaspekt von Akka?

Jonas Bonér: Ich glaube Akkas größter Beitrag zum JVM-Ökosystem ist seine Herangehensweise an das Failure-Management. Akka ermöglicht es Entwicklern, ihren Entwurf auf Ausfälle auszurichten; Ausfälle isoliert zu handhaben (das sogenannte „bulkheading„), ohne sich darüber Sorgen machen zu müssen, das diese über die gesamte Anwendung kaskadieren.

Da es Abstand von Javas kaputtem Synchronous Exception Model nimmt, ermöglicht Akka es einem, die Fehler als Nachrichten zu reifizieren, die asynchron an jeden Interessierten geschickt werden können, anstatt sie nur dem User ins Gesicht zu klatschen und gleichzeitig den gesamten Call-Stack mit runterzureissen. Vor diesem Hintergrund ist mein Lieblingsaspekt von Akka sein am meisten unterschätztes Feature: Location Transparency.

Welchen Vorteil hat Akka der Umstand, das es Open Source ist, gebracht?

Jonas Bonér: Dadurch wurde Akka erst möglich. Ich glaube, ohne seine fantastische Community hätte Akka niemals diesen Grad der Reife, der Innovation und des Erfolgs erreicht. Leidenschaftliche Entwickler tragen Code und Ideen bei, überprüfen Pull Requests und machen das Projekt auf Konferenzen und an ihrem Arbeitsplatz bekannter. All das wird durch Open Source ermöglicht.

Es bringt Menschen dazu, sich zu engagieren, reisst Mauern nieder und ruft Plattformen ins Leben, die einen Grad der Zusammenarbeit, der Kreativität und des Forscherdrangs ermöglichen, der hinter verschlossenen Türen niemals erreichbar wäre.

“Open Source is driven by real need and pain points”

Im Gegensatz zum traditionellen „design by committee“, bei dem die Anbieter eine Agenda vorgeben und Spezifikationen auf Whiteboards festgehalten werden, wird Open Source von dem Bestreben vorangetrieben, echte Nöte und Schwachstellen, praktische Probleme im hier und jetzt zu lösen eine ganz und gar andere Art der Innovationsförderung. Die Aspekte der Offenheit und der Zusammenarbeit führen zu einer Härte, die dafür sorgt, das schon sehr früh nur die besten Ideen, Lösungen und Implementierungen überleben.

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Geschrieben von
Coman Hamilton

Before becoming Editor of JAXenter.com (S&S Media Group), Coman completed an M.A. in Cultural Studies and wrote for numerous websites and magazines, as well as several ad agencies. // Want to submit a story? Get me at coman[AT]jaxenter.com or linkedin.com/in/comanhamilton

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