Nachhaltigkeit ist Trumpf

Mission Agiler Mainframe-Betrieb: Langfristiger Nutzen und schnellere Innovationen

Thomas Keisel

© Shutterstock / Peshkova

IT-Teams stehen unter Druck, Software-Innovationen schneller, effizienter und in höherer Qualität zu liefern. Das gilt auch für Anwendungsentwicklungen auf dem Mainframe. In einer aktuellen Umfrage* gaben 47 Prozent der Entscheider in Unternehmen an, dass immer mehr geschäftskritische Anwendungen auf dem Mainframe laufen. Sie planen, die Häufigkeit der Bereitstellung neuer Mainframe-Anwendungen um durchschnittlich 41 Prozent zu erhöhen. Wie gelingt es, diese Anforderung zu erfüllen?

Mainframe-Entwickler sind heute für den Geschäftserfolg wichtiger denn je. Um bei der Innovation bestehender Kernsysteme und der Bereitstellung neuer digitaler Dienste herausragende Leistungen zu erbringen, benötigen sie eine optimale Arbeitsumgebung. Das strategische Ziel ist deshalb die kontinuierliche Verbesserung von Geschwindigkeit, Qualität und Effizienz der Software-Bereitstellung auf der Mainframe-Plattform. Laut der Umfrage haben die Unternehmen auf dem Weg zum agilen Mainframe bereits DevOps (52%) und agile Methoden (42%) eingeführt. Doch es ist noch ein weiter Weg, bis DevOps und agile Methoden auf diesem System so verbreitet sind, wie es die heutige digitale Wirtschaft erfordert.

So wird der Mainframe für die Zukunft flott

Wichtige Schritte hin zum agilen Mainframe-Betrieb sind:

Automatisierte Tests einführen

Automatisierte Unit-Tests auf allen Plattformen bilden eine Grundvoraussetzung für höhere Agilität. Durch häufiges Testen kleiner Codeschritte können Entwickler schnell und kontinuierlich beurteilen, ob ihre aktuelle Arbeit mit den unmittelbaren Teamzielen übereinstimmt.

Eine besonders effektive Methode, um die Übernahme von Best Practices für Komponententests in Entwicklungsteams zu beschleunigen, besteht darin, den Prozentsatz des Codes zu überwachen, der automatisiert getestet wurde. Durch die Kombination automatisierter Komponententests mit Kennzahlen zur Codeabdeckung erhöht sich das Vertrauen der Entwickler, dass sie inkrementelle Änderungen an geschäftskritischen Anwendungen vornehmen können, ohne die Qualität zu gefährden. Es ist auch wichtig, durch geeignete Kontrollen sicherzustellen, dass Unit-Tests erfolgreich vor der Code-Weiterleitung abgeschlossen werden. Erst nach Ende der Unit-Test-Phase wird die Funktionstest-Phase eingeleitet. Diese soll bestätigen, dass die Implementierung gemäß den Anforderungen funktioniert. Danach folgen Integrationstests, die zeigen, ob die Zusammenarbeit zwischen zwei oder mehr Programmen wie erwartet funktioniert.

Entwickler aller Kenntnisstufen befähigen

Beim Übergang von Wasserfall- zu Agile-Lieferzyklen reduzieren kontinuierliche Qualitätskontrollen die Kosten und verhindern, dass selbst relativ kleine Fehler Anwendungs-Updates beeinträchtigen. Eine neue Generation von Entwicklern mit weniger Mainframe-Erfahrung muss dazu mit kontinuierlichen Qualitätskontrollen und Rückmeldungen unterstützt werden, die über automatisierte Komponententests hinausgehen.

Mit den richtigen Tools und Prozessen für die Qualitätskontrolle können Unternehmen mehr als nur einzelne Probleme erkennen und beheben. So lassen sich beispielsweise auch KPIs (Key Performance Indizes) erfassen, die einen klaren Überblick über die Qualitätsmetriken von Einzelpersonen, Teams und Projekten geben.

„Shift left“ spürt Probleme frühzeitig auf

Im Mainframe-Betrieb bedeutet „Shift left“, dass Teams für Entwicklung, Tests/Qualitätssicherung und Betrieb zusammenarbeiten, um mögliche Probleme bei neuem Code so früh wie möglich zu ermitteln und zu beheben. Dabei wird intensiv nach funktionalen Fehlern und Anzeichen für beeinträchtigte Performance von Applikationen gesucht.

Das ultimative Ziel dieser Verlagerung nach links lautet DevOps. Denn je früher man ein Problem findet und behebt, umso weniger kostet es. Außerdem spart eine erfolgreiche Shift-left-Strategie auch Zeit. Das trifft insbesondere dann zu, wenn man sämtlichen voneinander abhängigen Code sowie alle betroffenen Aufrufe und Deployments überprüfen muss, um etwaige Folgeprobleme zu beheben.

Kontinuierliche Integration und Bereitstellung (CI/CD)

Herkömmliche Source-Code-Management (SCM)-Umgebungen sind für die Entwicklung nach dem Wasserfall-Prinzip konzipiert und daher nicht in der Lage, wichtige agile Funktionen bereitzustellen. Dazu gehören die parallele Entwicklung verschiedener User-Storys, das schnelle Vergleichen und Zusammenführen verschiedener Versionen sowie die bedingte Weiterleitung von Code.

Um Agile und DevOps auf dem Mainframe zu aktivieren, muss ein SCM mehr als nur Automatisierung, Transparenz und regelbasierte Workflows für den Software-Entwicklungs-Lebenszyklus (SDLC) liefern. Möglicherweise verwenden die Entwicklungs-, Test- und Betriebsteams eine Kombination aus Jenkins, XebiaLabs, Slack, CloudBees oder anderen Tools. Dafür muss man in der Lage sein, Daten problemlos zwischen diesen Tools zu verschieben sowie automatisierte Aktionen, Nachrichten und Warnungen auszulösen.

Über die agile Entwicklung hinaus sollte die Bereitstellung des neuen Codes in allen Zielumgebungen hoch synchronisiert, automatisiert und koordiniert erfolgen. Es geht darum, alle Bereitstellungsprobleme schnell und genau zu bestimmen. Nur dann lassen sich sofort Korrekturmaßnahmen ergreifen. Falls das keine Abhilfe schafft, muss die IT schnell und automatisch auf die vorherige Arbeitsversion der Anwendung zurückgreifen können.

Plattformübergreifende, parallele Zusammenarbeit

Für Unternehmen ist jetzt der Zeitpunkt, Entwicklung und Betrieb von Mainframe-Anwendungen auf agile Methoden umzustellen. Denn kein Unternehmen kann es sich heute noch leisten, seine Mainframe-Umgebung in Silos zu verwalten. Der Mainframe wird damit zu einer Plattform, die schnell angepasst werden kann – unabhängig davon, welche Personalressourcen dafür zur Verfügung stehen. Seine Vorteile wie hohe Skalierbarkeit, Zuverlässigkeit, Leistungsstärke und Sicherheit bei niedrigen Kosten zeichnen den Mainframe dabei weiterhin aus.

* Die Untersuchung basiert auf einer globalen Umfrage unter 400 leitenden IT-Führungskräften, die für die Anwendungsentwicklung in Mainframe-Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern verantwortlich sind. Sie wurde von Vanson Bourne im Auftrag von Compuware durchgeführt.

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Geschrieben von
Thomas Keisel

Thomas Keisel ist Vice President Central Europe, Eastern Europe bei Compuware.

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