Interview mit Java-Champion Adam Bien

Adam Bien im Gespräch: "JavaFX 2 fühlt sich deutlich schneller an"

JavaFX 2.0 soll zu einer führenden Plattform für die Entwicklung von Rich Internet Applications werden – so steht es in der von Oracle vorgelegten JavaFX-Roadmap. Eine Early-Access-Version ist nun an ausgewählte Entwickler gegangen. Adam Bien gehört dazu – und berichtet über seine ersten Eindrücke.

JAXenter: JavaFX 2.0 steht in einer Early-Access-Version zur Verfügung. Wichtigste Neuerung ist sicherlich, dass JavaFX über APIs von Java aus zugänglich ist – ohne JavaFX Script verwenden zu müssen. Wie gut funktionieren die neuen APIs bereits?

Adam Bien: JavaFX 2 ist noch nicht öffentlich zugänglich und funktioniert dennoch ziemlich gut. Insbesondere die Installation ist beeindruckend – entzippen und zum Starten eines Beispiels auf ein JAR doppelklicken. Für die Kompilierung einer Anwendung reicht die Einbindung einer einzigen JAR Datei. Die vorhandenen APIs funktionieren ziemlich gut.

JavaFX goes Scala

Wer mehr über die Möglichkeiten des neuen JavaFX 2.0 lernen möchte, sollte sich die Session „JavaFX goes Scala“ auf der JAX 2011 nicht entgehen lassen. Andreas Schosser führt die Interoperabilität von JavaFX mit Scala und klassischem Java-Code vor. Spannend!

JAXenter: Vermisst du JavaFX Script mit seinem syntaktischen Zucker – z.B. Binding, Objekt Literale, funktionale Programmierelemente – gar nicht?

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Adam Bien: Doch – ich mag Java FX Script. Es ist eine sehr kompakte, funktionale Sprache – eine UI DSL. Java FX Script wurde als eine Sun-Erfindung oft kritisiert und wird deswegen von Oracle nicht mehr weiter unterstützt. Als ein Open-Source-Projekt „Visage“ lebt es dennoch weiter. JavaFX 2.0 könnte als einen Java Backport gesehen werden und enthält alle JavaFX Script Features. Da es sich hier um Java handelt, sind z.B. Getter / Setter und manuelles Binding nicht vermeidbar. Noch ist aber nichts verloren – man könnte immer noch auf der Grundlage der JavaFX2 APIs eine DSL entwickeln.

JAXenter: Welche neuen Features bietet JavaFX 2.0 in der vorliegenden Version sonst noch?

Adam Bien: CSS Skinning, einen integrierten Web Browser (WebEngine), Tabellen, besseren JSON Support und so weiter.

JAXenter: Was funktioniert aus deiner Sicht gut, was noch nicht so gut?

Adam Bien: JavaFX 2 fühlt sich deutlich schneller an und ist einfacher zum entwickeln. Es werden keine speziellen Werkzeuge zu diesem Zweck benötigt – es ist im wesentlichen eine Java Library. Ich hatte kleinere Anwendungen entwickelt – und es hat ziemlich gut funktioniert. Verbesserungspotentiale gibt es immer. Ich hatte einige Feature-Requests eingestellt und bisher nur einen Bug gefunden.

JAXenter: JavaFX hat ja eine starke Konkurrenz – von Silverlight bis zu Adobe Flex. Glaubst du, dass JavaFX 2.0 in absehbarer Zeit da mithalten kann? Oder anders gefragt: Wird es mit JavaFX 2.0 gelingen, Java als Client-Technologie wieder populärer zu machen?

Adam Bien: Die Frage ist nicht, ob JavaFX 2 mithalten kann, sondern ob es gut genug ist. Polyglot-Programmierung in Projekten ist zwar spannend, Monoglot ist aber einfacher, und man schläft auch ruhiger :-).

JavaFX 2 ist Java und lässt sich somit ohne Probleme in die bestehende Java-Build-Infrastruktur einbinden. Man braucht für die Einbindung in das Java-Ecosystem keine externen Libraries, Protokolle oder Frameworks.
JavaFX ist deswegen auch insbesondere für „Enterprise-Projekte“ sehr spannend.

JDK 1.7 steht auch schon vor der Tür – mal sehen was passiert…

JAXenter: Vielen Dank für deine Einschätzung!

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