Abenteuer M2M: Programmierkunst zum Anfassen auf dem Embedded Experience Day

Für alle Sinne und jede Altersgruppe

Die Kreativität der anderen Projekte, die in den Sessions des Embedded Experience Day präsentiert wurden, sorgte ebenfalls für Staunen, Neugier und jede Menge interessanter Fragen: Java-Magazin-Autor Bernhard Löwenstein, der sich dem Konferenz-Planungsteam gegenüber einmal en passant als Fan von Lego-Mindstorms-NXT-Robotern geoutet hatte, erwies sich als wahrer Experte in Sachen IT-Pädagogik. Von der einfachen Roboter-Biene, deren Bewegungsabfolge durch wenige Kopfdrücke programmiert werden kann, über Mindstorms-Roboter, die sich mit grafischen APIs oder dem Java-API leJOS programmieren lassen, bis hin zum Weizenbier-Ausschank-Roboter mit perfektem Eingießwinkel war für alle Altersstufen etwas dabei.

Quadrokopter, immer ein besonderes Faszinosum auf IT-Konferenzen, waren die Protagonisten eines bis auf den letzten Platz besetzten Talks und einer nicht weniger gut besuchten Abend-Demo. Jürgen Sturm und Jakob Engel vom Lehrstuhl für Bildverarbeitung an der TU München, demonstrierten, wie sich mithilfe eines Open-Source-Toolkits Feature-basierte Navigation und Selbstlokalisation einer autonomen Parrot ARdrone, mit einem Kaufpreis von derzeit etwa 300 Euro das derzeit erschwinglichste Modell seiner Art, umsetzen lässt.

Jakob Engel: Quadrokopter-Demo

Thomas Eichstädt-Engelen und Kai Kreuzer zeigten, dass die Umsetzung des Internets der Dinge in den eigenen vier Wänden anfängt – und was ihre in Java geschriebene Heimautomationsplattform openHAB alles kann. Total vereinheitlichte Technologien wie ein gemeinsames Protokoll seien utopisch, so Eichstädt-Engelen. Eine Integrationsplattform wie openHAB hingegen könne helfen, die unterschiedlichen Komponenten auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen und mit einer einheitlichen Oberfläche anzusprechen. Der Technologiestack von openHAB setzt sich u. a. aus JavaSE 7, OSGi (Equinox), OSGi Declarative Services, EMF, Jetty, JAX-RS, und dem WebSocket-Framework Atmosphere zusammen.

Die Java-Frage

Auf einer Java-Konferenz durfte natürlich auch Embedded Java nicht fehlen: Terrence Barr (Oracle) erklärte in seinem Talk und an seinem Werkstatt-Tisch die Möglichkeiten von Oracles „Device to Datacenter“-Lösung und den Platz, den Java mit Blick auf die Vielzahl an vernetzten Geräten einnehmen könnte. JavaFX für Embedded Systems, von Oracle auf der JavaOne 2012 vorgestellt, thematisierte Gerrit Grunwald, der für’s Java Magazin 5.13 einen entsprechenden Artikel verfasst hat. Auf die Frage „Warum Java“? hatte er klare Antworten parat: die hervorragende Toolunterstützung, die weite Verbreitung (man denke an die 10 Millionen Entwickler), die Tatsache, dass es sich um eine reife und bewährte Technologie handelt und tausende Libraries. Was spricht also gegen Java als Zukunftstechnologie für den Embedded-Bereich, wenn man nicht gerade aus nostalgischen Gründen auf C besteht – von der Problematik der Legacy-Systeme einmal abgesehen?

Selbst die Quadrokopter-Experten, die gefragt wurden, weshalb sie vorwiegend in C++ und Python programmieren, schlossen die Verwendung von Java nicht generell aus. Andererseits muss man sich wohl eingestehen, dass es in derart komplexen Dingen wohl nicht die eine Technologie geben wird. Momentan sieht es jedenfalls so aus, als würde Java sich seinen Platz auf dem Embedded-Markt wohl mit zahlreichen älteren und jüngeren Verwandten und Freunden teilen müssen. Ob das stimmt, und ob geteilte Freude doppelte Freude ist, wird auf künftigen JAXen zu beobachten sein. Sicher ist: Es wird nicht der letzte Special Day dieser Art gewesen sein. Bis dahin versorgen wir Sie auf unseren Portalen weiterhin mit Lesestoff zu diesem spannenden Thema.

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