Boni sind nicht alles

9 Tipps gegen Stress und Erschöpfung im Entwickleralltag

Michael Thomas

© Shutterstock/Ingka D. Jiw

Dass es sich bei Programmierern in der Regel um begehrte Fachkräfte handelt, kann getrost als allgemein anerkannte Tatsache verbucht werden. Der ebenso bekannte Nachteil von Geld und guten Jobaussichten: Das Programmiererdasein entpuppt sich leider allzu oft als nahezu unerschöpfliche Stressquelle. Der Front-End-Entwickler und Blogger Tanvir Hasan hat einige praxisnahe Tipps zusammengestellt, die der scheinbar unvermeidlichen, produktivitätsfeindlichen und motivationstötenden Erschöpfung entgegenwirken können.

Phasen der Erschöpfung dürfte praktisch jeder Programmierer bereits einmal erlebt haben. Die Gründe hierfür sind vielfältiger Natur: So kann schon allein die alltägliche mentale Belastung zu ausgewachsenem Stress und (emotionalem) Burnout führen. Wenig förderlich, so Hasan, ist zudem der Umstand, dass die Entwicklertätigkeit (wie so viele andere moderne Berufe) überwiegend im Sitzen vonstatten geht, was negative Auswirkungen auf den allgemeinen Gesundheitszustand und den Stoffwechsel hat.

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Hinzu kommen die, je nach Arbeitsplatz, nur sporadischen sozialen Interaktionen von Angesicht zu Angesicht, eine gewisse Monotonie der Aufgaben sowie ein Verschleppen von belastenden Arbeitsproblemen bis ins Privatleben hinein. Wie geht man am besten mit diesen und anderen Risikofaktoren um? Hasan nennt 9 Tipps, die sich – entsprechende Disziplin vorausgesetzt – relativ problemlos in den Alltag integrieren lassen.

1. Körperliche Ertüchtigung

Sport führt bekanntlich zur Ausschüttung körpereigener Stoffe, die das Wohlbefinden erhöhen – Glückshormone und Co. sind das A und O. Wenn sonst keine Zeit und Motivation vorhanden ist, kann es mitunter schon ausreichen, den Aufzug gegen das Treppensteigen einzutauschen oder in den Mittagspausen kurze Spaziergänge zu unternehmen.

2. Kein Junkfood

Man muss nicht unbedingt Veganer werden oder einer esoterischen Ernährungsphilosophie anhängen. Doch eine möglichst ausgewogene Ernährung; regelmäßige und ausgewogene Mahlzeiten statt labbriger Sandwiches können kleine Wunder wirken. Generell gilt: Das Essen nicht vergessen!

3. Gesunder Schlaf

Der versammelten Programmiererschaft wird häufig noch das Klischee angehängt, sich überwiegend aus Nachteulen zusammenzusetzen. Sollte der Arbeitgeber keine flexiblen Arbeitszeitmodelle anbieten, stehen diese vor handfesten Problemen, denn fast alle Menschen benötigen 7 bis 9 Stunden Schlaf, um am nächsten Tag wirklich fit zu sein. Sollte man zu den Nachtschwärmern gehören, so bietet es sich zumindest an, Hasans Empfehlung zu folgen und spätestens eine Stunde vor dem Zubettgehen den Rechner herunterzufahren und somit zumindest etwas zur Ruhe zu kommen.

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4. Angemessener Arbeitsplatz

Um wirklich produktiv arbeiten zu können, müssen die Rahmenbedingungen stimmen. Angefangen bei der Tastatur, sind auch eine angemessene Sitzposition, ergonomische Büromöbel und ein guter Monitor gefragt – alles Dinge, an denen leider allzu oft gespart wird.

5. Große Arbeitsbelastung verringern

Hier bietet sich Hasan zufolge eine simple Grundregel der Programmierkunst an: Ein kompliziertes Problem in mehrere kleine, leichter zu lösende aufteilen.

6. Sperren lösen

Hat man sich bereits seit Tagen an einem kniffligen Problem festgefressen, so bietet es sich Hasan zufolge an, sich für eine Weile mit etwas anderem zu beschäftigen. Mitunter fällt einem auf diesem Weg die vormals so unerreichbar scheinende Lösung wie Schuppen von den Augen.

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7. Stille Einkehr

Zugegeben, es muss nicht gleich Meditation sein. Doch nimmt man sich jeden Tag nur eine Viertelstunde Zeit, in der man alles Belastende ausblendet, die Gedanken fließen lässt, so kann man gehörig Dampf ablassen.

8. Musik

Zwar haben einige Studien ergeben, dass man durch die passende Musik schneller in den Flow gerät. Doch, so Hasan, kann auch das Gegenteil der Fall sein: Für manche Menschen (den Schreiber dieser Zeilen eingeschlossen) ist Musik bei mentaler Tätigkeit schlichtweg extrem ablenkend. Daran anschließend: Versuchen Sie, sich ein möglichst störungsfreies Arbeitsumfeld zu schaffen!

9. Digitales Nomadenleben

Fernarbeit bringt sein ganz eigenes Repertoire an Vor- und Nachteilen mit sich. Allerdings, so Hasan, kann ein Wechsel des Arbeitsortes neue Perspektiven – und somit Lösungswege – eröffnen.

All das ist wohlgemerkt kein Hexenwerk – der Knackpunkt ist, wie so oft im Leben, sich auch wirklich daran zu halten. Nun sind unsere Leser gefragt: Wie gehen Sie mit den alltäglichen Belastungen um?

Aufmacherbild: Exhausted businessman lying down on the floor and surrender von Shutterstock / Urheberrecht: Ingka D. Jiw

Geschrieben von
Michael Thomas
Michael Thomas
Michael Thomas studierte Erziehungswissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und arbeitet seit 2013 als Freelance-Autor bei JAXenter.de. Kontakt: mthomas[at]sandsmedia.com
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