9 Gründe, warum JavaScript und das Internet of Things zusammengehören

Michael Thomas
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JavaScript hat sich sowohl auf der Client- als auch der Server-Seite von Webanwendung bewährt. Doch damit ist das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht: Dem freischaffenden Webentwickler Patrick Catanzariti zufolge steht der Skriptsprache noch eine glänzende Zukunft im Internet of Things bevor. Er nennt dafür auch gleich mehrere nachvollziehbare Gründe.

1. Der Großteil des Internets spricht JavaScript

Während die vermutlich auf uns zukommenden technologischen Umwälzungen naturgemäß nur schwer vorauszusehen sind, ist eines klar: Zur Zeit baut der Großteil der Webseiten und Webanwendungen auf JavaScript, weshalb es sich anbietet, diesen Standard auch auf das Internet of Things auszudehnen.

2. Man kann Funktionalität teilen

Können alle miteinander verbundenen Geräte mit JavaScript angesprochen werden und verwendet man einen Server, auf dem Node.js läuft, so hat man die Komplexität des Systems deutlich verringert, was das Teilen von Funktionen über verschiedene Geräte hinweg erlaubt.

3. Vorhandene Bilbiotheken, Plug-ins und APIs

Ein weiterer Vorteil von JavaScript ist, dass bereits eine Fülle an Bibliotheken, Plug-ins und APIs existiert, von denen viele für das Internet of Things verwendet werden können. Dies trifft beispielsweise auf die Utility-Bibliotheken Underscore.js, lodash, traverse und Async, sowie das JavaScript-Modul Socket.io zu, das eine in Echtzeit ablaufende, Event-basierte Kommunikation über mehrere Geräte hinweg ermöglicht.

4. Ereignisgesteuerte Anwendungen

JavaScript ist recht gut für ereignisgesteuerte Anwendungen zu gebrauchen. Dies sind Anwendungen, bei denen jedes Gerät für sich auf festgelegte Ereignisse reagiert. Dabei können unterschiedliche Geräte auf dasselbe Ereignis auf unterschiedliche Weise reagieren. Catanzariti nennt ein einfaches Beispiel: Man stelle sich vor, man ist auf dem Nachhauseweg. Ist man 5 Minuten von zu Hause entfernt, wird die Badewanne vom Smartphone angewiesen, heißes Wasser einzulassen, während das ebenfalls verbundene Display angewiesen wird, die neueste Folge der Lieblings-Fernsehserie zu suchen und zu laden. Muss man nun unerwartet einen Umweg gehen, so sendet das Smartphone die Richtungsänderungen an die Badewanne, die daraufhin das Wasser stoppt, ohne dass die Suche nach der Lieblingsserie unterbrochen wird. Befindet man sich wieder auf dem Heimweg, erhält die Badewanne ein entsprechendes Signal und setzt das Befüllen der Wanne fort, während das Display seine Aufgabe bereits erfüllt hat.

5. JavaScript ist eine ausgereifte Sprache

Mittlerweile ist JavaScript ausgereift genug, um damit eine stabile und wartbare Codebasis zu bauen. So existieren JavaScript-Linter wie JSHint und Test-Frameworks wie Mocha, von denen letztere potentiell für die Verwendung im Internet of Things ausgebaut werden können.

6. Datenkonvertierung

Verwendet man mehrere verschiedene Sprachen, so ist man häufig dazu gezwungen, Daten in unterschiedliche Formate hin und her zu konvertieren. Bei Verwendung von JavaScript als einziger Sprache werden diese Schritte unnötig – und alle Geräte verstehen die Datentypen auf dieselbe Art und Weise.

7. JavaScript ist ein offener Standard

Da JavaScript-Entwickler weder auf eine bestimmte IDE oder ein bestimmtes Betriebssystem beschränkt sind, keine jährlichen Kosten bei Nutzung der Sprache anfallen und kein Großkonzern ihre Entwicklung steuert, bietet es sich für einen dynamischen Bereich wie das Internet of Things besonders an.

8. JavaScript ist eine gute Wahl für Neueinsteiger

Für Neueinsteiger in die IoT-Entwicklung ist die Einstiegshürde mit JavaScript am niedrigsten: Die Sprache ist einerseits leicht zu verstehen, andererseits bietet sie auch Möglichkeiten, um große, skalierbare Systeme zu strukturieren.

9. Die Community

Eine große und engagierte Community ist immer von Vorteil. Die JavaScript-Community expandiert konstant und ist gleichzeitig sehr offen – ein idealer Nährboden für neue Technologien.

Und von denen existieren mittlerweile einige: So ist mit dem Espruino bereits seit Anfang diesen Jahres ein Kickstarter-finanziertes, quelloffenes JavaScript-Board für den Einstieg in die Hardware-Programmierung verfügbar. Und auf der kommenden Internet of Things Conference wird sich Gregor Biswanger in einer Session mit der JavaScript-gestützten Programmierung des Einplatinencomputers Intel Galileo Board beschäftigen.

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Geschrieben von
Michael Thomas
Michael Thomas
Michael Thomas studierte Erziehungswissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und arbeitet seit 2013 als Freelance-Autor bei JAXenter.de. Kontakt: mthomas[at]sandsmedia.com
Kommentare
  1. DerAndreas2014-12-05 12:18:41

    Schrecklich generische Aussagen. Bitte bedenken - die Gedankenwelt von jemandem, der sich mit messageorientierten Architekturen auseinandersetzt ist in der Regel ziemlich anders als die eines Webentwicklers. Kann man irgendwo in dem Kladderadatsch fuer manche Themen JS nutzen? Sicher. Ist es fuer alle Themen eine schlaue Wahl? Noe.

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