Konkurrenz für Java?

9 Antworten auf die Frage: Was hältst du vom wachsenden Erfolg von JavaScript?

Hartmut Schlosser

Aus dem Entwickler-Nähkästchen plaudern Java-Entwickler aller Couleur über ihre persönlichen Erfahrungen mit der „beliebtesten Programmiersprache der Welt“. Heute stellen wir die Frage:

Was hältst du vom zunehmenden Erfolg von JavaScript, das sich jetzt sogar als Server-Technologie anbietet? Konkurrenz für Java?

JavaScript ist eine erschreckend schlechte Sprache. Ich mag konzeptionell saubere Sprachen. Ich nenne hier lieber keine Namen, da das dann doch nur in Flamewars endet. JavaScript ist da das absolute Gegenstück. Das Gejammer hilft aber nicht. JavaScript ist die wichtigste Programmiersprache überhaupt, und wer sich damit nicht auseinandersetzt, stellt sich selbst in eine Nische. Konkurenz zu Java? Wenn man Java auf dem Client machen will, hat Java den Kampf schon lange verloren. Auf dem Server ist JavaScript bisher eher eine Nische, zumindest in meinem Umfeld. Ich sehe auch nicht, dass sich das großartig ändert. Jens Schauder (T-Systems, JUG Ostfalen)

 

JavaScript im Browser ist ernstzunehmende Konkurrenz. Auf dem Server muss man das differenzierter betrachten. Man braucht schon gute Gründe, um bei bestehender Java-Kompetenz und evtl. Java-Anwendung auch hier auf JavaScript zu setzen. Insbesondere bei langlebigen Anwendungen ist ein Typensystem für Analyse und Refactoring des Codes unverzichtlich – und das fehlt JavaScript. Eine Alternative könnte TypeScript sein, das JavaScript ein solches TypenSystem hinzufügt. Oliver Zeigermann (zeigermann.eu)

 

Inzwischen hat sich JavaScript erfolgreich zurückgemeldet. Ich sehe es als leistungsfähige Ergänzung, weniger als Konkurrenz. Die Vielzahl der Frameworks macht es etwas schwierig, sich zu orientieren. Es kann jedoch nicht schaden, sich (wieder) ein wenig mit der Sprache zu beschäftigen. Uwe Sauerbrei (Sauerbrei IT Consult, JUG Hamburg)

 

Nein, JavaScript wird serverseitig nur in Nischenbereichen größere Verbreitung finden. Andererseits hätte vor vielen Jahren auch kaum jemand gedacht, dass die Sprache des Dukes zu einem solchen Siegeszug ansetzen würde. Wer weiß schon, was die Zukunft bringt. Nachdem der Fluxkompensator auch 2014 nicht erfunden wurde, können wir nur abwarten – und hin und wieder dazwischen ein gepflegtes Bier oder Achterl trinken. Bernhard Löwenstein (javatraining.at)

 

Ich empfinde JavaScript nicht als Konkurrenz, sondern als Alternative für bestimmte Projekte. Weiterhin starteten rund um die Entwicklung mit JavaScript einige spannende Dinge wie Typescript, die es mir leichter machen damit zu arbeiten :-). Allerdings sehen wir bei unseren Projekten heute schon eine Wartungskomplexität mit JavaScript, die noch sehr spannend werden kann. Joachim Arrasz (synyx GmbH & Co. KG, @arrasz)

 

Tatsächlich ist es so, dass ich seit April 2014 durchgängig und unabsichtlich in Projekten gearbeitet habe, in denen AngularJS und vergleichbare Technologien zum Einsatz kamen. Also kurzum – für Frontend-Entwicklung – definitiv ja. Für Server-Technologie? Definitiv nein! Ich habe jetzt schon Angst davor, in zehn Jahren Projekte zu warten, die auf 500 und mehr ungewarteten und völlig veralteten NPM-Modulen basieren. Für meinen Geschmack gehen wir hier ein wenig zu unbedarft vor. Martin Dilger (Effective Trainings & Consulting)

 

Die Entwicklung im JavaScript-Umfeld ist beeindruckend und atemberaubend. Im Gegensatz zu anderen Sprachen hat JavaScript (bzw. Node.js) sinnvolle Konzepte aus anderen Sprachen erfolgreich adaptiert und ist in der Innovation bzgl. neuer Konzepte führend. Dieses galt bisher eher für Ruby oder tatsächlich Java/JVM mit Sprachen wie Groovy, Xtend oder Clojure und Konzepten wie Dependency Management und CI, TDD, BDD, usw. JavaScript hat hier in kürzester Zeit aufgeholt oder sogar überholt. Konkurrenz zu Java sehe ich nur in bestimmten Bereichen. Ein größeres serverseitiges Projekt, das zehn oder mehr Jahre von unterschiedlichen Entwicklern gepflegt werden soll damit zu bauen – da muss JavaScript sich erst beweisen. Dieses scheint mir jedoch nicht das Ziel der Sprachen und des Toolings um die Sprache herum zu sein. Diesbezüglich wird Java sich fokussieren (müssen), und hier sehe ich für Java auch noch Wachstumspotential. Neue Konzepte und die Etablierung von leichtgewichtiger und schneller (Prototypen-)Entwicklung wird aber sicher mehr und mehr von der JavaScript-Seite kommen. Alexander Culum (DekaBank, JUG Frankfurt)

 

Nein. Dierk König (Canoo Engineering AG)

 

JavaScript auf dem Server, speziell auf der JVM, ist eine tolle Sache. Konkurrenz ist JavaScript allerdings nicht, viel mehr eine gute Ergänzung der Sprache um Scripting-Features, die eine statisch getypte Sprache halt nicht bieten kann. Mit Nashorn ist endlich zusammengekommen, was zusammen gehört: JavaScript und Java! Niko Köbler (Qualitects Group)

 

 

 

 

 

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Hartmut Schlosser
Content-Stratege, IT-Redakteur, Storyteller – als Online-Teamlead bei S&S Media ist Hartmut Schlosser immer auf der Suche nach der Geschichte hinter der News. SEO und KPIs isst er zum Frühstück. Satt machen ihn kreative Aktionen, die den Leser bewegen. @hschlosser
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