Aus dem Entwicklernähkästchen

9 Antworten auf die Frage: Java wird 20 Jahre alt. Wo liegen die Stärken von Java?

Hartmut Schlosser

(c) Shutterstock/Javier Brosch

 

Aus dem Entwickler-Nähkästchen plaudern Java-Entwickler aller Couleur über ihre persönlichen Erfahrungen mit der „beliebtesten Programmiersprache der Welt“. Heute stellen wir die Frage:

Java wird 2015 sage und schreibe 20 Jahre alt – und gehört heute zu den am weitesten verbreiteten Sprachen überhaupt. Was macht aus deiner Sicht den Erfolg der Sprache aus? Wo liegen die Stärken von Java?

Für mich hat Java drei Dinge, die es erfolgreich machen: 1. Rückwärtskomptatibilität: Die Migration von einer Java-Version auf die nächste oder übernächste ist in den allermeisten Fällen einfach nur eine Änderung in der Build-Konfiguration. Das sieht in anderen Sprachen ganz anders aus. Gerade im Enterprise-Umfeld, wo Produktlebenszyklen in Jahrzehnten gemessen werden ist das ein wichtiges Argument. 2. Die JVM: Performant und zuverlässig. Erinnert sich noch jemand an die Zeit, als Java (mit Recht) als langsam galt? Heute ist Java in weiten Bereichen Performancestandard. 3. Unglaubliches Know-How in der Community: Es gibt kaum ein domänenunabhängiges Problem, dass nicht auf Stackoverflow gelöst ist und dessen Implementierung sich nicht in Maven-Central findet. Jens Schauder (T-Systems, JUG Ostfalen)

 

Java ist eine Sprache, die bewusst einfach gehalten ist. So kann man sich auf dieFachlichkeit der Aufgabe konzentrieren und muss sich nicht mit den Komplexitätender Sprache herumschlagen. Die Rückwärtskompatibilität ist zudem ein Hauptgrund,warum Java so viel Vertrauen in Unternehmen geniest. Oliver Zeigermann (zeigermann.eu)

 

Die Beständigkeit von Java ist die größte Stärke und das ultimative Kriterium bei der Technologieauswahl großer Projekte. Das ist Fluch und Segen zugleich, da trotz der Möglichkeiten der aktuellen Version viele Firmen noch mit Version 7 oder 6 arbeiten. Uwe Sauerbrei (Sauerbrei IT Consult, JUG Hamburg)                                                                                           

 

Der Erfolg von Java ist auf zwei Dinge zurückzuführen: Das gut gelungene Sprachdesign (einfache Syntax, automatische Speicherverwaltung, Verzicht auf Zeiger etc.) sowie dessen universale Einsetzbarkeit. Ich musste erst vor kurzem wieder einmal ein C++-Programm schreiben. Puh, war das vielleicht mühsam! Aktuell bin ich in einem Projekt involviert, bei dem ein Messgerät entwickelt wird. Bis auf den Mikrocontroller selbst programmieren wir alles mit Java (Enterprise). Das Motto der JavaOne-Konferenz 2003 „Java Everywhere“ stimmt ein Jahrzehnt später also tatsächlich. Bernhard Löwenstein (javatraining.at)

                                                                                          

Meiner Meinung nach ist die Breite der Auswahlmöglichkeiten, um ein Problem mit Java zu lösen eine der Stärken von Java. Weiterhin ist die Sprache einfach zu verstehen und, viel wichtiger, daher auch einfacher zu debuggen und zu warten. Dies wird durch Java 8 deutlich schwerer werden. Lambdas werden uns viele CodeClinic-Projekte bescheren. Nicht jeder Entwickler wird sofort sauber damit arbeiten können. Auch die recht starke Typisierung ist eine Stärke der Sprache. Ich bin ein Freund von starker Typisierung. Joachim Arrasz (synyx GmbH & Co. KG, @arrasz)

                                                                       

Java ist wie ein guter alter Freund, man wird einfach nicht müde, mit ihm zu sprechen. Keine andere Sprache bietet ein so großes Ökosystem und so mächtige Frameworks. Natürlich gibt es viele Technologien, die hart daran arbeiten, Java den Rang abzulaufen. Bisher hat es aber offensichtlich noch keine geschafft. Ich bin froh darüber, denn ich arbeite einfach gerne mit Java. Martin Dilger (Effective Trainings & Consulting)

                                                                            

Interessanter als die Sprache Java finde ich die Plattform JVM, die eine beeindruckende Software darstellt und mittlerweile allen nennenswerten neuen Sprachen und Konzepten eine Heimat bietet. JVM stellt schon eine reichhaltige Menge an zuverlässiger Funktionalität bereit. Mit Java 8 hat aber auch die Sprache an sich aufgeholt und so ihre Zukunft gesichert. Java verbindet Stabilität und Wartbarkeit, ohne Innovation zu vergessen. Alexander Culum (DekaBank, Leader JUG Frankfurt)

                                                                                                                 

Die Stärke von Java ist die Stabilität der Platform. Das schützt die Investitionen und macht sie rentabel. Dierk König (Canoo Engineering AG)

                                                                                                                        

Ohne die Community-Aktivitäten wäre Java heute nicht dort, wo es ist. Durch die Adoption einzelner JSRs durch Community-Verbände hat Java einen großen Vertrauens- und Feature-Schub bekommen. Stand die Zukunft nach der Sun-Übernahme durch Oracle etwas auf der Kippe, hat gerade die Öffnung die Zukunft von Java gestärkt – nicht zuletzt durch die Einigung, dass das „offizielle“ JDK von Oracle aus dem OpenJDK abgeleitet wird und es nur noch eine einheitliche Codebasis gibt. Niko Köbler (Qualitects Group)                                                                                                                    

 Aufmacherbild: dog toasting behind white blank banner or placard von Shutterstock/ Urheberrecht: Javier Brosch 

 

 

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Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser
Content-Stratege, IT-Redakteur, Storyteller – als Online-Teamlead bei S&S Media ist Hartmut Schlosser immer auf der Suche nach der Geschichte hinter der News. SEO und KPIs isst er zum Frühstück. Satt machen ihn kreative Aktionen, die den Leser bewegen. @hschlosser
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