Aus dem Entwicklernähkästchen

9 Antworten auf die Frage: Es ist nicht alles Gold, was glänzt: An welcher Stelle nervt dich Java so richtig?

Hartmut Schlosser

(c) Shutterstock/Javier Brosch

Aus dem Entwickler-Nähkästchen plaudern Java-Entwickler aller Couleur über ihre persönlichen Erfahrungen mit der „beliebtesten Programmiersprache der Welt“. Heute stellen wir die Frage:

.

Es ist nicht alles Gold, was glänzt: An welcher Stelle nervt dich Java so richtig?

Mich nervt die langsame Entwicklung und nach wie vor schlechte Unterstützung für funktionalen Programmierstil. Für mich persönlich beunruhigend finde ich aber, dass ich immer mehr zu dem Schluss komme, dass Objektorientierung oder zumindest Vererbung von Implementierung eine von Grund auf schlechte Idee ist. Ich kenne die Sprachen nicht genau genug, um mir ein abschließendes Urteil erlauben zu können. Was jedoch Sprachen wie SML oder Haskell leisten können, gerade, weil es keine Vererbung gibt … Da frage ich mich manchmal schon, ob wir alle auf dem falschen Dampfer sitzen. Und sind wir ehrlich: Im 21. Jahrhundert ist ein Dampfer ohnehin kein angemessenes Fahrzeug mehr. Jens Schauder (T-Systems, JUG Ostfalen)

 

Generics gehören immer noch zu den am schwierigsten zu verstehenden Teilen von Java. Hier ist die Balance zwischen sinnvollem Feature und akademischer Korrektheit nicht so gut gelungen. Oliver Zeigermann (zeigermann.eu)

 

Ich nutze recht häufig Groovy, und wenn ich mich dann wieder im Java-Umfeld bewege (Java 1.6), stört mich die ‚Geschwätzigkeit‘ der Sprache sehr. Tatsächlich ist dies mit Java 8 (Lambdas, Streams usw.) besser geworden, nützt mir aber nichts! Uwe Sauerbrei (Sauerbrei IT Consult, JUG Hamburg)

 

 

Java ist doch recht geschwätzig. Der Quellcode einer einfachen Klasse mit ein paar Feldern umfasst bei Einhaltung der Getter/Setter-Konvention schnell zig Zeilen. Den meisten Code generiert zwar eh die IDE, aber man sollte sich schon fragen, ob das nicht eleganter geht. Ein kurzer Blick auf Scala könnte eventuell Wunder wirken. Darüber hinaus wurden in letzter Zeit einige Konzepte, die bisher klar und verständlich waren, durch das Hinzufügen neuer Features verwässert. Als Beispiel möchte ich hierzu die Interfaces nennen, in denen sich neuerdings Implementierung unterbringen lässt. Mir ist die Notwendigkeit für diese Änderung natürlich klar, aber für Anfänger wird der Einstieg zunehmend schwieriger. Bernhard Löwenstein (javatraining.at)

 

* Die Trägheit bei Entscheidungen.

* Die Qualität von Implementierungen von eigentlich standardisierten APIs.

* Die „Streitereien“ innerhalb der Community. Joachim Arrasz (synyx GmbH & Co. KG, @arrasz)

 

Java entwickelt sich zu langsam. Ich würde mir wünschen, dass die Entwicklung schneller voran geht. Ich will einfach Module im JDK (Projekt Jigsaw), und zwar am liebsten sofort. Martin Dilger (Effective Trainings & Consulting)

 

Auch wenn das Vorurteil so alt ist wie die Sprache selbst: Java wirkt immer noch langsam bzw. schwergewichtig. Wenn auch nicht zur Laufzeit, da JIT usw. hier hervorragende Arbeit leisten. Das „Hochfahren“ jedoch wirkt langsam und die JVM zu ressourcenhungrig. Man vergleiche einfach mal Java gegen Node.js auf dem Raspberry Pi oder dem Beagleboard und bilde sich ein eigenes Urteil. Alexander Culum (DekaBank, Leader JUG Frankfurt)

 

 

Das Schöne an der Java Plattform ist, dass, wenn das Gold nicht genügend glänzt, man selber beim Aufpolieren helfen kann oder sein eigenes Gold beisteuern kann. Dierk König (Canoo Engineering AG)

 

Auch wenn der Boilerplate-Code in den letzten Versionen schon weniger geworden ist, gibt es hier immer noch Raum für Verbesserungen. Die Skript-Sprachen machen es vor: Auch schlanker Code ist machbar! Niko Köbler (Qualitects Group)

 

 

 Aufmacherbild: dog toasting behind white blank banner or placard von Shutterstock/ Urheberrecht: Javier Brosch 

 

 

Geschrieben von
Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser
Content-Stratege, IT-Redakteur, Storyteller – als Online-Teamlead bei S&S Media ist Hartmut Schlosser immer auf der Suche nach der Geschichte hinter der News. #java #eclipse #devops #machinelearning #seo. Zum Lächeln bringen ihn kreative Aktionen, die den Leser bewegen. @hschlosser
Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

avatar
4000
  Subscribe  
Benachrichtige mich zu: