Neuigkeiten in der IT-Welt im Jahr 2019

8 Trends in der IT-Welt 2019: DevOps, Kubernetes, KI & mehr

Ravi Mayuram

© shutterstock / My Life Graphic

Das neue Jahr hat gerade erst begonnen und wir freuen uns schon darauf, welche Neuigkeiten die IT-Branche für uns bereithält. Heute schauen wir uns die vielversprechendsten Trends für das Jahr 2019 an. Ravi Mayuram geht auf acht seiner Vorhersagen für das vor uns liegende Jahr ein, inklusive DevOps, Kubernetes, Open Source und vielem mehr.

Zwar besitzen wir keine Glaskugel, doch können wir auf Basis unseres Hintergrundwissens einige fundierte Vorhersagen treffen. Das neue Jahr ist noch ganz frisch, und so haben wir einige Experten befragt, was im Laufe des Jahres für Entwickler von Bedeutung sein könnte.

Ravi Mayuram, Senior-Vizepräsident im Engineering und Chief Technology Officer bei Couchbase, schätzt ein, in welche Richtung es 2019 gehen wird. Open-Source-Fragmentierung, der Aufstieg von Kubernetes und Serverless, und die anhaltende Relevanz von DevOps sind seine Schlagwörter.

DevOps, Open Source und Serverless

1. Open-Source-Fragmentierung wird Entwicklern Kopfzerbrechen bereiten

Wir sind mit Open Source an einem Wendepunkt angelangt. Oracle verfolgt z. B. einen kommerzielleren Ansatz mit Java, was eine Aufsplitterung unter Java-Entwicklern nach sich ziehen wird. Zudem haben einige Datenbankfirmen ihre Lizenzbedingungen und Open-Source-Modelle verändert, was einigen Cloud-Playern zu schaffen machen wird, die zuvor von der Software profitiert haben. 2019 wird ein Jahr sein, in dem Entwickler sich damit auseinandersetzen müssen, welche Open-Source-Plattform sich am besten für ihren Anwendungszweck eignet und mit ihrer bisherigen Technologie kompatibel ist – und sich nicht plötzlich verändert.

2. Kubernetes steigt als Anwärter im Kampf um die Cloud 2.0 immer weiter nach oben

Kubernetes hat sich 2018 als Defacto-Standard für die Cloud-Orchestrierung etabliert, nachdem es bereits das Container-Chaos in dem Gebiet aufgeräumt hatte. Dennoch steht Kubernetes erst am Anfang – und während sich das Software-Ökosystem rund um Container im Laufe des Jahres weiterentwickeln wird (z. B. bezüglich Performance, Tracing, Cloud Monitoring), wird Kubernetes zu mehr als einer reinen Orchestrierungsschicht heranwachsen. Es wird das Betriebssystem auf dem Weg zur Cloud 2.0 sein, die nächste Phase der Cloudtechnologie, die intelligent und geschäftsorientiert ist. Im Rahmen dessen sind echte Multi-Cloud-Strategien erforderlich.

3. Der Schleier um Serverless lüftet sich

Heute evaluiert jeder CIO und CTO die Möglichkeiten der Serverless-Technologien. Aber ein großes Hindernis für die Verbreitung sind die potentielle Bindung an einen Anbieter sowie weitere unbekannte Variablen. Dieses Jahr wird das Rätsel um Serverless zunehmend gelöst werden, und damit einhergehend wird eine stärkere Verbreitung stattfinden. Im Moment kann Serverless noch zu einem Anbieter-Lock-In bei bestimmten Cloud-Implementierungen führen. Aber wir werden sehr wahrscheinlich feststellen, dass sich ein neues Ökosystem von begleitenden Technologien entwickelt, da Microservices die Grundlage für eine neue Art von Cloud-Betriebsumgebung legen.

Serverless Architecture Whitepaper

LIVING IN A POST-CONTAINER WORLD
Free: Brand new Serverless Architecture Whitepaper

Stay on top of the latest trends with the help of our Serverless Architecture Whitepaper. Get deep insights on serverless platforms, cloud-native architecture, cloud services, the Kubernetes ecosystem (Knative, Istio etc.) and much more!

Cloud und KI/ML

4. Multi-Cloud-Implementierungen bergen neue Probleme aufgrund der mangelnden Interoperabilität zwischen verschiedenen Clouds

Die Cloud-Provider arbeiten weiterhin an Innovationen, noch bevor Prozesse standardisiert und Fragen der Interoperabilität geklärt sind. Das wird in Multi-Cloud-Umgebungen problematisch sein, weil unterschiedliche Interfaces mit abweichender Funktionsweise existieren. So haben etwa Google und Amazon, aber auch Kafka ihre jeweils eigenen Messaging-Systeme entwickelt, und Applikationen können nicht ohne Veränderungen die Plattform wechseln. Dieses Jahr werden diese Probleme zutage treten – und die Nutzer werden zunächst einiges an Kopfzerbrechen über sich ergehen lassen müssen, bevor eine vollständige Interoperabilität zwischen den Clouds erreicht sein wird.

5. Das Grundgerüst für KI/ML ist bereits gelegt worden, aber nun werden die eigentlichen Fragen in den Vordergrund rücken

Im vergangenen Jahr haben Firmen herauszufinden versucht, wie und wo sie KI/ML-Technologien implementieren können. Viele sind auch jetzt noch dabei, am „Wie“ zu arbeiten. Nichtsdestotrotz steht das Grundgerüst bereits, und auch die Einstellung zu KI/ML hat sich verändert. 2019 wird das Jahr sein, in dem brennende Fragen zu KI/ML gestellt werden – und das buchstäblich, denn Organisationen müssen bestimmen, mit welchen Fragen die KI/ML-Algorithmen gefüttert werden sollen. Auch weitergehende Fragen zu Ethik und möglichen Verzerrungen haben sich schon herauskristallisiert. Diese werden auch in diesem Jahr ein großes Thema sein, das Hochschulforschung und Wirtschaft zusammenbringen wird, um einen verlässlichen Ansatz für zukünftige KI/ML-Systeme zu entwickeln.

6. Aufbereitete Daten unterstützen KI/ML-Algorithmen

Derzeit sind Daten noch ein schwieriges Thema, was KI angeht. Sie stellen eine Hürde für effektive Trainingsmethoden und verlässliche Ergebnisse dar. Die Qualität und Verfügbarkeit von Daten können innerhalb einer Organisation stark variieren, und die Überprüfung, ob die Daten sauber, aktuell und vertrauenswürdig sind, kann viel Zeit in Anspruch nehmen. Dieses Jahr werden Datensysteme innerhalb von Organisationen genauer unter die Lupe genommen, da die Daten an Wert gewinnen. Wir werden Bemühungen beobachten, flächendeckend eine hohe Datenqualität zu erreichen, um KI/ML-Technologien besser einsetzen zu können.

7. IoT-Daten und Edge Analytics werden wertvoller als Predictive Analytics

Viele Firmen konzentrieren sich derzeit auf Predictive Analytics, also Vorhersagen aufgrund von zentral gesammelten Daten. Und das aus gutem Grund, da diese versprechen, Probleme zu lösen, bevor sie als Probleme hervortreten. Aber in diesem Jahr werden Edge Analytics, d. h. Analysen von IoT-Daten direkt am Device, einen höheren Geschäftswert als Predictive Analytics in der Cloud erzielen. Edge-Analysen erkennen einen Sinn in den Terabytes von konstant fließenden IoT-Daten und dienen Außenmitarbeitern wie Geschäftsführern als Entscheidungsgrundlage. Sie ermöglichen es Unternehmen, den Wünschen ihrer Kunden besser nachzukommen. Während IoT-Daten und Edge Analytics immer mehr ihren Platz neben den ausgereiften Predictive Analytics finden werden, werden sie in diesem Jahr einen weitaus höheren Return-on-Investment erzielen.

Die Zukunft der Datenbank / NoSQL

8. Die Ausbreitung von Datenbanken wird anhalten, weil unterschiedliche Datenbanktypen florieren

App-Entwickler generieren auf viele unterschiedliche Arten Daten, aber es fehlt eine Lösung, um all diese Daten flexibel zu hosten und zu verwalten. Im Moment verwenden Entwickler die unterschiedlichsten Datenbanken für verschiedene Applikationen und unterstützen damit eine weitere Fragmentierung des Datenbank-Sektors. User sind gezwungen, die verschiedenen Datenbanken zusammenzuschustern und selbst Löcher im System zu stopfen. Der kurzzeitige Vorteil, neue Technologien zu nutzen und eine breite Auswahl zu haben, sieht zunächst einladend aus, aber Firmen sollten stets die langfristigen Ziele im Blick behalten, anstatt auf schnell zusammengebaute Lösungen zu setzen.

Geschrieben von
Ravi Mayuram
Ravi Mayuram
Ravi Mayuram is a Senior VP of Products and Engineering and CTO at Couchbase. Follow him on Twitter @RaviMayuram.
Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

Hinterlasse den ersten Kommentar!

avatar
400
  Subscribe  
Benachrichtige mich zu: