Neuigkeiten in der IT-Welt im Jahr 2019

7 IT-Trends, die uns 2019 begegnen werden: Open Source, Datenschutz, Serverless und Machine Learning

Laurent Bride

© Shutterstock / D-Krab

Welche IT-Themen werden 2019 wichtig? Wir haben Laurent Bride dazu befragt, was sich in der IT-Welt tun wird: Fragen zu Datenschutz, Open Source, der Cloud und Machine Learning.

Zwar besitzen wir keine Glaskugel, doch können wir auf Basis unseres Hintergrundwissens einige fundierte Vorhersagen treffen. Das neue Jahr ist noch ganz frisch, und so haben wir einige Experten befragt, was im Laufe des Jahres für Entwickler von Bedeutung sein könnte.

Heute äußert der Experte Laurent Bride, CTO von Talend, seine Prognosen zu den IT-Trends 2019. Es werden Fragen zu Datenschutz und Datensicherheit aufgeworfen, zum Erfolg von Open Source und zur Ethik der Algorithmen maschinellen Lernens.

Open Source und Serverless

Der Open-Source-Markt wird sich überschlagen

Letztes Jahr kamen Übernahmen im Wert von 53 Milliarden US-Dollar zu Stande, die Open-Source-Technologien beinhalteten: etwa die Cloudera/Hortonworks-Fusion sowie der Erwerb von Red Hat, GitHub, u.a. In diesem Jahr wird sich dieser Trend fortsetzen. Unternehmen werden sich regelrecht auf Open-Source-Technologien stürzen, und wir werden weitere Investments und Deals sehen. Auch die Open-Source-Community selbst wird mehr Energie in ihre Projekte stecken, angesichts des wachsenden Markt-Potenzials. Bisher hat Open Source noch mit Freemium-Modellen funktioniert, aber innerhalb der nächsten Jahre wird sich das womöglich verschieben, da Unternehmen den Wert konventioneller Open-Source-Technologien für sich entdecken.

Serverless wird über den Hype hinauswachsen und sich etablieren

Im letzten Jahr drehte sich alles darum, zunächst ein grundlegendes Verständnis dafür zu entwickeln, was Serverless ist. Nun, da mehr Entwickler die Vorteile erkannt und ihre Experimente in Serverless-Umgebungen begonnen haben, werden weitere Tools entstehen, um die neuen Anforderungen zu erfüllen. Diese Werkzeuge werden die Vorteile der Serverless-Architektur immer mehr zur Geltung bringen und functions-as-a-service zum Durchbruch verhelfen. Der Serverless-Ansatz wird neue Anwendungs-Ökosysteme generieren, in denen Startups von den Low-Cost-Architekturen profitieren und Bereitstellungsprobleme auf kreative Weise lösen können.

KI/ML und die Cloud

Fragen rund um Datenethik werden die Innovation von KI/ML-Fragestellungen verzögern

Der Hype um KI/ML ist 2018 explodiert, und mit dem Hype traten Themen wie Datenethik, Vertrauen, Verzerrungen und Fairness an die Oberfläche. Es ging darum, Ungleichheiten im Rahmen intelligenter Technologien entgegenzutreten. Die Datenethik beinhaltet viele Ebenen. Während weitere Fortschritte im Bereich des maschinellen Lernens erzielt werden, so wird sich die Dynamik 2019 vergleichsweise verringern. Der Forschungsaufwand für die Entwicklung einer fairen, ausbalancierten Methode maschinenbasierter Entscheidungen wird zu einer Verlangsamung des Fortschritts führen.

Die Black Box der Algorithmen wird etwas lichtdurchlässiger

Ein Teil der Problematik bezüglich der Datenethik von KI und Machine Learning besteht darin, dass Zahlen und Szenarien durchexerziert wurden, ohne die daraus resultierenden Antworten genauer zu betrachten. Auch Forscher können ihre Schwierigkeiten damit haben, diese im Nachhinein zu beurteilen. In den kommenden Jahren werden sich Nutzer jedoch zunehmend damit auseinandersetzen, wie die Daten entstehen und wie sie verwendet werden. Eine komplette Transparenz der proprietären Algorithmen wird zwar nicht erzielt werden, jedoch wird die Black Box etwas lichtdurchlässiger.

Das Unternehmensmultiversum breitet sich durch Multi-Cloud aus, nachdem Datenineffizienzen gelöst werden

Die parallele Nutzung mehrerer Cloud-Angebote verspricht einen immensen Gewinn, wenn sie richtig umgesetzt wird. Dem Fortschritt stehen jedoch häufig ineffiziente Daten und schwierige Compliance-Richtlinien im Weg. Dieses Jahr werden einige dieser Datenunzulänglichkeiten ausgeräumt werden, sodass effektive Datenstrategien implementiert werden können. Neue Technologien eröffnen der breiten Masse die Funktionalität der Multi-Cloud.

DSGVO / Datenschutz

Datenschutz wird global

Datenschutzregelungen werden sich immer mehr verbreiten. So arbeiten derzeit etwa Kalifornien, Japan und China bereits nach dem Vorbild der europäischen DSGVO an ihren eigenen Regelungen. Dass erhöhter und umfassenderer Datenschutz vonnöten ist, machen Firmen wie Facebook, Google und Twitter durch ihren Umgang mit Nutzerdaten mehr als deutlich. Deren Verhalten rief gar den CEO von Apple, Tim Cook, auf den Plan, um globale Privatsphäre-Regelungen zu fordern. Konsumenten sehen Datenschutz inzwischen als Menschenrecht an, weshalb ausgeweitete Datenverwaltungsrichtlinien sicherlich nicht lange auf sich warten lassen werden.

Unternehmen werden zunächst Datenverwaltung mit Datenbelästigung verwechseln

Unternehmen sind dazu in der Lage, durch die Daten der Onlineaktivitäten ihrer Nutzer auf deren demographische Merkmale, Interessen und sogar ihr Privatleben zu schließen. Daraus resultiert ein äußerst gezieltes Marketing, das sich wie Belästigung anfühlen kann. Die Grenzen zwischen Datenverwaltung und Belästigung durch Daten werden verschwimmen, während Firmen sich darum bemühen, Datenschutzrichtlinien einzuhalten und gleichzeitig umfassendere Profile ihrer Nutzer zu erstellen. Der Weg zu einer ausgeglichenen Verfahrensweise wird zunächst holprig sein.

Geschrieben von
Laurent Bride
Laurent Bride
Laurent is responsible for researching and implementing new technologies – including the future focus of Talend’s technologies – and I think he has insight that you and your readers would appreciate. Follow him on Twitter @LaurentBride.
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