Der Kollege nervt, was tun?

7 Tipps wie Sie mit nervenden Kollegen umgehen können

Kypriani Sinaris

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Ob es an der Art und Weise liegt, wie sie arbeiten, sprechen oder ob man sich einfach nicht riechen kann: Manche Kollegen mag man einfach nicht. Und trotzdem muss man gemeinsame Projekte realisieren. Was also tun, wenn die Arbeit gemacht werden muss, der Kollege aber einfach nur nervt?

Konflikte auf der professionellen Ebene gibt es tagtäglich, dafür kann man bei Meetings oft eine Lösung finden. Wenn der Konflikt aber auf persönlicher Ebene stattfindet und damit den Charakter des Gegenübers betrifft – aus diesem Dilemma kommt man nicht so leicht heraus. Denn wer kann seinem Kollegen schon ins Gesicht sagen: „Hör zu, deine Arbeit ist klasse, aber wenn ich ehrlich bin, finde ich dich ziemlich nervig.“ Von solchen oder ähnlichen Aussagen würden wir an dieser Stelle auch eher abraten.

Tatsächlich verbringt man aber so viel Zeit am Arbeitsplatz, dass man irgendwie mit nervenden Kollegen klar kommen muss. Alexa Anghel hat auf dem Oracle-Blog daher sieben Tipps zusammengestellt, die dabei helfen sollen, diesem Dilemma zu entkommen.

In der Ruhe liegt die Kraft

Viele kennen ihn bestimmt: Den Kollegen, der schnell mal schnippische Antworten gibt, unhöfliche Kommentare im Büro herumposaunt oder immer nur motzt. Bevor man hier in die Offensive geht, auch wenn einem die dazu passenden Worte bereits auf der Zunge liegen, rät Anghel eher zum tiefen Durchatmen. Lohnt sich hier der Konflikt? Oder hat der Kollege vielleicht nur einen schlechten Tag? Macht es überhaupt Sinn, ein Verhalten zu kritisieren, welches man nicht ändern kann? Stattdessen schlägt sie vor, das eigene Verhalten zu kontrollieren und über unbedeutende Schnippigkeit hinwegzusehen.

Neutralität

Im Allgemeinen könnte man die Gefühle, die man einer Person gegenüber hat, in drei Kategorien aufteilen: positiv, negativ und neutral. Wenn man also einem Kollegen nicht wirklich viel Sympathie entgegenbringen kann, so rät Alexa Anghel, zunächst die Neutralität zu wählen und nicht gleich dem negativen Urteilen über eine Person zu verfallen. Negative Gefühle rauben Energie und wenn man ehrlich ist: Das Lästern in der Kaffeeküche kostet auch Zeit. Und so tut man sich und auch seinem Ruf nur einen Gefallen, wenn man manchmal dem Motto „Sei wie die Schweiz – neutral“ folgt.

In den Anderen hineinversetzen

Der Kollege meckert ständig über seine Arbeit und wirkt dauergestresst? Und das wiederum nervt Sie, da sie sich doch tagtäglich gegenübersitzen müssen? Versuchen Sie sich in seine Position hineinzuversetzen! Warum ist das so? Welche Aufgaben muss er im Projekt übernehmen, die Sie vielleicht nicht erfüllen müssen? Anghel hält die folgende für eine einfache, aber effektive Methode:

You’ll be surprised how many new perspectives a simple game of role play can bring.

Einfach mal ignorieren

Manchmal hilft es einfach, Dinge zu ignorieren. Und so rät Anghel dazu, sich selbst dadurch zu schützen, Dinge nicht persönlich zu nehmen und eine klare Linie zwischen der Arbeit und privaten Gefühlen zu ziehen.

Grenzen ziehen

Es gibt einfach Themen – seien diese politischer, religiöser oder anderer Natur – über die man nicht lachen kann. Hat man aber einen Kollegen, der bei gewissen Themen dazu neigt, geschmacklose Kommentare abzulassen, dann kann die weiter oben geratene Neutralität auch mal ein Ende haben. Wenn man die wiederholten Witze und Kommentare als Grenzüberschreitung wahrnimmt, dann sollte man, allein schon dem eigenen Seelenfrieden zuliebe, den Kollegen höflich aber bestimmt darauf hinweisen.

Vielleicht zu viel erwartet?

Sie sitzen in einem Meeting und diskutieren gerade, wie das weitere Vorgehen während eines Projekts aussehen soll und dieser eine Kollege hat partout die gegenteilige Meinung zu Ihrer. Das nervt Sie gewaltig und Sie denken sich vielleicht: „Wie kann das denn sein, wir haben hier doch das selbe Ziel?!“ Bedenken Sie aber: Menschen sind und denken nunmal verschieden. Und so ist es nur natürlich, dass andere Menschen auch andere Vorgehensweisen haben. Zu glauben, dass andere genauso denken wie man selbst, hält Angel für doch eher utopisch.

Beobachten Sie andere

Wenn Sie bei einem Kollegen dann aber wirklich nicht mehr weiterwissen, dann schauen Sie doch mal, wie Ihre Kollegen mit ihm umgehen. Vielleicht können Sie sich hier ein paar Dinge abschauen, denn der Ursprung des Problems könnte ja an ihrer ganz speziellen wechselseitigen Kommunikation liegen.

Fazit

Zugegeben, die Tipps die Alexa Anghel vorschlägt, erfordern schon eine Menge Energie – schließlich will man sich mit unliebsamen Kollegen eigentlich möglichst gar nicht beschäftigen. Da wirken Tipps wie „Versetzen Sie sich in den anderen hinein“ irgendwie kontraintuitiv. Tatsächlich aber ist ein Punkt in dem Blogpost von Alexa Anghel von zentraler Bedeutung: Leider kann man den Anderen nicht ändern. Sondern nur die eigene Art und Weise, wie man auf ihn reagiert.

Aufmacherbild: Businessman arguing with a colleague at work von Shutterstock / Urheberrecht: wavebreakmedia

Geschrieben von
Kypriani Sinaris
Kypriani Sinaris
Kypriani Sinaris studierte Kognitive Linguistik an der Goethe Universität Frankfurt am Main. Seit 2015 ist sie Redakteurin bei JAXenter und dem Java Magazin.
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1 Kommentar auf "7 Tipps wie Sie mit nervenden Kollegen umgehen können"

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Astrid
Gast

Nervige Kollegen gibt’s in jedem Beruf. Körperliche Arbeit ist ebenfalls schon anstrengend genug. Dann Kollegen haben, die fehlerhaft od. langsam arbeiten, sich aber „very bossi“ dem fleißigen u. gründlichen Kollegen gegenüber aufplustern, kann man wirkl. nicht bei stressiger Arbeit gebrauchen. Diese Proleten rauben einem den letzten Nerv. Obwohl die Arbeit ohne solche viel mehr Spaß macht.