7 Karrieretipps: Was Sie Ihrem Chef niemals sagen sollten, wenn Sie Ihre Karriere als Entwickler nicht zerstören wollen!

Hartmut Schlosser
©Shutterstock/ Yuran1

Als Entwickler ist es nicht einfach, den Karriere-Kompass unbeirrt nach oben gerichtet zu halten. Gerade im Verhältnis zum eigenen Chef werden immer wieder irreführende Ratschläge in Umlauf gebracht, die alle in etwa der Grundthese folgen: „Wenn das Team möglichst effizient und agil ein qualitativ möglichst hochwertiges Projekt abliefert, wird der Chef mein Talent als Entwickler entdecken und mich befördern.“ Nichts könnte dümmlicher sein als das!

Und so ist es uns in dieser Folge der Karrieretipps ein echtes Anliegen, einige der Mythen aufzudecken und Ihnen wirkliche Ratschläge an die Hand zu geben, wie sie in Zukunft mit Ihrem Chef zu sprechen haben. Hier gilt es nämlich, einige Fettnäpfchen zu umschiffen: 

  1. Sagen Sie nie, dass Sie im Unternehmen etwas verändern wollen!
    Das hören CTOs/CEOs/CIOs nicht gerne, denn wenn es etwas zu verbessern gäbe, hätten sie ja etwas falsch gemacht. Veränderungsvorschläge bedeuten persönliche Kritik! Geben Sie Ihrem Chef deshalb immer zu verstehen, dass das Unternehmen, genau so wie es jetzt ist, das beste aller möglichen Unternehmen in der besten aller möglichen Welten ist!
  2. Sagen Sie nie, dass Sie eingestellt wurden, um Software zu entwickeln!
    Diesen Anfängerfehler sollten Sie so früh wie möglich vermeiden! Denn IT ist im Grunde Marketing. Nichts hassen Chefs mehr, als Entwickler, die meinen, sie müssten vor allem Software entwickeln! Entwickler haben sich in jedem Fall demütig der Marketing-Abteilung unterzuordnen – dort wird schließlich das Geld verdient. Hören Sie also auf mit Ihren technischen Einwänden und kleinlichen Spielverderbereien und machen Sie alles möglich, damit der wunderhübsche Newsletter auch ja die Kunden erreicht – flott!
  3. Sagen Sie nie nein, wenn Sie IT-Doktor spielen sollen!
    Kollege aus der Buchhaltung kommt und fragt: „Kannst du mir mal einen Gefallen tun – ich krieg das irgendwie nicht hin: In diesem Excel Sheet brauch’ ich eine Formel, damit Feld X prozentual den Verdienstausfall aus Feld Y mit den Krankheitstagen aus Feld Z verrechnet und dann das statistische Mittel als Kuchendiagramm ausgibt – PDF bitte ……“
    Genau dafür wurden Sie eingestellt! Verstehen Sie sich als allgemeiner IT Dienstleister, der auch gerne mal am Wochenende den Laptop der Tante eines Kollegen von Vista auf Windows 8 updatet.
  4. Sagen Sie ihrem Chef nie, dass Sie geschützte Zeiten brauchen, in denen Sie nicht unterbrochen werden möchten!
    Gewöhnen Sie es sich an, in 2 Minuten-Abschnitten zu denken. Denn dann kann Ihr Chef Sie jederzeit für ein Telefonat oder nettes Meeting einberufen. Flexibilität macht Eindruck! Vermeiden Sie es also, in einen Entwickler-Flow zu geraten, in dem Sie in hermetischer Weltabgeschiedenheit ein schwieriges Software-Problem lösen könnten. Das lassen Sie mal lieber ihre Kollegen machen!
  5. Sprechen Sie niemals über technische Schulden!
    Sehr unbeliebt machen Sie sich, wenn Sie vorschlagen, ein paar Refactorings an der existierenden Codebasis vorzunehmen. „Sie wollen eine ganze Woche für nix?“, wird der Chef antworten. Lassen Sie Workarounds lieber Workarounds sein – fixen können es ja die anderen in ein paar Jahren, wenn Sie schon längst hier raus und auf der nächsten Stufe der Karriereleiter angekommen sind.
  6. T-Wörter sind böse!
    Vermeiden Sie Vokabeln wie TDD, Test-First, Test Coverage, etc. Auch „Continuous Integration“ oder „automatisierte Deployments“ sind gefährliche Wörter. Der Chef wird ihnen die lange Vorbereitungszeit für eine automatisierte Testumgebung garantiert nicht hoch anrechnen – und wehe, wenn danach dann noch etwas schief läuft! „So viel Zeit fürs Testen verschwendet – und immer noch läuft die Software nicht?“ Dann doch lieber das Projekt so schnell wie möglich ausrollen  – das Testen erledigen ja schließlich die Kunden und User!
  7. Loben Sie niemals den natürlichen Feind!
    Machen Sie niemals den Vorschlag, enger mit den Software-Operatoren aus der Produktionsabteilung zusammenzuarbeiten. Um die eigenen Fehler zu verdecken, brauchen Sie unbedingt ein Feindbild – jemanden, dem Sie die Schuld in die Schuhe schieben können! Das lehrt uns zwar eigentlich schon der menschliche Überlebenstrieb – doch sind in jüngster Zeit immer wieder realitätsferne Akademiker auf die Idee gekommen, interdisziplinäre Teams aufzustellen. Abstrus, masochistisch, widernatürlich! Grenzen Sie sich ab, denn Mauern sind schließlich zu Ihrem eigenen Schutz da!

Wenn Ihnen also wieder einmal ein besonders schlauer IT-Profi unterkommt, der meint, das Entwickler-Team müsse vor den unrealistischen Anforderungen der Kunden und Chefs geschützt werden, dann lächeln Sie höflich und nicken, behalten aber im Hinterkopf: „Dieser arme Mensch wird niemals Karriere machen!“

Haben Sie aus Ihrem Erfahrungsschatz noch weitere „Tipps“, was man den Chefs niemals sagen sollte, um auf der Karriereleiter voranzukommen?

Aufmacherbild: Not see, not hear, not speak. New concept. von Shutterstock / Urheberrecht: Yuran1

Geschrieben von
Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser ist Redakteur und Online-Koordinator bei Software & Support Media. Seine Spezialgebiete liegen bei Java-Enterprise-Technologien, JavaFX, Eclipse und DevOps. Vor seiner Tätigkeit bei S & S Media studierte er Musik, Informatik, französische Philologie und Ethnologie.
Kommentare
  1. Christoph Engelbert2013-12-06 12:35:17

    Ich hoffe inständig, dass dieser Artikel sarkastisch zu verstehen ist und nicht ernst zu nehmen sein soll.
    Falls doch: Dieses Denken erklärt den riesen Haufen "Entwickler" die nie etwas ändern, nie den Mund aufmachen, wenn etwas schief geht und hinterher aber maulen, weil alles so doof und blöd ist.

    1. Michael Nitschinger2014-08-08 07:54:58

      Hab kurz aufs Datum geschaut ob heute der 1. April ist *facepalm*

  2. Trepper2013-12-06 12:50:39

    Was für dümmliche Klischees! Zum Glück sind viele Chefs nicht ganz so dämlich wie, es hier dargestellt wird.

  3. Ral.f2014-08-08 07:29:37

    Hartmut, wäre es nicht einfacher gewesen, einfach nur den Artikel von Smartbear zu verlinken? Dank deinem pseudowitzigen Geschwurbel ist jetzt ist erstmal fremdschämen angesagt ...

  4. Estigy2014-08-08 09:17:00

    Hm, der Artikel ist so seltsam geschrieben, dass er theoretisch sarkastisch gemeint sein könnte (was ich hoffe), aber auch einfach trockener Ernst (was ich fürchte).
    Ist das nun gut oder schlecht? Zweiteres.

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