Der Code ist nicht genug

6 Sekundär-Skills für Software-Entwickler

Moritz Hoffmann

(c) shutterstock.com / nenov brothers image

Entwickler müssen coden können, so viel ist klar. Schaden tut ein breiteres Portfolio an Softskills und technischen Fähigkeiten aber keineswegs. Manchmal können die Entwickler erst dann mit ihrer Kernkompetenz glänzen, wenn der produzierte Code von einer ganzen Reihe anderer Fachgebiete zehrt. Und auch für die eigene Karriere ist ein Set von Schlüsselkompetenzen für die IT-Branche mehr als förderlich. Der Blogger Radek Pazdera hat einige wichtige Sekundär-Skills für Software-Entwickler zusammengestellt.

1) Design ist Trumpf

Ob als Freelancer oder Angestellter in einem Start-up: Wer dazu in der Lage ist, mobile oder Web-Anwendungen mit schicker UI/UX zu entwickeln, ist auf dem heutigen IT-Markt wohlgelitten. Auch viele Open-Source-Projekte, darauf weist Pazdera hin, sind stetig auf der Suche nach Designern. Dabei geht es nicht unbedingt darum, ein Vollprofi zu werden. Mit ein wenig Ausprobieren, ein paar Büchern oder youtube-Tutorials kann man sich schnell ein wenig Design-Kompetenz erarbeiten, die zur Zeit mehr gefragt ist denn je.

2) Hardware und Software kombinieren

Im allgemeinen Trend zu Open Source ist Software nicht mehr der Königsweg zur Exklusivität und daraus folgender Zahlungsbereitschaft der Kunden. Da schadet es nicht, sich auf physische Produkte einzulassen, denn Hardware und Elektronik werden noch eine ganze Weile wichtige Ressourcen für die IT bleiben. Mit Wearables und Devices für das Internet of Things nennt Pazdera Beispiele für ganz neu erschlossene Branchen-Felder, in denen die beste Hardware erst noch gefunden werden muss. Ein erster Zugang können Prototypen und Proof-of-Concept-Geräte sein, die schon mit einem Mikrocontroller, einigen Widerständen und C-Compilern zu basteln sind.

3) Data’s everywhere

Big Data sind zu einem entscheidenden Business-Faktor geworden. Umso wichtiger sind die Menschen, die den Umgang mit großen Datenmengen erlernen. Als Entwickler ist der Schritt, sich mit Datenbanken und Logging-Systemen zu beschäftigen nicht besonders groß. Das Netz bietet eine Vielzahl an geeigneten Tools für die Datenanalyse, samt Dokumentationen und Tutorials.

4) Vermarktung

Auch wenn es das Marketing unter Programmierern laut Pazdera nicht einmal unter die TOP 250 an Zusatzskills schaffen würde, bleibt es ein wichtiges Mittel, um die eigenen Produkte in Geld umzusetzen. Und niemals war das einfacher als heute: Mobile Bezahlsysteme und Online-Shops erleichtern Käufern wie Verkäufern das Leben erheblich. Nur muss man auch dafür Sorge tragen, dass die Leute auch haben wollen, was man anzubieten hat. Sich mit Marketing-Methoden zu beschäftigen, kann nicht nur für den eigenen Erlös dienlich sein. Als Entwickler kann man auch einiges zur Zielgruppen- und Produktanalyse beitragen. Pazdera nennt beispielsweise die Cloud-Anbieter, die ihre Produkte genau auf Entwickler zuschneiden müssen.

5) Management

Wer im Team arbeitet weiß, dass der Umgang mit Menschen für die Entwicklungsarbeit genauso entscheidend sein kann wie der Code selbst. Das wissen auch die Unternehmen, und so ist ein Wechsel ins Management, Pazdera nennt hier vor allem Senior-Entwickler, durchaus gern gesehen. Wer kann die Bedürfnisse und Probleme der Programmierer schließlich besser verstehen als ein Ehemaliger? Sich die nötigen Skills alleine anzueignen ist allerdings schwer. Pazdera empfiehlt als ersten Schritt, Verantwortung zu übernehmen, Kooperations- und Hilfsbereitschaft an den Tag zu legen, um die Kollegen in ihrer Professionalität zu stärken und für ein angenehmes Betriebsklima zu sorgen. 

6) Coding

Programmieren als Zusatzqualifikation für Entwickler? Pazdera meint: ja! Es ist nicht zwingend nötig, sich mit Dingen zu beschäftigen, für die man kein Interesse aufbringen kann. Wessen Leidenschaft einzig und allein der Code ist, der sollte sich daran halten und versuchen, der Beste in der eigenen Nische zu werden. Gefragt ist dabei vor allem Ausdauer und eine Software, auf die man sich spezialisieren kann. Wer es bezahlen kann, wird dem Allrounder, dessen Fähigkeiten im Konkreten nur schlecht einzuschätzen sind, immer den Software-Experten vorziehen.

Wer rastet, der rostet

Ob man es nun mit der einen oder anderen Sekundärtugend versucht. Für Pazdera ist entscheidend, dass man sich nicht auf den eigenen Entwickler-Fähigkeiten ausruht, sondern erkennt, dass man die Kernfähigkeit durch die Kombination mit verwandten Skills oftmals optimieren kann. Und davon gibt es freilich noch jede Menge mehr. Mit den zahlreichen Möglichkeiten, sich im Netz weiterzubilden und sich in der Praxis weiterzuentwickeln, kann die eigene Software-Entwicklung, wie Pazdera zusammenfasst, wohl nur gewinnen.

Aufmacherbild: got skills concept via Shutterstock.com
Urheberrecht: Nenov Brothers Image

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Moritz Hoffmann
Moritz Hoffmann
Moritz Hoffmann hat an der Goethe Universität Soziologie sowie Buch- und Medienpraxis studiert. Er lebt seit acht Jahren in Frankfurt am Main und arbeitet in der Redaktion von Software und Support Media.
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