6 Karrieretipps: Wie Sie nachhaltig Kreativität verhindern und dadurch fett absahnen!

Hartmut Schlosser

Lernen Sie von den Großen! Das ist eine Weisheit, die Sie sich für Ihre Karriere hinter die Ohren schreiben sollten! Denn nicht umsonst sind die Big Player der IT-Industrie dort hingekommen, wo sie sind. Und so haben die Praktiken der Googles, Apples und Oracles dieser Welt quasi den Stempel der päpstlichen Unfehlbarkeit.

Hier sind sechs Beispiele, die zur unmittelbaren Nachahmung empfohlen sind:

  • Stellen Sie einen Community-Manager ein und hindern Sie ihn daran, an Community-Projekten zu arbeiten. Schließlich hat das auch Red Hat jüngst mit Arquillian- und Asciidoctor-Aktivist Dan Allan gemacht. Man kann nämlich sonst leicht zu viel in die Community investieren, gell?
  • Übernehmen Sie einen Konkurrenten und klammern Sie sich als erstes an die Namensrechte der hinzugekommenen Open-Source-Projekte. Schließlich hat das Oracle auch mit dem CI-Server Hudson gemacht. Dass Hudson-Chefentwickler Kohsuke Kawaguchi den Fork „Jenkins“ wagt und fast die ganze Community mitnimmt, konnte ja keiner ahnen.  
  • Geben Sie Ihren Entwicklern niemals den Freiraum, einen Teil ihrer Zeit an Hobby-Projekten zu arbeiten. Falls dieser Rat schon zu spät kommt, können Sie sich bei Google inspirieren lassen, wie man eine einmal eingeführte 20%-Regel wieder abschafft: Erst einmal verlangen, dass Entwickler das Management um Erlaubnis fragen müssen, wenn sie 20% ihrer Zeit an einen freien Projekt arbeiten wollen. Dann das Management unter Druck setzen, dass die Hauptprojekte und die eh schon engen Release-Deadlines unbedingt die Priorität haben müssen!   
  • Hindern Sie Ihre Angestellten um Himmels Willen daran, Homeoffice zu machen. Schließlich hat das Marissa Meyer jüngst auch bei Yahoo! gemacht. Homeoffice schwächt das Unternehmensnetzwerk, schadet der Team-Bildung, führt zu Kontrollverlust, bewirkt Disziplinmangel und endet ohnehin nur in Selbstausbeutung. Dass man bei Homeoffice weniger gestört wird, keine sinnlosen Meetings ertragen muss, kein Zeitverlust durch Arbeitswege hat und generell eine bessere Work-Life-Balance genießen kann, ist ja Propaganda der Arbeitsscheuen.
  • Messen Sie die Produktivität Ihrer Entwickler immer über die Anzahl der Lines-of-Code, die sie täglich schaffen.  Schließlich hat das Apple auch mit dem berühmten Lisa-Team so gemacht. Lisa-Chefentwickler Bill Atkinson hatte nach einigen Code-Optimierungen zwar -2000 eingetragen – aber Revoluzzer gibt es ja überall.
  • Und vielleicht das Wichtigste: Sprechen Sie niemals mit den Entwicklern unter ihnen – und halten Sie jeglichen Einwänden immer den Spruch „Scheitern ist keine Option“ entgegen. Schließlich hat das die US-Regierung auch mit ihrem Portal „Healthcare.gov“ gemacht. Am besten Sie bezahlen externe Berater, die Ihnen die verabscheuungswürdige Aufgabe abnehmen, direkt mit den Entwicklern zu kommunizieren!

Fazit: Unbedingt nachmachen, wenn Sie eine Karriere in der IT anstreben! Denn Sie müssen lernen, sich in die Denkweise der Chefetage einzufinden, um dort selbst eine Chance zu haben. Oder wollen Sie etwa ewig ein kleiner, bemitleidenswerter Entwickler bleiben?

Am besten Sie halten Ausschau nach weiteren solchen „Best Practices“ der Großen und teilen uns diese in den Kommentaren mit –  damit auch andere bald dazugehören werden, zum Club der erlauchten IT-Entscheider!

Geschrieben von
Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser ist Redakteur und Online-Koordinator bei Software & Support Media. Seine Spezialgebiete liegen bei Java-Enterprise-Technologien, JavaFX, Eclipse und DevOps. Vor seiner Tätigkeit bei S & S Media studierte er Musik, Informatik, französische Philologie und Ethnologie.
Kommentare
  1. Michael Johann2013-11-25 15:04:02

    Schaffen und nutzen Sie proprietäre Frameworks, damit Ihnen die Entwickler treu bleiben und das selbstständige Denken aufgeben. Nur so können Sie verhindern, dass Tools aus der Open Source Welt eingesetzt werden. Schließlich gilt ja: "Wenn es nichts kostet, taugt es nichts."
    Und wenn Sie schon mal dabei sind; achten Sie darauf, dass Ihre internen Frameworks NICHT dokumentiert sind, das führt zu mehr Kommunikation unter den Entwicklern und dann lohnt sich auch wieder die Beurteilung der Anwesenheit, der Homeoffice-affinen externen Berater.

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