6 Gründe, warum wir im goldenen Open-Source-Zeitalter leben

Claudia Fröhling
©shutterstock.com/Vadim Georgiev

Es ist mehr als zwei Jahrzehnte her, dass kluge Köpfe wie Richard Stallman oder Linus Torvalds den Grundstein für Open-Source-Software gelegt haben. Der Begriff „Open Source“ existiert seit 1998 und ist wie so vieles in unserer Welt eigentlich ein Marketing-Clou.

Mittlerweile hat sich die Open-Source-Welt nicht nur stark verbreitet, sie ist auch sehr profitabel geworden. Mike Volpi spricht in einem kürzlich erschienenen Artikel gar vom „Perfect Storm“ für Open-Source-Firmen, mit Software reich zu werden.

Grund zur Annahme hat Volpi dank sich häufender Meldungen über Finanzspritzen für Open-Source-Firmen. Erst kürzlich hatten wir hier berichtet, dass Hortonworks, spezialisiert auf Hadoop-Lösungen, 100 Millionen US-Dollar Kapital erhalten hat. Und das ist kein Einzelfall. Aber wie kann eine von Natur aus Hacker-getriebene, nahezu anarchistische Bewegung profitabel werden? Für Volpi kristallisieren sich sechs Gründe heraus:

1. Open Source ist ‚cutting-egde’

Zu Beginn war Open-Source-Software meist eine nachgebaute kostenlose Version eines ansonsten nur kommerziell erhältlichen Produkts. Heutzutage werden Open-Source-Technologien um ihrer selbst willen entwickelt oder aber Start-ups bauen ihre Anwendungen und Technologien komplett auf bereits existierenden OS-Projekten auf. Nicht nur der Big-Data-Bereich mit Hortonworks oder Elasticsearch ist da ein gutes Beispiel.

2. Open Source ist Enterprise-ready

In der Vergangenheit galt Open-Source-Technologie als nicht skalierbar und nicht sicher genug für den Enterprise-Einsatz. Heute ist das anders: OS-Software ist leicht zu nutzen, bietet Backend-Security, Management und Monitoring. Es wird für große Unternehmen zur perfekten Alternative gegenüber dem viel gefürchteten Vendor Lock-in.

3. Mehr Komplexität der Systeme

Auch die Komplexität der OS-Systeme hat sich über die Jahre stark gewandelt. Was früher noch ein kleiner MySQL-Download auf einen einzelnen Server war, ist heute nahezu ubiquitär in der Cloud verfügbar, lauffähig und deploybar. Skalierung ist kein Thema mehr, Yahoo zum Beispiel lässt Hadoop auf 40.000 Servern laufen. Vor zehn Jahren noch war ein derart massiv-skalierendes Deployment von Open-Source-Software undenkbar, so Volpi.

4. Monetarisierung funktioniert

Die Grundidee des Open-Source-Modells sieht einen frei verfügbaren Source-Kern und Kosten für zusätzliche Features oder Support-Angebote vor. Dieses Modell wird von Kunden angenommen, da diese Enterprise-Kosten immer noch günstiger sind als so manche Lizenz eines kommerziellen Produkts. Zusätzliches Geld verdienen sich die Firmen mit Tranings- und Consulting-Angeboten.

5. Open-Source-Startups sind ihres eigenen Schicksals Schmied

Während Pioniere der Open-Source-Ära wie Red Hat noch zu einem Großteil auf Contributions aus der Community angewiesen waren, um ihre Produkte zu entwickeln, werden heute bis zu 80 Prozent des Codes von Open-Source-Firmen in-house gebaut, so Volpi. Das bedeutet mehr Kontrolle des Unternehmens über ihre Projekt und mehr Planungssicherheit in Sachen Roadmap, was wiederum eine gute Voraussetzung für mehr Monetarisierung bietet.

6. OS-Einsatz hat eine kritische Masse erreicht

Noch mehr Zahlen: 86 Prozent der nicht-technischen Industrien nutzen heute Open-Source-Software, Tech-Companies wahrscheinlich an die 100 Prozent. Zu diesem Ergebnis kam letztes Jahr eine Studie von Black Duck. Und so konkludiert Volpi am Ende seines Beitrags:

„We believe open source will be a dominant software development and distribution strategy of the future, especially in certain categories such as big data and infrastructure, and will generate billions of dollars in equity value for investors and entrepreneurs alike.“

 Aufmacherbild: Businessman making a puzzle on the wall with the word Success von Shutterstock / Urheberrecht: Vadim Georgiev

Geschrieben von
Claudia Fröhling
Claudia Fröhling
Claudia Fröhling hat in verschiedenen Redaktionen als TV- und Onlineredakteurin gearbeitet, bevor sie 2008 zur Software & Support Media GmbH kam und sich bis 2014 um alle Projekte des Verlages im Ressort Java kümmerte. Claudia hat einen Abschluss in Politikwissenschaften und Multimedia Producing. Ihr Google+ Profil findest du hier.
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