6 Dinge, die man besser nicht zu einem Softwaretester sagt

Astrid Wagner

Wer in seiner Kindheit ausgiebig Software getestet hat – vorzugsweise aus dem Hause Nintendo oder Sega -, der weiß, dass es Dinge gibt, die man einfach nicht zu einem ernsthaften Softwaretester sagt. Zum Beispiel: „Schätzchen, ich glaub du hast heute genug gespielt – solltest du nicht deine Hausaufgaben machen?“ Doch auch erwachsene Softwaretester reagieren mitunter empfindlich auf unangebrachte Fragen. Darum hat Mike Brown eine Liste mit sechs Sätzen veröffentlicht, die man besser niemals zu einem Softwaretester sagen sollte.

Nummer 1: Kannst du bitte schnell fertig werden? Wir haben einen engen Zeitplan.

Tests brauchen Zeit und sollten idealerweise nicht nur das Projekt ständig begleiten, sondern bereits mit dem Designprozess beginnen. Fängt der Testprozess etwas später an, muss unter Umständen grundlegendes Design umgekrempelt werden, was viel Zeit und Geld kostet.

Nummer 2: Versprich mir bitte, dass es keine Bugs gibt.

Die Aufgabe der Tester liegt nicht vordergründig darin, die Qualität der Software zu gewährleisten, sondern vielmehr darin, zu helfen, qualitativ hochwertige Produkte zu entwickeln. Ein Tester kann nicht hundertprozentig sicherstellen, dass ein Produkt bug-free ist, sondern nur, dass es einen vorher festgelegten Standard erfüllt.

Nummer 3: Du musst dich doch unglaublich langweilen!

Wer sich ein wenig mit Testing auskennt, schon einmal in einen Testing Blog geschaut hat oder auf einer Konferenz war, der weiß, dass die meisten Tester mit viel Leidenschaft bei der Sache sind. Viele Tester sehen ihre Arbeit als einen Prozess des Entdeckens, Forschens und Lernens. Manchmal ist es sogar Pionierarbeit, da man Probleme finden kann, die zuvor noch nie aufgetreten sind und mit denen niemand gerechnet hat.

Nummer 4 : Ich hatte keine Zeit, deinen Bug Report zu lesen. Kannst du ihn mir in fünf Sekunden zusammenfassen?

Ein wichtiger und zeitaufwändiger Teil des Test-Prozesses ist das Schreiben der Auswertungen. Dabei ist Genauigkeit, Ausdauer und Präzision gefragt, um Bugs auch im Nachhinein noch nachvollziehen zu können. Ohne diese Schritte ist der gesamte Testverlauf mehr oder weniger nutzlos. Statt der Fünf-Sekunden-Version schlägt Brown die Fünf-Worte-Version vor: Lies den verdammten Bug Report!

Nummer 5: Du bist ja eigentlich ganz nett. Mir ist egal, was die Entwickler über dich sagen.

So ein Lob geht natürlich runter wie die amerikanische Wirtschaft. Doch Spaß beiseite: Die Beziehung zwischen Testern und Entwicklern ist nicht immer einfach. Schließlich ist es die Aufgabe der Tester, ihre Kritik zu äußern – und wer wird schon gerne kritisiert?! Hier ist einfach Fingerspitzengefühl und Fairness gefragt.

Nummer 6: Kann ein Computer das nicht viel besser machen?

Das hängt natürlich von der Aufgabe ab. Doch selbst wenn ein Computer die Arbeit erledigt, muss immer noch ein Mensch die Ergebnisse auswerten oder das richtige Programm oder Tool zum Testen auswählen. Ein Computer kann den Testing-Prozess nicht übernehmen – das wäre ja wie die parlamentarische Selbstkontrolle bei Nebeneinkünften.

Geschrieben von
Astrid Wagner
Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.