Wie unterscheidet sich der EFSP vom Java Community Process?

5 Unterschiede zwischen dem Eclipse Foundation Specification Process und dem JCP

Tanja Obradovic

© Shutterstock / Thinglass

Der Java Community Process (JCP) wurde für Jakarta EE abgeschafft und dafür der Eclipse Foundation Specification Process (EFSP) eingeführt. Doch worin unterschieden sich die zwei Prozesse voneinander? Tanja Obradovic (Jakarte EE Program Manager bei der Eclipse Foundation) hat fünf Unterschiede herausgearbeitet.

Den meisten ist inzwischen bekannt, dass Oracle die Java-EE-Spezifikation unter dem Dach der Eclipse Foundation Open Source bereitgestellt hat. Im Zuge dessen entschied sich die Community im Übrigen auch dafür, Java EE in Jakarta EE umzubenennen. Eine weitere Folge der Umstellung auf das Open-Source-Modell ist im vorliegenden Fall eine Veränderung des Spezifikationsprozesses. Der bekannte Java Community Process (JCP) wird in Zukunft durch den Eclipse Foundation Specification Process (EFSP) ersetzt, der sich besser im Hinblick auf die Anbieterneutralität, Transparenz und alle anderen mit Open Source verbundenen Eigenschaften eignet.

Was genau hat sich also verändert? Es gibt viele Unterschiede zwischen dem Eclipse Foundation Specification Process (EFSP) und dem Java Community Process (JCP), aber konzentrieren wir uns auf meine Top 5!

© 2018 Eclipse Foundation, Inc. / EPL-2.0

Code First: Während es im JCP vorgesehen war, zuerst ein Spezifikationsdokument zu erstellen, wird beim EFSP am Anfang das praktische Experimentieren und Coden stehen. Damit soll dann bewiesen werden, dass etwas es überhaupt wert ist, in einer eigenen Spezifikation dokumentiert zu werden.

Kollaborativ: Der EFSP soll zukünftig von der breiteren Community rund um Jakarta EE für die Erstellung und Implementierung von Spezifikationen genutzt werden. Verwaltet und definiert wird er von Mitgliedern der Jakarta EE Working Grouop, die als herstellerneutrale Gruppe agiert. Durch enge Zusammenarbeit wird sichergestellt, dass alle Mitglieder der Working Group gleichermaßen an der Erstellung von Spezifikationen beteiligt sind.

Dokumente und TCKs = Open Source: Ein Hauptvorteil des neuen EFSP ist, dass die erstellten Dokumente und TCKs direkt Open Source sein werden. Das bedeutet für die Community Folgendes: Transparenz, Offenheit, Lastenausgleich und Anbieterneutralität. Weitere Informationen dazu finden sich auf meinem Blog. Durch die Öffnung der Spezifikation für die Community kann sich eine deutlich größere Menge an Personen beteiligen, was ultimativ zu besserer Qualität führt. Dies wird unter anderem durch neue Möglichkeiten zur Einflussnahme auf die technische Ausrichtung der Projekte begünstigt, auch Feedback kann nun viel einfacher eingebracht werden. Transparenz, Offenheit und Anbieterneutralität waren kein Teil des JCP.

Kompatible Implementierungen: Der JCP erforderte, dass jede Version einer Spezifikation über eine entsprechende Referenzimplementierung verfügt. Der EFSP verlangt lediglich mindestens eine kompatible Implementierung einer Spezifikation. Wir begrüßen und fördern allerdings auch weitere Implementierungen einer Spezifikation und vermeiden es, bestimmte Implementierungen oder einen Anbieter hervorzuheben oder zu bevorzugen.

Selbstzertifizierung: Für den Zertifizierungsprozess des EFSPs verwenden wir ein Self-Service-Modell, wodurch Kosten und Aufwand für die Durchführung von Zertifizierungen gesenkt werden. Es besteht die ausdrücklich Anforderung, dass alle Testergebnisse öffentlich zugänglich gemacht werden sollen, damit eine Verzifizierung erfolgen kann.

Spezifikationsprozesse sind ihrer Natur nach sehr umfassend, detailliert und recht komplex. Es wurde sorgfältig darauf geachtet, dass der mit der Einbindung in den Prozess verbundene Aufwand nicht größer ist als nötig. Dennoch werden wir den Spezifikationsprozess, basierend auf den Erfahrungen, die wir im Laufe der Zeit machen, anpassen und verbessern.

Wir hoffen, dass die Community mitmachen wird!

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Geschrieben von
Tanja Obradovic

Jakarta EE Program Manager at Eclipse Foundation

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