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5 Trends 2013 im Cloud Computing

Judith Lungstraß

2012 hat sich Cloud Computing endgültig vom Randphänomen hin zum Enterprise-Giganten gewandelt. Was man schon seit Jahren prophezeite, soll demnächst wahr werden: Die Hälfte aller vom Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Forrester befragten Unternehmen gab an, 2013 Geld für private Cloud-Projekte beiseite legen zu wollen.

Doch wie wird sich diese verstärkte Resonanz auf die Charakteristika des Cloud Computings auswirken? Um aktuelle Trends herauszufinden, hat Forrester die Beiträger zum eigenen Cloud Computing Playbook, einem Fachbuch für den Enterprise-Bereich, nach ihren Prognosen für das kommende Jahr befragt. Werfen wir einen kurzen Blick auf einige der interessantesten Prognosen:

Alles geht in die Cloud? Keineswegs! Cloud Computing soll künftig nur noch dort Verwendung finden, wo es auch Sinn macht. Mittlerweile kennt man nämlich dessen Unterschiede zu traditionellen virtuellen Infrastrukturen und Hosting-Umgebungen und kann informierte Entscheidungen darüber treffen, für welche Anwendungen sich die Cloud eignet und für welche nicht.

Cloud und Mobile werden eins. Schließlich machen mobile Apps nur dann Sinn, wenn sie über das Internet auf Backend Services zugreifen können, und diese Services sind immer häufiger Cloud-basiert. Der Vorteil: Auf den jeweiligen auftretenden Traffic kann man künftig mit Elastizität reagieren.

Kosten-Modellierung wird endlich real. Unternehmen werden schon bald erkennen, dass die Cloud nicht zwangsläufig günstiger sein muss, sondern nur dann, wenn man das richtige Modell wählt. Um dieses zu identifizieren, ist Beobachtung und Optimierung notwendig, beispielsweise mit Cloud Cost Monitoring Tools wie Cloudyn, Cloudability oder Rightscale.

Cloud ist nicht gleich AWS. Die Amazon Web Services verfügen zwar weiterhin über knapp 70 Prozent Marktanteil im Bereich Cloud Computing, jedoch kommen immer mehr Mitbewerber und vielversprechende Neueinsteiger dazu. Microsoft und Google beispielsweise haben ihre Plattformen stark überarbeitet und auch die OpenStack-basierten Clouds stehen in den Startlöchern.

Die Cloud ist gar nicht mal so anders als all das, was Entwickler kennen. Es gibt keine Programmiersprachen, die ausschließlich in der Cloud genutzt werden können oder die sich hierfür besonders eignen. Nicht das Coding unterscheidet sich in der Cloud, sondern die Service-Optimierung. Von daher gilt für alle Entwickler: Ausreden ergeben keinen Sinn mehr!

Die Nutzung von Cloud Computing soll also „endlich real werden“, meint Forrester. Dabei ist allerdings anzumerken, dass man sich in Europa im Vergleich zum Weltmarkt noch schwer tut, der nebulösen Cloud-Technologie zu vertrauen. Als Hemmschuh werden die unterschiedliche Rechtssituation in den EU-Ländern sowie die „kulturell bedingte“ Zurückhaltung europäischer Unternehmen gesehen, Daten der Unternehmenskontrolle zu entziehen. Die Europäische Union hält es jedenfalls 2012 noch für nötig, groß angelegte Strategien für die Förderung von Cloud Computing auszuarbeiten.

Die positive Forrester-Prognose ist also hierzulande durchaus mit Vorsicht zu genießen. Wird 2013 für Sie das Jahr, in dem „Cloud Computing real wird“?

Geschrieben von
Judith Lungstraß
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