Tipps für die Selbstständigkeit

5 Tipps für Freelancer: Wie Sie den Sprung in die Selbstständigkeit schaffen

Kypriani Sinaris

©Shutterstock/benchart

Nicht mehr angestellt sein, sondern frei entscheiden können, was, wo, wann gemacht wird – das klingt erst mal sehr verlockend. Die Selbstständigkeit birgt aber auch einige Risiken. Auch wenn in der IT die Startbedingungen aufgrund wenig benötigtem Raum und Equipment vergleichsweise klein sind, ist es doch ein Schritt, dessen wahre Größe erst im Nachhinein deutlich werden kann. Was muss man auf dem Weg zum Freelancer beachten?

Die Entscheidung zur Selbstständigkeit ist ein Neuanfang. Es gibt keinen Puffer in Form von über- und untergeordneten Abteilungen mehr, wie dies im Unternehmen der Fall ist: Man trägt selbst die volle Verantwortung. Auch aus finanzieller Sicht ist die Selbstständigkeit ein gewagter Schritt. Und nicht zuletzt stellt sich Freelancern früher oder später die Frage: Wie kann ich mich auf dem Markt etablieren?

Damit Ihr Weg in die Selbstständigkeit einfacher fällt, haben wir hier 5 Tipps zusammengestellt, die Sie als Freelancer in der IT-Branche beachten sollten.

Die Basis

Grundlage für eine erfolgreiche Selbstständigkeit ist eine Plattform, die man als Sprungbrett nutzen kann. Portale wie freelance.de oder Upwork, welches für Freelancer in den USA, Kanada, Australien und Großbritannien verfügbar ist, bieten Freiberuflern die Bühne, auf der sie sich präsentieren können. Mithilfe eines Profils auf diesen Seiten kann nicht nur dargestellt werden, worin die eigene Spezifikation liegt. Es können auch neue Jobs gefunden werden. Aber Vorsicht: Manche Mitgliedschaften kosten Geld, andere Portale behalten einen gewissen Prozentsatz Provision ein.

Zu der Basis gehören noch weitere Aspekte: Netzwerken und Socializing! Kontakte sind das A und O für Selbstständige und für die erfolgreiche Etablierung der eigenen „Marke“ von großer Bedeutung. Dazu rät auch Benjamin Pimentel auf dem US-amerikanischen Portal nerdwallet. Hier gibt er Tipps für Tech-Profis, die sich zu einer Freelancer-Karriere entscheiden möchten.

Passt Ihr Angebot zur Nachfrage?

Finden Sie heraus, worin Ihre besonderen Stärken liegen, und machen Sie sich mit Ihrer Spezifikation attraktiv für potentielle Kunden. Dafür ist es wichtig, aktuelle Trends mitzuverfolgen. Ist momentan beispielsweise JavaScript besonders gefragt, dann lohnt es sich, seine Kenntnisse zu vertiefen.

Bleiben Sie up-to-Date

Dieser Tipp folgt aus dem Vorangehenden. Nachdem Sie den Markt in puncto aktueller Nachfrage gescannt haben, reagieren Sie darauf. Worin könnten Sie sich weiterbilden? Gibt es vielleicht eine Programmiersprache, die Sie beherrschen sollten oder eine bestimmte Architektur, in der Sie Ihr Wissen erweitern sollten? Die regelmäßige Weiterbildung ist für einen Freelancer enorm wichtig. itfreelancer.net, ein Portal für IT Freelancer und Projektanbieter, rät daher zum Blick über den Tellerrand: Der regelmäßige Besuch von Weiterbildungen sei essentiell für jeden Freelancer.

 Rechtliche und steuerliche Grundlagen

Es kann natürlich passieren, dass Sie als Freelancer Kunden Ihres früheren Arbeitgebers begegnen. Stellen Sie sicher, dass aus juristischer Sicht nichts gegen die Realisierung eines Projektes für Kunden Ihres früheren Arbeitgebers spricht: Ein Wiedersehen mit dem alten Chef auf dieser Ebene ist nicht nur ziemlich unangenehm, sondern auch peinlich. Auf dem Portal itfreelancer.net wird zusätzlich zu einer IT-Haftpflichtversicherung geraten, um Haftungsrisiken für Einzelunternehmer zu umgehen. Auch aus steuerlicher Sicht ändert sich Einiges: Administrative Aufgaben, wie die Abführung der Einkommenssteuer an das Finanzamt, die früher Ihr Arbeitgeber übernommen hat, müssen Sie jetzt (wohl oder übel) übernehmen. itfreelancer.de rät, regelmäßige Rücklagen zur Tilgung von Steuerlasten zu bilden.

 Die richtige Work Life Balance

Schon klar: ein 9-to-5-Job ist der des Freelancers nicht. Trotzdem sollte auch die Entspannung neben der Arbeit nicht zu kurz kommen. Planen Sie genug Zeit für Hobbies, Familie und Freunde ein, um Ihren Akku wieder aufzuladen, um die Kraft und Energie für Ihre Projekte zu haben. Das Portal itfreelancer.net rät außerdem, Aufgaben, die ausgelagert werden können, auch auszulagern. Dazu gehören zum Beispiel die ungeliebten administrativen Aufgaben. Wägen Sie finanzielle Kosten und den resultierenden Nutzen in Form von mehr (Frei-)Zeit ab. Lohnt sich die Investition?

Natürlich ist Selbstständigkeit nicht zu 100% planbar: Beachtet man aber die genannten Tipps und lässt sich zusätzlich von Freelancern aus dem Umfeld beraten, die diesen Schritt bereits gegangen sind, so sollte der Weg dorthin etwas weniger steinig sein.

Aufmacherbild: Super Hero von Shutterstock / Urheberrecht: benchart

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Kypriani Sinaris
Kypriani Sinaris
Kypriani Sinaris studierte Kognitive Linguistik an der Goethe Universität Frankfurt am Main. Seit 2015 ist sie Redakteurin bei JAXenter und dem Java Magazin.
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1 Kommentar auf "5 Tipps für Freelancer: Wie Sie den Sprung in die Selbstständigkeit schaffen"

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Flavio
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Hallo Kypriani. Interessanten Artikel! Ich bin seit kurzem Freelancer und bevorzuge noch Plattformen wie Upwork oder Freelancer zu nutzen. Es wäre jedoch viel besser, ohne diese zu arbeiten. Ein anderes Problem, das ich habe, ist mit der Buchhaltung. Es kann schon teuer werden, wenn man sich an einen Steuerberater wendet. Deshalb benuzte ich eine Rechnungssoftware, die mir dabei hilft. Ich frage mich jedoch, ob es genug ist oder ob ich trotzdem zum Steuerberater gehen muss.