Die Highlights des Events an der Hochschule Darmstadt

5 Take-aways von der OpenRheinMain 2019: Open Source & Digitalisierung im Fokus

Dominik Mohilo, Katharina Degenmann

© Shutterstock / Kheng Guan Toh

Am vergangenen Freitag, 13. September 2019, lud die Hochschule Darmstadt in Zusammenarbeit mit Red Hat und Accenture zur OpenRheinMain 2019 ein. Die Konferenz für Open Source und aufstrebende digitale Technologien hatte für Entwickler und technologieaffine Besucher zahlreiche Sessions zu aktuellen Themen der Tech-Branche zu bieten. Wir waren vor Ort und haben an dieser Stelle unsere fünf Highlights von der Konferenz für unsere Leser zusammengefasst.

Take-away #1: Das digitale Dilemma

Ohne Frage, wir leben im Zeitalter der Digitalisierung: Am Arbeitsplatz, beim Einkaufen, beim Sport, in der Medizin und jetzt auch noch in unseren Autos. Die Digitalisierung ist aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Doch trotz ihrer Omnipräsenz, genießt die Digitalisierung nicht immer einen guten Ruf. Zahlreiche Menschen und Institutionen warnen regelrecht vor einer digitalen Zukunft, als einem Ort von Überwachung, Kontrollverlust und fehlender Sicherheit. Und genau das ist das Problem – „verstehen statt verteufeln“ plädiert Arnd Steinmetz (Hochschule Darmstadt) in seiner Eröffnungs-Keynote auf der OpenRheinMain 2019. Während Steinmetz erklärt, welche Ziele verfolgt werden, um die Stadt Darmstadt digitaler zu machen, lässt sich sein „Credo“ allerdings auf die Digitalisierung in ihrer Gesamtheit übertragen: Es geht um die Digitalisierung im Dienste der Gesellschaft, statt einer Gesellschaft im Dienste der Digitalisierung.

Take-away #2: Open Source auf der Siegesstrasse


Die Welt der Softwareentwicklung ist konstant in Bewegung: Nur wenige Technologien, Paradigmen und Ideen setzen sich fest und werden zum unangefochtenen Standard. Unangefochten ist auch das Konzept „Open Source“ nicht. Dennoch gibt es, so Jan Wildeboer (Red Hat) in seiner Keynote, keine Möglichkeit, um Open-Source-Software herumzukommen. Seiner Meinung nach beginnen CTOs heutzutage zu begreifen, dass nur etwa 20 Prozent heutiger Software wirklich speziell und „unique“ ist, während 80 Prozent nicht relevant, austauschbar und „offen“ sind. Niemand, so Wildeboer, würde sich heute noch damit beschäftigen, einen eigenen Software-Stack zu erschaffen – und das unabhängig vom eingesetzten Betriebssystem. Sein erklärtes Ziel ist es, die bislang erreichten 80 Prozent in die Nähe der 100-Prozent-Marke zu verschieben. Im richtigen Unternehmen dafür ist er: Red Hat ist das Unternehmen, das für Open Source steht wie kein anderes: Das Geld dort wird nicht mit einem Vendor Lock-in verdient, sondern mit den umfangreichen Support-Modellen für die von Red Hat kostenfrei zur Verfügung gestellt wird. „Making Money the fair way“? So kann man das durchaus sehen…

Take-away #3: Kinderleichte App-Entwicklung mit Flutter

Die Idee, Android- und iOS-Apps mit einer gemeinsamen Code-Basis zu entwickeln, ist keineswegs neu. Über die Jahre sind hierfür bereits einige Lösungen aufgetaucht, beispielweise Xamarin. Auch Google hat das Potential diesen Trends entdeckt und springt mit dem Flutter SDK auf diesen Zug auf. Tobias Pritsch (Cosee) erklärte die moderne Hybrid-App-Entwicklung mit Flutter und zeigt dessen Vorteile auf. Bei seinem nostalgischen Streifzug durch die App-Geschichte erinnert er die Session-Teilnehmer an so manch wilden App-Versuch ohne Flutter. Diese Zeiten des Wartens, Bangens und geprägt von ständigen Auf- und Abs, „damals in der Berufschule“, sorgten bei den Zuhörern für viel Lachen. Gut also, das Flutter das deklarative UI Programming erleichtert, wie z.B. durch Widgetes für ein besseres State Management. Das Fazit der Session ist ganz klar: Mit Flutter ist die App-Entwicklung kinderleicht!

Take-away #4: Die zweite Quantenrevolution – Gefahren inklusive


Die erste Quantenrevolution brachte der Menschheit und insbesondere der Entwicklergemeinde neue Regeln, wie die physikalische Realität abzubilden und zu verwalten sei. Die zweite Quantenrevolution baut auf diesen Regeln nun auf und hilft uns, neue Technologien zu entwickeln, die auf den neuen Regeln basieren. Dadurch werden sie die klassischen und heute bereits im Einsatz befindlichen Algorithmen erweitern und sie verbessern bzw. komplexer machen. Vier Einsatzgebiete sagt Matthias Ziegler von Accenture hierfür voraus: Simulation, Optimierung, Kryptographie und Datenanalyse bzw. Machine Learning. Durch Quantencomputer lassen sich Lernprozesse beschleunigen (Machine Learning) oder Simulationen realer denn je gestalten. Doch auch Gefahren birgt das neue Technologiezeitalter: Bewährte und als sicher geltende Security-Verfahren könnten durch das Aufkommen von Quantencomputern gefährdet werden. Bei all den Vorteilen und all dem Fortschritt sollte man daher die Sicherheit nie vernachlässigen.

Take-away #5: Service Mesh als Allheilmittel? Kommt darauf an…

Monolithen sind unschön. Auch wenn es noch immer gewisse Verfechter großer, schwergewichtiger Anwendungen mit einem zusammenhängenden Code-Geknäuel gibt, ist man sich doch allgemein einig, dass Microservices das Architekturmuster der Zukunft sind. Und – wie könnte es anders sein – viele einzelne Services zu verwalten, ist anstrengend. Abhilfe schafft hier das Service Mesh, wie auch Markus Zimmermann (Cosee) in seiner Session vorstellt. Während es bei Monolithen schwer ist, neue Features einzubauen, was wiederum die Entwickler frustriert, muss bei Microservices-Architekturen nicht bei jeder kleinen Änderung die gesamte Anwendung neu deployt werden. Doch auch Schwierigkeiten gibt es: Die Kommunikation zwischen den Services ist etwas, worum man sich kümmern muss, das Debugging ebenso und natürlich auch das Deployment. Ob Service Meshes wie Istio oder Linkerd da für alle Anwendungszwecke das Allheilmittel ist? Nur, wenn man sehr viele Microservices hat und Traffic Management sowie Monitoring obligatorisch sind, gibt der Experte zu bedenken. Die Lernkurve sei, so Zimmermann, für kleine Projekte einfach zu steil.

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Geschrieben von
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo studierte Germanistik und Soziologie an der Goethe-Universität in Frankfurt. Seit 2015 ist er Redakteur bei S&S-Media.
Katharina Degenmann
Katharina Degenmann
Katharina Degenmann hat Politikwissenschaft und Philosophie studiert. Seit Februar 2018 arbeitet sie als Redakteurin bei der Software & Support Media GmbH und ist nebenbei als freie Journalistin tätig.
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