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Menschlich irren

5 logische Fehler, die Entwickler vermeiden sollten

Hartmut Schlosser

(c) Shutterstock / iQoncept

Menschen machen Fehler, Entwickler sind Menschen. Also machen Entwickler Fehler. Logische Schlüsse wie dieser sind des Entwicklers täglich Brot. Umso schlimmer ist es dann, wenn gerade Entwickler mit logischen Vorurteilen belastet sind.

Auch Blogger Josh Harness sind die immer wieder auftretenden logischen Fehlschlüsse ein Dorn im Auge. In seinem Aufklärungsartikel „Five Fatal Logical Fallacies of Software Development“ entlarvt er 5 der ärgerlichsten Fehlschlüsse unter Entwicklern:

  • Ein Kollegen liegt falsch, weil er seine Position nicht ausreichend verteidigen kann
    In der Arena der konkurrierenden Meinungen ist man schnell dabei, eine schlechte Argumentation mit einer falschen Position zu verwechseln. Oft sind aber die ersten Intuitionen nicht so verkehrt – auch wenn man diese noch nicht wirklich gut begründen kann.
  • Verteidige eine Coding-Praxis dadurch, dass sie schon früher funktioniert hat
    Nicht selten stellt sich die Frage, ob man neue Technologien, Methoden, Designs einführen oder doch beim Bewährten bleiben sollte – z.B. weil man ja „die Codebasis konsistent halten muss“. Dennoch stellt sich bei genauerem Hinsehen meist heraus, dass die ursprünglichen Gründe für eine Technologie- bzw. Methodenwahl nicht mehr gelten.
  • Man muss ein bestimmtes Projekt weiterführen, weil schon so viel Zeit, Geld oder andere Ressourcen investiert wurden.
    Software-Entwicklung ist ein hartes Metier. Zum Start eines Projektes sind kaum alle Fakten bekannt. Man sollte deshalb nicht davor zurückschrecken, die Richtung komplett zu ändern, wenn neue Informationen die ursprünglichen Entscheidungshintergründe verändern. Besser zwei Tage lang Refactorings durchführen als ein inkonsistent gewordenes Projekt weiter durchziehen, bei dem kein Ende in Sicht ist!
  • Begrenze die Problemsphäre auf zwei Optionen
    Man hört oft Sätze wie: Die schlechte Performance liegt entweder an einem korrupten Datenbank-Index oder an einem Partitionsfehler. Was ist aber mit anderen Möglichkeiten? Meist gibt es gerade bei der Problem-Diagnose mehr als nur zwei Optionen!
  • Verwechsle Korrelation und Kausalität
    Ein Dauerbrenner ist, das Zusammenfallen von Ereignissen mit der Ursächlichkeit von Ereignissen zu verwechseln. Dies ist besonders beim Debuggen gefährlich, wenn man meint, die Ursache für ein Problem gefunden zu haben. Man erwartet dann, dass die „Folgefehler“ auch verschwinden – was sie bei bloßer Korrelation nicht tun!

Kennen Sie aus Ihrem Arbeitsalltag weitere logische Vorurteile, vor denen Sie Ihre Kollegen warnen möchten?

Aufmacherbild: Hole in Your Logic words in a hole von Shutterstock / Urheberrecht: iQoncept

Geschrieben von
Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser
Content-Stratege, IT-Redakteur, Storyteller – als Online-Teamlead bei S&S Media ist Hartmut Schlosser immer auf der Suche nach der Geschichte hinter der News. SEO und KPIs isst er zum Frühstück. Satt machen ihn kreative Aktionen, die den Leser bewegen. @hschlosser
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