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Lessons Learned

5 Erkenntnisse für Entwickler – Tag 2 der W-JAX 2015

Redaktion JAXenter

W-JAX Keynote 2015 (c) S&S Media

Microservices, Spring 5, Java-Strings, BizDevOps und eine Lebensform namens Google. Mit dieser Themen-Strecke stellen wir einige Highlights aus dem zweiten Tag der W-JAX 2015 vor – wie immer keinesfalls repräsentativ, aber dennoch ungemein spannend!

1. Microservices haben eine dunkle Seite: Geheimtipp Pact!

Microservices lassen sich skalieren und unabhängig voneinander deployen. Was ein Segen sein kann, aber auch ein Fluch. Spätestens, wenn es um Testbarkeit geht. Tobias Bayer und Hendrik Still (inovex) gaben in ihrem Talk Anregungen, wie man mit diesem Problem umgehen kann. Sie setzen auf Pact, mit dem sich Consumer Driven Contracts erstellen lassen, um Anforderungen und Abhängigkeiten zu testen.

Ein Consumer Contract beschreibt aus der Sicht eines Aufrufers, wie die Antwort strukturiert sein soll, die er beim Aufruf eines Service erwartet. Dadurch lassen sich Services relativ unabhängig voneinander auf ihr Zusammenspiel hin testen, ohne die jeweiligen Partnerservices hochfahren zu müssen. Das löst zwar nicht alle Probleme, wie die Sprecher zugaben, macht das Leben aber etwas einfacher

Nichtsdestotrotz ein Geheimtipp für alle W-JAX-Besucher: Pact! Mehr zum Thema übrigens im JAXenter-Artikel Microservices: Consumer-driven Contract Testing mit Pact

2. Spring 5 kommt!

Aktuell ist Spring 4.2.2; ein weiteres Release der 4.x Serie darf im Frühjahr 2016 erwartet werden, in dem es laut Spring Project Lead Jürgen Höller vor allem noch um das Finetuning von kürzlich hinzugekommene Framework-Features gehen wird, zum Beispiel im Kern-Konfigurationsmodell oder im Hinblick auf die verschiedenen Messaging-Endpunkt-Varianten. Danach bzw. schon parallel laufen die Arbeiten an Spring 5, in dem die Support Baseline dann auf Java 8 angehoben werden wird. Orientieren wird man sich aber auch am JDK 9 – alle neuen Features sollen früh unterstützt werden. Vorraussetzung dafür ist natürlich, dass Java 9 dann auch von Oracle wie geplant zur Verfügung gestellt wird, kommentiert Skeptiker Höller nicht ohne Schmunzeln. Angepeiltes Veröffentlichungsdatum für Spring 5: das vierte Quartal 2016.

Und auch im Spring-Data-Projekt ist einiges los. Die Sammelreleases Gosling und Fowler bieten als Baseline Spring Framework 4.1, Entwickler können sich außerdem in Spring Data Commons über unterstützte neue Return Types und Support für Completable Futures freuen. Auf die Frage, ob Spring Data in Zukunft auch das reaktive Programmieren unterstützen wird, antwortete Christoph Strobl (Pivotal Software, Inc.), dass dies eines der Ziele für das Jahr 2016 darstellt. Die Spring-Data-Entwickler haben außerdem am Support für JPA, MongoDB, Redis, REST sowie dem Community-Modul Elasticsearch gearbeitet. Spring bleibt spannend – und immer noch eines der aktivsten Projekte im Java-Ökosystem!

3. Don’t mess with strings

Über Strings machen sich viele Entwickler wahrscheinlich nicht so oft Gedanken: Sie nutzen sie einfach. Bei großen Strings oder Umformatierungen können aber doch einmal Probleme auftauchen. Dann könnte der findige Entwickler auf die Idee kommen, eigene String-Klassen zu bauen. Davon riet Bernd Müller (Ostfalia) in seinem Vortrag „Was Java-Entwickler über Strings wissen müssen“ ab: „Nicht alles, was man im Internet findet, muss man auch nachbauen“. Am Ende ist die Applikation immer langsamer.

4. DevOps ist nicht genug

Die Red Hats Jan Wildeboer (wirklich mit rotem Hut) und Markus Eisele brachten in ihrer Keynote das Buzzword DevOps auf eine neue Ebene: BizDevOps. Das ist quasi unternehmensübergeifendes DevOps. Ein neuer Hype?

Wenn es stimmt, dass in Unternehmen 80 Prozent der Software nicht für den Unternehmemserfolg ausschlaggebend sind, dann weist das auf einen geradezu tragischen Missstand in der IT-Branche hin – dass nämlich einerseits die IT-Abteilungen abgekoppelt von den wirtschaftlichen Entscheidungen eines Unternehmens als „Dienstleister und Kostenstelle“ behandelt werden. Dass andererseits IT selbst wenig daran gemessen wird, welchen ökonomischen Wert sie – oder ihre Software – tatsächlich für ein Unternehmen generiert.

BizDevOps bedeutet daher sowohl die Aufwertung der IT auf Augenhöhe mit den Business-Entscheidern, als auch eine größere Verantwortung der IT gegenüber dem, was sie da eigentlich so fabriziert. BizDevOps? Mehr als ein Hype!

5. Google ist keine Suchmaschine!

Google ist eine Suchmaschine? Falsch. In seiner fantastischen Abend-Keynote räumte SEO-Papst Marcus Tandler (onPage.org) mit diesem allgemeinen Vorurteil auf – denn worum es Google mit seiner Suchmaschine geht, ist eigentlich AI. Google ist eine künstliche Lebensform.

Mit jeder Suchanfrage füttern wir die künstliche Intelligenz Google. Und mit Android Metadaten und Services wie Maps kommt Google immer mehr seinem von Larry Page ausformulierten Ziel näher, dass Menschen ganz OHNE Suchanfragen mit Informationen versorgt werden, die sie im aktuellen Kontext gerade benötigen.

Skynet aus Terminator? Totale Bevormundung? Die Maschinen übernehmen die Macht? Genau!

Tandlers zahlreiche Anspielungen – und seine über 200 unterhaltsamen Slides – zeigten genau in die Richtung einer Dystopie, in der die Alltagsservices des Internet-Giganten, die von Konsumenten wenig, von Entwicklern fast nie hinterfragt werden, in einen überraschend totalitären Kontext gestellt wurden. Düstere Aussichten…. wenn da nicht am Schluss das rettende Zitat eines Philosophen unserer Zeit gewesen wäre:

Everybody has a plan until they get punched in the face (Mike Tyson)

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