Aufstieg in der IT

5 Dinge, die sich für Entwickler bei einer Beförderung ändern

Katharina Degenmann

© Shutterstock/Elnur

Flexible Arbeitszeiten, mehr Entwicklungsmöglichkeiten und mehr Gehalt, eine Beförderung scheint auf den ersten Blick vor allem positive Seiten zu haben. Doch mit der Beförderung ändert sich zumeist auch das Aufgabenfeld. Der Wechsel vom Entwickler zur Führungskraft ist möglich – aber liegt er einem auch?

Dass sich das Tätigkeitsfeld von Entwicklern stark erweitert hat, bestätigte in diesem Jahr bereits die Stripe Studie 2018. Entwickler seien zunehmend an Unternehmensprozessen beteiligt und übernehmen nicht selten Führungspositionen. Während früher die Hauptaufgabe im Programmieren bestand, sind mit einer Beförderung zur Führungsposition vor allem Management-Skills gefordert. Doch bevor man das Angebot zur Beförderung annimmt, sollte man sich der möglichen Veränderungen bewusst werden, rät Bradley Jones.

Man sollte sich fragen, welche Auswirken die Beförderung auf die eigene Arbeit hat: Entspricht mir die Arbeit im Management überhaupt? Was sind meine Stärken und meine Schwächen? Finde ich an der Richtung des Karrierewegs überhaupt gefallen? Und was sind die Hauptaufgaben, die im neuen Tätigkeitsfeld auf mich zukommen?

1. Weniger Zeit fürs Programmieren

Viele Entwickler programmieren gerne und würden auch gerne mehr Zeit mit der Programmierung verbringen, als sie es derzeit tun. Doch bei einer Beförderung wird auch hier die Zeit gekürzt. Die meiste Zeit wird man mit „Papierkram“ verbringen. Genehmigungen von Urlaubstagen, das Schreiben von Reviews, das Berichten über den Status des Teams sind dabei nur ein Bruchteil. Laut Jones gilt:

The bigger your team, the more time administrative tasks are likely to take.

2. Mehr strategisch als taktisch

Der Fokus der Entwickler liegt oftmals auf dem Liefern von Lösungen, die eine Reihe von Anforderungen bestehen müssen. Der Ansatz eines Entwicklers ist daher oft taktischer Natur. Als Manager könnte die Rolle allerdings strategischer werden, meint Jones. Während man als Entwickler oft einem Projekt zugeteilt sei, muss man als Führungsposition an mehreren Baustellen gleichzeitig arbeiten. Man muss überblicken, was die Teams um einen herum tun und an was das Unternehmen als Ganzes arbeitet. Das erfordert strategisches Denken. Das Bedürfnis, das eigene Team zufriedenzustellen und gleichzeitig das Verständnis fürs Geschäft zu erweitern, erfordert viel Zeit und Mühe.

3. Viele Meetings und mehr Kommunikation

Je höher man in einem Unternehmen aufsteigt, desto mehr muss man sich darauf verlassen, dass die einzelnen Teammitglieder ihre Aufgaben erfüllen und das Geschäft vorantreiben. Um dabei die Kontrolle und Verantwortung nicht zu verlieren, bedarf es ausreichender Kommunikation. Um die Kommunikation aufrecht zu erhalten, werden meist Meetings abgehalten. Natürlich ist es möglich, formelle Meetings einzuschränken, dennoch wird man um Meetings nicht herumkommen. Die Kommunikation mit den eigenen Teammitgliedern muss aufrechterhalten werden und der Informationsfluss mit dem eigenen Chef muss funktionieren. Die Kommunikation ist der Schlüssel, wie auch der nachfolgende Aspekt zeigen wird.

4. Die Verantwortung steigt

Mit zunehmender Kontrolle steigt in der Regel auch die Verantwortung. Die Zunahme der Verantwortung verlangt die Fähigkeit, Menschen zu führen. Aufgrund der höheren Verantwortung ist es nicht ungewöhnlich, dass man in eine Position gebracht wird, in der man „Nein“ sagen muss. Man muss plötzlich jenen widersprechen, die zuvor noch Kollegen waren. Jones schreibt:

As a developer you were likely asked to deliver seemingly impossible tasks. In a developer management role, you now have developers that say “no” to you for the very same reasons.

Gleichzeitig ist es auch vorstellbar, dass einem der eigene Vorgesetzte Aufgaben aufträgt, für die man keine Verantwortung übernehmen möchte. Auch hier will „Nein“ sagen gelernt sein.

5. Die Beziehungsstrukturen ändern sich

Auch die Beziehung zu den Kollegen wird sich ändern. Während man früher noch einer unter vielen war, wird man nun als andere Autorität wahrgenommen. Entwickler, mit denen man zuvor zusammengearbeitet hat, könnten nun zurückhaltender im Umgang sein, da Sie für ihre Bewertung und andere Entscheidungen hinsichtlich ihrer Karriere verantwortlich sind. Ehemalige Teammitglieder beziehen einen als Vorgesetzten möglicherweise nicht mehr in Gespräche mit ein, an denen man zuvor teilgenommen hat.

Aber gerade in Sachen Beziehungen kann eine Beförderung einen Vorteil haben. Durch die Managementtätigkeit müssen Entwickler mit einem größeren Personenkreis interagieren. Neben der Kommunikation mit anderen Teams werden hauptsächlich andere Abteilungen und Externe zu den Kontakten gehören.

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Katharina Degenmann
Katharina Degenmann
Katharina Degenmann studiert Philosophie an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Seit Februar 2018 arbeitet sie in der Redaktion der Software & Support Media GmbH. Nebenbei ist sie als freie Journalistin tätig, ihre ersten redaktionellen Erfahrungen hat sie bei einem regionalen Radiosender gesammelt.
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