4,5 Millionen IoT-Entwickler bis 2020 [M2M Minutes]

Redaktion JAXenter
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Microsoft tritt zwei IoT-Verbänden bei | Open Interconnect Consortium gegründet | Neue Studie von Vision Mobile: Bis 2020 spezialisieren sich 4,5 Millionen Entwickler auf das IoT | Neue Erweiterungen für den Arduino | Crowdfunding der Woche: USB-Hub Raspiado

Microsoft und das IoT: Jetzt erst recht!

In einer unserer letzten Folgen haben wir Microsofts IoT-Bemühungen unter die Lupe genommen. Dass Redmond ebenfalls an seiner strategischen Ausrichtung für das Internet der Dinge arbeitet, zeigt der gerade erfolgte Beitritt zu zwei der einschlägigen Industrie-Konsortien: Im Industrial Internet Consortium und der AllSeen Alliance möchte Microsoft künftig für gemeinsame offene Standards eintreten und ein Partnernetzwerk aufbauen – eine Entscheidung, zu der man nur gratulieren kann.

Open Interconnect Consortium

Apropos: Am Dienstag angekündigt wurde….yet another IoT Consortium: Gegründet von Atmel, Broadcom, Dell, Intel, Samsung und der Intel-Tochter Wind River, möchte das „Open Interconnect Consortium“ (OIC) gemeinsame Standards und Interoperabilität vorantreiben. Kommt Ihnen bekannt vor? Kein Wunder, wenn Sie sich diese kleine Bestandsaufnahme an Industrieverbänden für das IoT ansehen: M2M Alliance, Eclipse IoT, Brigde Alliance, AllSeen Alliance, Industrial Internet Consortium (IIC), Internet of Things Consortium… und diese Liste ist noch nicht einmal vollständig. Die namentliche Unterscheidung erinnert ein wenig an den Scheingegensatz zwischen „Judäischer Volksfront“ und „Volksfront von Judäa“ im Monty-Python-Film „Das Leben des Brian“. Weitgehend ähnlich sind denn auch die Ziele, die diese Allianzen verfolgen, unterschiedlich hingegen die Konstellation an Mitgliedern: Intel etwa mischt beim OIC und beim IIC mit, die M2M Alliance ist Mitglied der Eclipse Foundation, und die Eclipse Foundation betreibt nicht nur ihren eigenen IoT Verband (Eclipse IoT), sondern ist zusätzlich am IIC beteiligt. Samsung ist ebenfalls Mitglied bei IIC und OIC. Zum Selbstverständnis des OIC:

The Open Interconnect Consortium (OIC) will seek to define a common communication framework based on industry standard technologies to wirelessly connect and intelligently manage the flow of information among devices, regardless of form factor, operating system or service provider. OIC also intends to deliver open source implementations for a variety of IoT market opportunities and vertical segments from smart home solutions to automotive and more.

In Gedanken ersetze man „Open Interconnect Consortium“/“OIC“ einmal durch eine der anderen, oben genannten Gruppierungen. Funktioniert auch, oder?

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4,5 Millionen IoT-Entwickler bis 2020

Laut einem neuen Bericht von Vision Mobile wird sich die Zahl der Entwickler, die sich auf das Internet der Dinge spezialisiert haben, bis 2020 auf 4,5 Millionen erhöhen. Aktuell sind es gerade einmal 300.000. Wie bei der mobilen Revolution, in der die Autoren der Studie zahlreiche Parallelen zum IoT sehen, ist zu erwarten, dass sich Entwickler diese Jobs selbst schaffen werden: Sie sind die Kreativen, die sich Anwendungsfälle überlegen und die passenden Technologien dazu erfinden. Sie sind die Innovativen, die physische in digitale Szenarien transformieren. Developers are the new kingmakers – das gilt auch für das Internet der Dinge. Die Autoren unterscheiden zwischen vier verschiedenen Entwickler-Kategorien: „Makers“, „System Integrators“, „IoT Entrepreneurs“ und „Product Extenders“. Mit der zuletzt genannten sind Firmen gemeint, die ihre bestehenden Produktportfolien um IoT-Lösungen erweitern wollen.

Zahl der IoT-Entwickler bis 2020

Ein weiterer Tenor der Studie – wenn auch keine neue Erkenntnis: Weder das Internet noch seine Dinge werden den Ton angeben, sondern Technologien, die eine sinnvolle Zusammenführung von Daten aus verschiedenen Quellen ermöglichen.

Neues Spielzeug für den Arduino 

Zwei neue Erweiterungen für den Arduino sind seit letzter Woche im Arduino-Store verfügbar: das Arduino USB Host Shield und der Arduino ISP (In-System Programmer). Mir Ersterem können, wie der Name vermuten lässt, USB-Geräte wie Game Controller, Digitalkameras, mobile Endgeräte oder Keyboards mit dem Arduino verbunden werden. Das Shield basiert auf dem Peripherie-Controller MAX3421E des US-amerikanischen Elektronikkonzerns Maxim Integrated. Das Shield kann mit der „USB Host Library for Arduino“ verwendet werden, die auf GitHub zur Verfügung steht.

Arduino Host Shield

Der Arduino ISP, ein AVR-ISP, basiert auf dem Projekt FabISP von David Mellis. Bei In-System-Programmierung werden die entsprechenden Hardwarekomponenten erst eingebaut und dann programmiert. Ein Bootloader ist dann nicht mehr nötig, wodurch mehr Speichplatz für das Arduino-Programm, „Sketch“ genannt, übrig bleibt.

Arduino ISP

Raspiado: Mehr (USB-)Power für den Pi

Auch auf die Gefahr hin, Sie damit zu enttäuschen: Unser Crowdfunding-Projekt der Woche hat nichts mit Kartoffelsalat am Hut. Eher mit Kabelsalat. Und Himbeeren. Raspiado ist ein kleines, aber nützliches Add-on für den Raspberry Pi. Es handelt sich um einen USB Hub, der in Design, Größe und Funktionalität speziell auf den populären Miniaturrechner abgestimmt ist. Wer den Raspberry Pi allein nutzt, hat normalerweise nicht mehr als zwei USB-Schnittstellen zur Verfügung. In vielen Projekten ist es daher nötig, ihn mit einem externen USB-Hub zu verkabeln. Mit dem Raspiado erhöht sich die Anzahl der nutzbaren USB-Ports auf 5 – und das ohne Kabelsalat, da der Raspiado einfach auf den Pi aufgesteckt werden kann. Darüber hinaus versorgt er den Pi über einen weiteren USB-Anschluss mit genau der Stromstärke, die der Einplatinenrechner benötigt.  

Drei Wochen kann man das Projekt noch auf Kickstarter unterstützten. Bislang erfährt das Projekt sehr viel Zuspruch. So dürfte die Zielsumme von 15.000 US-Dollar bald erreicht sein. Elektronikhersteller, die an einer Fertigung des Raspiados interessiert sind, wurden bereits gefunden, wie der Erfinder Chris Kaschner berichtet. Zum Verkaufspreis werden noch keine Angaben gemacht.  

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