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3 Tipps für die richtige Umsetzung beruflicher Neujahrsvorsätze

2017 im Job durchstarten: So klappt’s mit der Beförderung

Ann-Cathrin Klose

© Shutterstock.com / GiDesign

Endlich im Job durchstarten! Diesen Neujahrsvorsatz kennen wohl viele Arbeitnehmer; auch die IT bietet keine Garantie für die ewige berufliche Zufriedenheit. Aber was kann man nun tun, damit man endlich den langweiligen Job hinter sich lassen kann, die erhoffte Beförderung bekommt oder im Bewerbungsgespräch für den Traumjob glänzt?

Jaja, die Neujahrsvorsätze. Wir kennen sie doch alle: Die Einen hören ganz bestimmt mit dem Rauchen auf, die Anderen nehmen mit Sicherheit zehn Kilogramm ab und die Nächsten hören dieses Jahr aber wirklich auf mit der Prokrastination. So weit, so schlecht – das ist nämlich der sichere Weg zum gescheiterten Plan. Wenig konkrete, allgemeine Vorhaben, die man sich aussucht, weil man das ja mal tun sollte, sind in der Regel keine gute Idee.

Vorsätze agil umsetzen

Wer wirklich etwas an seinem Leben verändern möchte, braucht dafür natürlich nicht den Neujahrstag als Anfangspunkt. Und doch hat der Termin einen gewissen symbolischen Wert, den manche Menschen gerne nutzen, um endlich den ersten Schritt zu gehen. Wenn das Ziel für 2017 lautet, beruflich weiter zu kommen, kann man so einiges dafür tun, diesen Vorsatz wirklich in die Tat umzusetzen. Es lohnt sich allerdings, konkrete Schritte zu planen, damit es nicht beim Plan bleibt.

Mit Neujahrsvorsätzen ist es nämlich wie mit agilen Softwareprojekten: Der Weg ist das Ziel. Kleine, machbare Schritte lassen den großen Berg schrumpfen und geben ein schnelles Erfolgsgefühl, das die Motivation langfristig erhält. Aber wie könnten die nun konkret aussehen? Was kann man tun, um in der IT endlich den nächsten Schritt im Berufsleben zu machen?

Tipp 1: Eigene Projekte pflegen

Ob es um Langeweile im Büro geht oder darum, im Bewerbungsprozess um einen neuen Job positiv herauszustechen: Eigene Projekte helfen dabei, neue Fähigkeiten zu erwerben und alte zu pflegen, sie erweitern den Horizont und eröffnen neue Möglichkeiten.

Ein Projekt kann aus der Mitarbeit an einem großen Open-Source-Projekten bestehen oder darin, eine eigene App zu entwickeln. Es kann aber auch ganz anders aussehen: Einen Blog schreiben, ein Ehrenamt übernehmen, eine Reise jenseits der touristischen Pfade planen (und natürlich antreten) – alles, was ein echtes Interesse weckt, kann zum Projekt werden.

Horizont erweitern

Inwiefern hilft das jetzt aber im Berufsleben? Wer eine eigene App entwickelt, ganz alleine, nimmt automatisch eine andere Perspektiven ein als die, die ihm aus dem Job vertraut ist. Latish Sehgal berichtet beispielsweise davon, dass er anhand eines eigenen Projekts erkannt hat, wie wichtig Marketing und Sales für ein Produkt sind – Nutzer erscheinen nämlich nicht von selbst auf der Bildfläche, man muss sich darum kümmern. Und diese Erfahrung aus erster Hand hilft natürlich dabei, im nächsten Meeting mit dem Chef einen richtig positiven Eindruck zu hinterlassen. Die Planung einer Reise kann das vorausschauende Denken fördern; das Schreiben eines Blogs dabei helfen, bessere Dokumentationen zu schreiben und sich klarer auszudrücken. So hat jedes Projekt seine Vorzüge für die Karriere.

Die wichtigste Frage zu Beginn des Projekts lautet also, wo die eigenen Leidenschaften liegen: Was würde man machen, wenn man völlig grenzenlos tun könnte, was man will? Natürlich kann es in manchen Fällen nützlich sein, ein Projekt zu verfolgen, das keinen besonders großen Spaß macht, aber eine bestimmte Qualifikation mit sich bringt. Insgesamt ist es aber leichter, das Projekt nach den eigenen Interessen auszuwählen und dann jede Woche einen bestimmten Zeitraum dafür zu reservieren, um daran zu arbeiten. Das ist auch dann nötig, wenn man gerade keine Lust hat – der Spaß an der Sache entsteht manchmal erst mit der Zeit.

Tipp 2: Soft Skills verbessern

Das Klischee des sozial inkompetenten Nerds hat sich so langsam abgenutzt. IT-Jobs sind in der Mitte der Gesellschaft angelangt, niemand lacht mehr über die Geeks, die nicht mit anderen Menschen umgehen können und nur vor dem PC leben. Na gut, fast niemand; manches Klischee lässt sich nicht ganz ausmerzen. Und das liegt oft daran, dass es auch einen Kern Wahrheit enthält.

Natürlich gehört Teamwork inzwischen zum Berufsalltag agil arbeitender Entwickler, das ist gar keine Frage. Insofern besitzt wohl jeder Entwickler auch ein gewisses Maß an sozialer Kompetenz. Einen Teil der Soft Skills, die im Berufsleben beim Vorankommen helfen, deckt auch Tipp 1 bereits ab: Durch die Arbeit an eigenen Projekten lernt man, das große Ganze zu sehen. Aber diese Weitsicht ist nur einer der Soft Skills, die die Karriere voran bringen können. Und darüber hinaus hat jeder so seine Schwächen.

Schwächen erkennen

Dabei stellt sich natürlich zuerst die Frage, wo es denn hingehen soll mit dem Berufsleben. Wer in eine Führungsposition gelangen möchte, braucht andere Skills als jemand, der heimlich von einer Karriere als Scrum Master träumt (und Teams somit nur beraten, aber nicht führen möchte). Andererseits gibt es auch hier durchaus gewisse Überschneidungen: Ein gutes Fingerspitzengefühl im Umgang mit Menschen brauchen beide.

Um aber einen ersten Schritt auf dem Weg zu besseren Soft Skills zu finden, müssen erst einmal die eigenen Schwächen identifiziert werden. Wer morgens im Halbschlaf und ohne zu grüßen an den Arbeitsplatz schlurft, könnte damit beginnen, den Kollegen einen guten Morgen zu wünschen. Wer in Meetings mehr Zeit damit verbringt, selbst zu reden als dass er zuhört, könnte sich mehr darauf konzentrieren, den Kollegen zuzuhören. So fällt man bereits durch Kleinigkeiten auf einmal positiv auf, oder hinterlässt zumindest keinen negativen Eindruck mehr.

Tipp 3: Wissen teilen

Ein weiterer Schritt auf dem Weg nach Oben ist das Teilen von Wissen. Wer Spaß am Schreiben hat, kann das natürlich erneut als eigenes Projekt betreiben und sein Wissen in einem Blog darlegen; es gibt jedoch auch andere sinnvolle Wege, um mit dem Teilen von Wissen einen guten Eindruck zu hinterlassen. So gehören auch Vorträge zu den vielfältigen Optionen, die denjenigen offen stehen, die gern ihr Wissen teilen möchten. Dadurch erhöht sich auch die eigene Bekanntheit, was bei der nächsten Jobsuche hilft. Aber auch das ist nicht der einzige Weg.

Als Mentor nimmt man sich im Berufsleben oder innerhalb der Community zur eigenen Programmiersprache ein wenig Zeit dafür, einen Anfänger auf seinem Weg zu begleiten und zu unterstützen. Anders als bei einem eigenen Projekt, das dem eigenen Interesse folgen sollte, geht es dabei in erster Linie nicht um den eigenen Nutzen und mehr darum, anderen zu helfen.

Fähigkeiten beweisen

Langfristig entsteht so allerdings ein Netzwerk wertvoller Kontakte; auch lernt man selbst immer etwas dabei, wenn man Wissen weiter gibt. Wer im Job als Mentor fungiert, kann so seine Führungsqualitäten ausbauen und dem Chef zeigen, dass er gut mit Menschen umgehen  kann, engagiert und interessiert ist. Das ist ein großes Plus für die nächste Beförderung!

Die Chance darauf, Mentor zu werden, muss sich allerdings auch ergeben. Ein erster Schritt wäre hier also, den Chef vielleicht einmal auf dieses Interesse anzusprechen oder einem jungen Kollegen anzubieten, bei Fragen (wirklich) zur Verfügung zu stehen – oder sich noch besser jede Woche zusammen zu setzen und eine halbe Stunde über Probleme, Hürden und neue Entwicklungen zu sprechen. Auch können erfahrene Entwickler so vom Wissen junger Absolventen profitieren, die unter Umständen die neusten Technologien besser kennen als die alten Hasen.

Aktiv werden

Insgesamt gilt also: Raus aus dem gewohnten Trott, Initiative ergreifen! Ob man den eigenen Leidenschaften folgt oder seine Schwächen ausgleicht oder ob man Kollegen hilft – zuerst kommen die Entscheidung dafür, wirklich etwas zu tun und der Findungsprozess. Wo soll es hin gehen, was ist das Ziel? Und dann muss der erste Schritt geplant werden, der einem dabei hilft, sich diesem Ziel anzunähern. Je kleiner, desto leichter und realistischer ist die Umsetzung. Regelmäßige Retrospektiven helfen auf dem Weg zum Ziel auch privat dabei, den Fokus nicht zu verlieren.

Das alles ist aber natürlich kein Erfolgsgarant. Wer einen neuen Job sucht, sollte im Bewerbungsgespräch nicht nur durch tolle Skills im Lebenslauf glänzen, sondern auch das Gespräch an sich gut meistern. Dafür braucht es Vorbereitung. Und dann muss man natürlich noch am Ball bleiben, wenn man erst einmal angefangen hat.

Auf ein erfolgreiches Jahr 2017!

Neue Gewohnheiten brauchen, wenn man sie täglich ausführt, nämlich mindestens 60 Tage, bis sie leicht von der Hand gehen, sagt man. Diese Anzahl von Tagen stimmt so natürlich nicht so ganz; die Richtung ist aber durchaus korrekt – eine neue Gewohnheit gelingt nicht von selbst. Ein altes Verhaltensmuster ist immer vertrauter und bequemer als etwas Neues. Neue Verhaltensweisen und Tätigkeiten sind zu Anfang spannend, insgesamt aber auch immer fremd und schwieriger als das, was man schon kann. Das ist ja mit Programmiersprachen genauso. Eine neue Sprache lernt sich nicht von selbst; auch die Neujahrsvorsätze erfüllen sich nicht von allein. Mit den richtigen Schritten ist der berufliche Erfolg nicht mehr weit weg.

 

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Geschrieben von
Ann-Cathrin Klose
Ann-Cathrin Klose
Ann-Cathrin Klose studiert allgemeine Sprachwissenschaft, Geschichte und Philosophie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Seit Februar 2015 verstärkt sie als redaktionelle Mitarbeiterin die Redaktion bei Software & Support Media. Zuvor war sie als freie Autorin tätig und hat erste redaktionelle Erfahrungen bei einer Tageszeitung gesammelt.
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