Analytics, Beschleunigung, Agilität

2016: Die drei wichtigsten Softwaretrends im Enterprise-Bereich

Michael Thomas

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Einer Prognose des IT-Marktforschungs- und Beratungsunternehmens 451 Research zufogle werden in diesem Jahr die Stichworte Analytics, Beschleunigung und Agilität eine besonders große Rolle in der Softwareentwicklung spielen.

Wie Nick Patience (Vizepräsident von 451 Research) schreibt, wird sich künftig praktisch jedes Wirtschaftsunternehmen zu einem softwarekontrollierten digitalen Unternehmen entwickeln. Unternehmen, die sich dieser Herausforderung nicht stellen, werden sich zunehmend existentiellen Herausforderungen gegenübersehen. Beispiele gab es in der Vergangenheit bereits mehrere, so z. B. Uber und Airbnb, die das Taxi- respektive Hotelgewerbe aufgemischt haben.

Die Technologie, so Patience weiter, entwickelt sich immer mehr zu einem horizontalen Markt, der alle Bereiche durchdringt. Junge Unternehmen, die die Vorteile der Digitalisierung nutzen, wissen tendenziell besser über die Wünsche und Bedürfnisse ihrer Kundschaft Bescheid und sind ihrer traditioneller eingestellten Konkurrenz in vielen Bereichen (z. B. Marketing, maßgeschneiderte Produkte und Dienstleistungen etc.) überlegen.

Die Enterprise-Trends 2016

Doch welche Faktoren arbeiten diesem Umstand in besonderem Maße zu? Patience identifiziert insgesamt drei für den Enterprise-Bereich besonders bedeutsame Trends: Analytics, Beschleunigung und Agilität.

Die Analyse von Daten wird laut Patience künftig für alle Bereiche eines Unternehmens relevant, angefangen bei der Entwicklung, über die IT-Verwaltung und Datenbanken bis hin zum Kundenerfahrungsmanagement. Der Vorteil der modernen Analyse besteht ihm zufolge darin, dass sie über Transaktionsdaten hinausgeht: Dank kontextueller Analysen (Text- und andere Analyseverfahren kombiniert mit maschinellem Lernen) können Unternehmen beispielsweise die Nachfrage nach einem Produkt in einem Markt zu erheben, in dem sie (bislang) gar nicht tätig sind. Zudem, so die Prognose, werden immer mehr Unternehmen auf Analytics zurückgreifen, was einerseits auf die gestiegene Leistungsfähigkeit der Lösungen, als auch ihre immer einfacher werdende Bedienung zurückgeführt wird: Viele Lösungen bieten dem Nutzer mittlerweile beispielsweise eine natürlichsprachliche Schnittstelle; Kenntnisse einer Abfragesprachen werden also keine mehr benötigt.

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Einen weiteren Trend sieht Patience in der weiter zunehmenden Beschleunigung der Enterprise-IT-Welt. Demnach nehmen etwa die automatische und schnelle Transaktionsabwicklung über Anwendungen für den Kundenkontakt an Bedeutung zu. Die Beschleunigung, so der Bericht, schlägt sich zudem auch im Softwarebereich nieder: Geschäftsprozesse werden in Mikroprozesse aufgespalten, die je nach den jeweiligen Erfordernissen im laufenden Betrieb zusammengesetzt werden können. Als Ergebnis dieser Entwicklung wird die Grenze zwischen Front-End- und Back-End-Anwendung zunehmend erodieren. Gleichzeitig, so Patience, wird die Idee von im Rahmen von SaaS-Modellen ausgelieferten dynamischen End-to-End-Supply-Chain-Apps an Fahrt aufnehmen.

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Als eine notwendige Voraussetzung, mit der höheren Geschwindigkeit angemessen umzugehen, identifiziert Patience die Übernahme von Methoden der agilen Softwareentwicklung. Diese genießen seiner Einschätzung nach bereits jetzt weite Verbreitung: Monolithe treten vermehrt zugunsten von Microservice-Architekturen in den Hintergrund, statt mehrjähriger Wasserfallprojekte werden Entwicklungsprozesse in mehrwöchige Sprints aufgespalten; Produkte somit schneller zum Kunden gebracht. Durch DevOps sind die Entwickler zudem stärker in Geschäftsentscheidungen eingebunden als je zuvor, die Prozesse werden insgesamt kollaborativer. Unternehmen, die an traditionellen Entwicklungsprozessen und -methoden festhalten, werden Patience zufolge ins Abseits geraten.

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Was potentiell schlecht für zahlreiche, sich nicht auf die neuen Umstände einstellende Unternehmen ist, ist für eine Personengruppe hingegen besonders günstig: Für die Programmierer. Denn durch die digitale Durchdringung der Wirtschaft, so Patience, wird sich die Suche nach talentierten Entwicklern weiter verschärfen – und diesen somit noch mehr Gelegenheiten bieten, sich nach dem Job umzusehen, der am besten zu ihnen passt.

Aufmacherbild: 2016 new year business innovation technology von Shutterstock / Urheberrecht: My Life Graphic

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Michael Thomas studierte Erziehungswissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und arbeitet seit 2013 als Freelance-Autor bei JAXenter.de. Kontakt: mthomas[at]sandsmedia.com
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